Ente und Käfer – kein wenig nostalgische Schwärmerei


flickr.com/ ffrfoggi/ (CC BY 2.0) - flickr.com/ Jesper2cv/ (CC BY-NC-ND 2.0)

flickr.com/ ffrfoggi/ (CC BY 2.0) – flickr.com/ Jesper2cv/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Viel eher handfeste Erinnerung an eine aufregende Zeit

Wer sie selbst nicht gefahren hat, hinter ihrem Lenkrad saß, kann wohl schwerlich nachempfinden, welches Gefühl der Liebhaberei, auch nach langen Jahren des Nichtfahrens, überschäumend von Nostalgiegedanken, – okay, man war schließlich auch noch jung -, ihr Anblick auslösen kann. Die Ente und der Käfer.

Zwei Fahrzeuge, die ein Lebensgefühl prägen konnten, vielleicht auch deshalb, weil es für viele das erste Auto war, ähnlich dem ersten Kuß oder die Erinnerung an die erste große Liebe, jedenfalls ist ein Platz im Herzen sicher.

Apropos Platz, es war immer wieder erstaunlich, wieviel Menschen in diesen beiden Autos mitfahren konnten. Es gab keine Gurte, keine Nackenstützen, dafür Aschenbecher vorne und hinten. Natürlich gab es Musik, nicht nur Radio, sondern Kassettenspieler, in manchen der Autos gab es sogar Quattro-Lautsprecher. Die Hitze im Auto wurde durch die heruntergekurbelten oder aufgeschlagenen Seitenfenster herausgepreßt, mit dem Ellbogen lässig auf die Autotür gelehnt und mit dem Arm ab und zu durch einem Auswärtsschwenk kühle Luft in den Innenraum gefächert. An manchen Wintertagen war es ratsam, seinen langen Maximantel mit Fellimitat anzubehalten, da nicht stetig eine angenehme Wärme das Auto durchflutete.

Wer als Tramper unterwegs war, konnte mit fast hundertprozentiger Sicherheit einen Lift in einer Ente oder Käfer ergattern, vorausgesetzt, sie waren nicht schon überfüllt mit Passagieren. In Frankreich konnte man die Ente und den Käfer auch ohne Dach, nein nicht Caprios mit Faltdach, sondern dachlos auf dem Straßenbild bestaunen, es waren sogar Enten und Käfer ohne hinteres Chassis auf den Straßen zu sehen. Und sie fuhren und fuhren.

Und fuhr man in einer Ente geschlungene Straßen, vielleicht sogar Serpentinen, so beschlich einem fast das Gefühl, auf einem heißen Ofen zu sitzen und die endlose Freiheit zu besitzen, denn die Ente konnte sich phantastisch in die Kurven legen. Der Käfer eignete sich hierfür ein klein bißchen weniger, dafür vermittelte sein Motor zuweilen das Klanggefühl eines schweren Trucks, mit dem man in alle Ewigkeit brausen konnte.

Natürlich tropft dieser Text nur so von Schwärmereien und besagt nichts über die technischen Daten dieser Fahrzeuge, aber die sind bei einer nostalgischen Rückbesinnung auch nicht ausschlaggebend. Wichtig sind die Gefühle, das Lächeln und die Gedanken, die durch die Ente und den Käfer assoziiert werden können. Übrigens gibt es für Ente- und Käferfreunde etliche Möglichkeiten, mit Gleichgesinnten in Vereinen, Clubs ihre Sympathien für diese Autos zu teilen.

Manchmal hat man das Glück, vor allen Dingen in den wärmeren Monaten, nicht nur Enten und Käfer, ebenso auch verschiedene Trucks, sogenannte Sportwagen, Traktoren, Limousinen, den Trabant auf Oldtimertreffen zu bestaunen oder sie unerwartet in Schlangenformationen über den Asphalt gleiten zu sehen, oft mit dem Wunsch, möge das Ende der Schlange nicht so bald in Sicht kommen.

Doris Mock-Kamm

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Eine Antwort zu Ente und Käfer – kein wenig nostalgische Schwärmerei

  1. Arno von Rosen schreibt:

    In einem Käfer habe ich fahren gelernt, mit zarten 12 Jahren 😉

    Gefällt 1 Person

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