Menschliche Fortpflanzung: Labor vs. natürlichem Sex


flickr.com/ h.koppdelaney/ (CC BY-ND 2.0)

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Retortenbabys verdrängen Schlafzimmer-Romantik?

Überall weltweite Bewegung und Umbrüche vonstatten gehen, eine Entwicklung bedingt durch Mensch selbst, der sie veranlaßt, unerschrocken, oftmals bedenkenlos, zumindest bei all denjenigen, die viel zu wenig über irgendwelche Folgen nachdenken. Diese erhalten oftmals Zuspruch, erst recht bei profitorientierten Erwägungen, die ein hehres Ziel darstellen.

Ist Sex tatsächlich bald überflüssig, wie der US-amerikanische Genforscher Professor Henry T. Greely von der Universität Stanford prophezeiht? Labor vs. natürlichem Sex, zwei Varianten menschlicher Fortpflanzung. Verdrängen etwa Retortenbabys in Zukunft die Schlafzimmer-Romantik?

Meine Eltern zeugten mich gänzlich ohne Geschlechtsakt

In Liebe gezeugt und großgezogen schon sehr bald in den nächsten Jahrzehnten ein Relikt vergangener Zeiten, wenn Menschen in Laboren entstehen, weil Papa seinen Samen abgibt, Mutter Hautzellen spendet, Gen-Material für zig Embryos, wobei dann Eltern sich das „passende Baby“ aussuchen dürfen? Kalkulierte Risiken per Ausschlußverfahren mindern, der menschliche Liebesakt entfällt, Emotionen beim Beischlaf und der Zeugung völlig unwichtig, Hauptsache Homo sapiens auf funktionellem Wege? Welch Botschaften, die uns solche Szenarien vermitteln mögen.

Ethisch-moralische Bedenken bleiben außen vor, obwohl gerade die Menschheit eintaucht in die Welt des Spirits, parapsychologische Erkenntnisse endlich mehr an Bedeutung gewinnen. Was früher die verpönte Esoterik, läßt manchen heute eher aufhorchen, zumal immer mehr Menschen sehr wohl bemerken, daß da etwas sein Muß zwischen nüchterner Ablehnung und eigenen Erfahrungswerten von unterschiedlichen Bewußtseinsebenen, denken wir an Nahtoderlebnissen, Rückführungen vorheriger Leben, Erscheinungen etc.

Treffen sich zukünftig zweierlei Menschenwesen, ein aalglattes aus dem im Labor erzeugtes und ein dann oftmals verpöntes mittels Sex entstandenes? In sofern gar mit gesellschaftlich unterschiedlicher Bewertung? Erinnerungen an Unter- und Übermensch, an ein großes Ausmaß voller Vorurteile? Oder gar der technisch-entwicklungsbedingte Fortschritt in Sachen dritter Weltkrieg, ein mögliches Danach in Hinblick zur Überlebenschance unserer Spezies?

Aldous Huxleys „Brave New World“ (Schöne neue Welt) längst keine Zukunftsvision

Sondern eiskalte Wirklichkeit. Hinzu gesellen sich all die bösartigen Möglichkeiten einer globalen Vergiftung, langsamen Zerstörung jeglichen Lebens, hin zu einer künstlichen Welt voller Illusionen und Trugschlüsse, die zukünftigen, überlebenden Generationen einen Hauch alter Zeiten vorgaukeln werden.

Unsere Science-Fiction-Autoren, ob Jules Verne, George Orwell, Harry Harrison oder Aldous Huxley hatten allesamt eines gemeinsam: Sie lebten in einer noch intakten Welt und blickten in eine düstere Zukunft, die dem menschenlichen Wesen entspricht, welches oftmals eigene Machtansprüche durchsetzen will, egal mit welchen Mitteln.

Lotar Martin Kamm

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10 Antworten zu Menschliche Fortpflanzung: Labor vs. natürlichem Sex

  1. leandergeorgweiss schreibt:

    Meine Antwort: http://wp.me/p4XyUK-kT
    Denn was hat Sex schon mit Fortpflanzung zu tun? Nichts!

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  2. Arno von Rosen schreibt:

    Sehen wir etwas weiter in die Zukunft, könnten einige der besten Menschen entstehen, ob bei der Kunst oder der Wissenschaft. Es würden aber auch hochintelligente Psychopaten das Licht der Welt erblicken und diese wären grausam, gewissenlos und menschenverachtend, denn der Charakter eines Menschen ließe sich niemals genetisch verändern.

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  3. schlingsite schreibt:

    Sind möglicherweise entstehende Mischwesen Menschen oder ist das gar eine neue Spezies?

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    • Arno von Rosen schreibt:

      Natürlich homo sapiens, sapiens oder so ähnlich. Warum sollten sich gute Charaktere mit besseren Fähigkeiten nicht mit normalen Menschen abgeben? Was sind normale Menschen und wie siehst du die verbesserten Menschen? Wäre interessant zu wissen.

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      • schlingsite schreibt:

        Normal im Sinne von natürlich lässt sich eine Züchtung erweitert mit zusätzlichen Fähigkeiten und im Reagenzglas gezeugt, kaum noch bezeichnen. Da sind den Menschen gehörende Roboter wesentlich sympathischer als irgendwelche künstlichen „Übermenschen.“

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  4. schlingsite schreibt:

    Normal sind Menschen mit zusätzlich eingefügten Fähigkeiten und im Reagenzglas gezeugt nicht. Da sind Roboter, die den Menschen gehören sympathischer, als solche „Übermenschen“ oder auch Chimären

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    • Arno von Rosen schreibt:

      Also beginnt das Unmenschliche bei der Erzeugung künstlicher Fähigkeiten? Was wäre, wenn einige natürliche Menschen bereits eine dieser Fähigkeiten hätten und diese jetzt künstlich vervielfältigt werden? Ist der Mensch noch Mensch, obwohl er etwas kann, das sonst nur sehr wenige Individuen können?

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      • schlingsite schreibt:

        Sicherlich könnten sich die Flossen eines Fisches zu Händen oder Füßen aufgrund von Kenntnis des genetischen Bauplanes weiterentwickeln lassen, doch dann wäre es kein Fisch mehr. In der genetischen Forschung sind nicht absehbare Folgen zu erwarten, wenn wie ein Kind mit etwas gespielt wird, was Millionen von Jahren getestet wurde. Vorsichtshalber vollkommen getrennt vom System Erde sollten solche willkürlich herbeigeführten Mutationen gekoppelt mit einem Tiltschalter erprobt werden.

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      • Arno von Rosen schreibt:

        Von der Seite betrachtet wäre das Eine wie das Andere weder Fisch noch Mensch, gar keine Frage. Ich dachte da eher an geistige Fähigkeiten, die man nicht auf den ersten Blick erkennen kann. Die Vorstellung etwas am genetischen Körperbau zu ändern, um Spezialisten zu erzeugen, ist extrem gruselig und ich bin da deiner Meinung. Übrigens ist meine größte Sorge ebenfalls der Missbrauch und der ließe sich angesichts unserer Charaktereigenschaften wohl nicht vermeiden.

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