Jemen-Krieg: Nach über einem Jahr ein Ende in Sicht?


flickr.com/ Manogamo/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Vormachtstellung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran

Gestern vor einem Jahr begann die Militärintervention in der Republik Jemen, ein Krieg zwischen den schiitischen Huthi-Rebellen und dem faktisch entmachteten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi, der ins benachbarte Saudi-Arabien floh. Darf man Hoffnung schöpfen, daß nach über einem Jahr ein Ende in Sicht sein wird? Wohl eher nicht, geht es doch hauptsächlich um die Vormachtstellung zwischen Saudi-Arabien und dem Iran.

Selbst wenn erneut die UN eine Waffenruhe fordern, die Wahrscheinlichkeit einer Beilegung scheint nicht in greifbare Nähe gerückt. Dafür sind die Allianzen zu komplex und vor allem die aussichtsreichen Waffengeschäfte viel zu wichtig, um tatsächlich einen Frieden in dem gebeutelten Land zuzulassen.

Trotz breitem Bündnis für Hadi halten die Huthi-Rebellen erfolgreich dagegen

Erinnert uns das nicht an vergleichbare Kriege? Denken wir an Afghanistan, wo ebenso die Widerstandsgruppen der Mudschahidin, abgelöst durch die Thalibanbewegung, gleich zwei Supermächte in Schach hielten: Die ehemalige Sowjetunion sowie die USA vermochten letztlich nicht Afghanistan einen dauerhaften Frieden bescheren.

Dem breiten Bündnis für Hadi, an dem immerhin neben Saudi-Arabien noch sieben weitere Staaten direkt militärisch sich beteiligen, unterstützt von den USA, Großbritannien, Frankreich, Belgien, Türkei und Marokko, halten schließlich die Huthi-Rebellen dagegen, dabei China, Russland und der Iran die Militärintervention entschieden ablehnen.

Saudi-Arabiens Angst vor schiitischer Einkreisung

Mag dies bereits mit ein Hauptgrund sein, warum das Königreich Saudi-Arabien so vehement militärisch gegen die Huthi-Rebellen im anderhalb mal so großen Jemen wie die BRD vorgeht, bisherig über 3.000 Zivilisten, darunter fast 800 Kinder ihr Leben verloren?  Die Vormachtstellung des Iran im Nahen und Mittleren Osten befürchtend?

Wir müssen davon ausgehen. Obendrein lassen vor allem die USA nicht locker, auch hierbei blühende Geschäfte zu tätigen neben einer militärisch aktiven Beteiligung in diesem Krieg im Jemen an der Seite Saudi-Arabiens. Auch ließ es sich Präsident Obama nicht nehmen, die iranische Führung vor einem Stellvertreter-Krieg im Jemen zwischen dem schiitisch geführten Iran und den sunnitisch-orientierten Staaten wie Katar, Oman und eben Saudi-Arabien zu warnen. Vorgeschoben findet dieser allerdings längst statt, muß man das US-westlich geführte Bündnis der Heuchelei zu Lasten der jemitschen Zivilbevölkerung bezichtigen.

Wieder einmal beweist die Weltpolitik auch hier ihre Unfähigkeit, das Leid einzudämmen oder gar zu beenden. Rüstungsgeschäftsinteressen bestimmen ziemlich offensichtlich den eigentlichen Verlauf, wobei selbst die BRD nicht unbeteiligt sich wegducken kann.

Lotar Martin Kamm

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