Internationaler Tag des Waldes: Landwirtschaft bedroht die Wälder


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Nach dem Ende des Waldsterbens zwei Drittel der Bäume erkrankt

Während die einen herablassend meinen, sie könnten jedwede Umweltschutzforderungen als hysterisches Gejammer diffamieren, obendrein wie die Axt im Walde durch die Welt stapfen, in dem weiterhin Mutter Erde erheblich belastet wird, zur Folge die gesamte Natur einschließlich uns Menschen leidet, bestehen wache Geister darauf, dennoch zu warnen.

Am heutigen 45. Internationalen Tag des Waldes stellen aufmerksame Beobachter fest, daß die Landwirtschaft die Wälder bedroht und zwar in einer Dimension, die keineswegs einfach ignoriert werden kann. Stickstoffemissionen aus Massentierproduktion sind ursächlich dafür verantwortlich, daher unbedingt zu reduzieren, wie ROBIN WOOD fordert.

Reizwort Waldsterben zunächst verbannt

Über zwei Jahrzehnte beschäftigten sich manche in der Bevölkerung mit dem beachtlichen Thema des Waldsterbens. Kein Wunder, sorgte doch in erster Linie ein höheres Straßenverkehrsaufkommen für eine zunehmende Luftverunreinigung, die nicht spurlos an den Bäumen vorrüberging. Saurer Regen belastete ihren Wuchs, sie erkrankten und etliche starben.

Nach einem langwierigen Prozeß, einem Ringen mit verantwortlichen Industriezweigen nebst der Autolobby, gelang es schließlich, das Problem mittels Rauchgasentschwefelungsanlagen, Filtersystemen und Katalysatoren vorläufig in den Griff zu bekommen. Zunächst erklärte 2003 die damalige Bundeslandwirtschaftsministerin Renate Künast das „Waldsterben“ für beendet. Ende gut alles gut? Mitnichten. Eine viel zu lange Debatte hatte wohl etliche Zeitgenossen schlicht und ergreifend genervt, trotz all dieser Maßnahmen kann von einer Entwarnung der Waldzerstörung keineswegs die Rede sein.

Massentierhaltung erhöht Stickstoffemissionen

Was wiederum die Wälder erheblich belastet. Obwohl dies unser Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt nur zu genau weiß, der Bevölkerung verschweigt, wird darüber hinaus nichts dagegen unternommen, wie Rudolf Fenner, Waldreferent bei ROBIN WOOD anmahnte.

Die kürzliche Demo „Wir haben es satt“, die sich gegen das TTIP, Genfood und Massentierhaltung richtete, mehr als berechtigt, erst recht mit der jetzigen Feststellung, wie es um die Wälder bestellt ist?

Natürlich können bestimmte Ignoranten einfach herumposaunen, alles sei hysterische Panikmache, man sehe doch gerade hierzulande viele schöne Wälder. Damit ist den erkrankten Bäumen aber nicht geholfen. Der Kreislauf von immer mehr ungezügelten Fleischverzehr, betroffenen Tieren und Wäldern läßt sich in erster Linie stoppen, in dem der Verbraucher sein Verhalten überdenkt und ändert. Den dabei gut verdienenden Lobbyisten mag das egal sein, sie vermögen gar die Politik in deren Schranken zu verweisen, da jene offensichtlich viel zu halbherzig reagiert.

„Habt Ehrfurcht vor dem Baum, er ist ein einziges großes Wunder, und euren Vorfahren war er heilig. Die Feindschaft gegen den Baum ist ein Zeichen von Minderwertigkeit eines Volkes und von niederer Gesinnung des einzelnen.“ (Alexander Freiherr von Humboldt)

Lotar Martin Kamm

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2 Antworten zu Internationaler Tag des Waldes: Landwirtschaft bedroht die Wälder

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Nicht nur die Massentierhaltung gefährdet unsere Wälder. Durch die zu hohen Wasserentnahmen, zum Beispiel Frankfurter Ried, senkt sich der Grundwasserspiegel dramatisch ab und die Bäume sterben. Auch die vielen milden Winter setzen dem Wald mächtig zu, denn Baumschädlinge vermehren sich explosionsartig und zerstören anschließend ganze Baumarten in einer Region, die zumeist wieder mit schnellwachsenden Bäumen aufgeforstet werden, dadurch aber wieder in die Tierwelt eingreifen, die sich nur in Mischwäldern fortpflanzen können. Waldsterben ist niemals erledigt, denn es ist ein fortlaufender Prozess, der weit länger dauert als ein paar Jährchen auf einer Regierungsbank.

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  2. schlingsite schreibt:

    Für den Erhalt des gegenwärtigen Wirtschaftsytems braucht es auf der Konsumentenseite ein Bevölkerungswachstum. Die Befriedigung der erhöhten Nachfrage findet erst mit der vollständigen Ausbeutung aller Ressourcen, zu denen auch die Wälder gehören, sein natürliches Ende. Schönheitsoperationen wie Einschränkung des Fleischverbrauchs u.ä. zögern es nur hinaus.

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