Glyphosat: Mehrheit des EU-Umweltausschusses lehnt Zulassung ab


flickr.com/ campact/ (CC BY-NC 2.0)

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Monsantos Einfluß noch nicht gebrochen

Der letzte Dienstag beschäftigte die Welt und daher auch den Umweltausschuß der EU in Brüssel, so daß dessen Tagung angesichts der Terroranschläge nicht breitfächrig von den Medien thematisiert wurde. Darf man von einer guten Nachricht sprechen, da immerhin die Entschließung mit 38 gegen 6 Stimmen und 18 Enthaltungen verabschiedet wurde? Sicher doch, aber Monsantos Einfluß wird daher längst noch nicht gebrochen sein.

Gerade innerhalb der Bundesregierung selbst herrscht Uneinigkeit über jenes Glyphosat. Während Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt eher Monsanto ohne weiteres traut, ganz im Sinne der Agrarindustrie, um bei bevorstehender Zulassungsgenehmigung dem Mittel einen Freifahrtschein zu erteilen, kommt ihm Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in die Quere, die durchaus die Folgen der Umweltunverträglichkeit von Glyphosat zu bedenken gibt.

Deutschland enthielt sich bei der Probeabstimmung

Die fand bereits zuvor am 08. März statt. Welches Signal an Monsanto und den Befürwortern, die trotz neuer Studien über die Gefährlichkeit des Herbizids, selbst die WHO stuft es als wahrscheinlich krebserregend ein, nach wie vor an die Segnungen glauben und alles daran setzen, damit es für weitere 15 Jahre von der EU-Kommission erneut zugelassen wird. Die hat nämlich das letzte Wort.

Gleichzeitig hatte Schmidt es nicht für notwendig gehalten, die Öffentlichkeit über die Abstimmung in Kenntnis zu setzen, Intransparenz zeichnet auch diesen Minister aus, man ist sich wohl seiner Sache sicher, daß am Ende die Lobby von Monsanto und Co. sich durchsetzt. Da mögen solche Berichte wie über die Belastung deutscher Biere ihn kaum bewegen, die eigene Meinung zu überdenken. Hauptsache man folgt dem Weg des Profits, Umweltbedenken zählen wohl nicht.

Gemeinwohl vor Industrie-Eigennutz – BUND bittet um rege Teilnahme

Und zwar, diesen Bundeslandwirtschaftsminister anzuschreiben. Völlig berechtigt muß auf Transparenz bestanden werden, schließlich betrifft uns alle die gefährliche Belastung durch Glyphosat. Neben vielen anderen Stoffen, die ohnehin Mensch und Natur nachhaltig schädigen, sollte spätestens bei jedweder neuer Erkenntnis die Bevölkerung im eigenen Sinne sich aktiver beteiligen und nicht einfach eine derartige Ignoranz seitens verantwortlicher Politiker länger hinnehmen.

Neben dem Gang auf die Straße per Demonstrationen, sind ebenso Briefe und E-Mails ein durchaus moderates Mittel, um sich Luft zu machen, die Öffentlichkeit anzumahnen. Je größer die Proteste, desto wahrscheinlicher könnte die EU selbst aufhorchen. Wenigstens ihr Umweltausschuß geriet ins Grübeln, hoffen wir, daß die EU-Kommission jene Botschaft aufgreift, selbst wenn die Chancen eher gering sein werden angesichts der Macht von Monsanto, deren Befürworter und Gönner.

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Glyphosat: Mehrheit des EU-Umweltausschusses lehnt Zulassung ab

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Mit der Enthaltung bei der Abstimmung möchte Deutschland nur seinen „Hintern“ retten, weil man dann nicht als Befürworter daherkommt. Tatsache ist, dass das Amt für Riskobewertung teilweise aus langjährigen Mitarbeitern der Industrie selber besetzt ist. Ein denkbar miserabler Umstand, denn es gibt ja einen Grund, warum ehemalige Mitarbeiter der Pharmariesen für weniger Geld zu einem Amt wechseln, und das kann sich jeder selbst ausmalen. Nun der wahre Hintergrund der Enthaltung: Mit TTIP würden sich diese Spielregeln komplett ändern und Glyphosat würde sich nur noch verbieten lassen, wenn einwandfrei seine Schädlichkeit nachgewiesen würde. So etwas kann nicht nur Jahre dauern, sondern mit geringfügigen Änderungen an der Rezeptur finge der ganze Spaß wieder von vorne an. Es ist also nur eine Frage der Zeit, wenn nicht, ja wenn nicht der Verbraucher doch etwas Macht hätte und einfach Produkte im Regal liegen lässt, die mit Glyphosat in Verbindung gebracht werden, denn es geht ja immer um Geld, und das ändert am schnellsten die Produktionen.

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