Iran: Raketentests sorgen für angeblichen Unmut


flickr.com/ sharnik/ (CC BY-NC 2.0)

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US-Westen beansprucht weiterhin seine Dominanz

Das Recht auf die Verteidigung seines Landes sollte jeder Nation gestattet sein. Wer hierbei mit zweierlei Maß mißt, muß sich unterstellen lassen, eigene Vorteile aunutzen zu wollen, was in einem militärischen Konflikt dann äußerst entscheidend sein wird. Während Israel vollkommen selbstverständlich als einzige vertretene Atommacht im Nahen und Mittleren Osten sich einer gewißen Sicherheit wähnen darf, sorgen die kürzlich gemeldeten Raketentests des Iran für angeblichen Unmut.

Dabei beruft sich der US-Westen auf die Resolution 1929 des UN-Sicherheitsrates vom 09. Juni 2010, bei dem 12 der 15 Mitglieder dieser zustimmten, Libanon sich enthielt, Brasilien und die Türkei dagegen stimmten.

Westliche Proteste verdeutlichen deren Heuchelei

Dabei unterscheidet der Westen nicht im geringsten, Hauptsache er macht sich im richtigen Moment Luft, beruft sich auf eine bald sechs Jahre alte UN-Resolution, die ohnehin eher fragwürdig zu werten ist. Klar doch, damals sorgte der sechste Präsident Irans, Mahmud Ahmadinedschad, noch für genügend Sorge ob seiner feindseligen Äußerungen gen Israel, gerade im Zusammenhang seiner Holocaust-Leugnung, der abgehaltenen Konfernz im Iran (2006).

Andererseits nutzt der US-Westen seine strategische Ausrichtung zunehmend, denken wir an die Initialzündung des Arabischen Frühlings, der die Ermordung Gaddafis und einen bald fünf Jahre langen Krieg in Syrien zur Folge hat, der gesamte Nahe und Mittlere Osten gleicht seitdem erst recht einem Pulverfaß. Immer mehr Nationen werden in Mitleidenschaft gezogen, mischen sich ein. Der eigentlichen Heuchelei der westlichen Staaten können nur noch die VR China, die Russische Föderation und deren Verbündete wie u.a. der Iran etwas entgegensetzen. Eine breite Front feindseliger Staaten sich gegenüberstehend, bereit zum dritten Weltkrieg?

Irankonflikt nur Nebenschauplatz?

Das wäre zu vermessen, da die Lage wesentlich komplexer sich gestaltet, ohnehin eine Kettenreaktion unkontrollierter, kriegerischer Auseinandersetzungen folgen kann, sollte der US-Westen seinen Kurs der Provokationen fortsetzen. Durfte noch zu Beginn dieses Jahres der Iran sich freuen, daß die Aufhebung der Sanktionen wegen des ausgehandelten Atomabkommens folgte, muß man annehmen, daß sie nur von kurzer Dauer sein könnte.

Die jüngsten Raketentests des Iran bieten dem West-Bündnis neue „Spielwiesen“ von Drohgebärden nicht nur dem Iran gegenüber, sondern ebenso dessen befreundeten Staaten, allen voran Russland. Das Zündeln im Nahen und Mittleren Osten folglich zweckdienlich, endlich Russlands Präsident Wladimir Putin aus der Reserve zu locken, wenn dies schon nicht beim Ukraine-Krieg gelang? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt? Wohl eher kaum.

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Iran: Raketentests sorgen für angeblichen Unmut

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Um nur eine Dimension des Rüstungs- und Kriegswahnsinns aufzuzeigen. Nur 5% der täglichen Militärausgaben aller Großmächte würde ausreichen, um die gesamte Weltbevölkerung gut zu ernähren. Die Jammerei über die 7 Milliarden Menschen auf unserem Planeten ist somit nicht nur relativ, sondern ebenso scheinheilig!

    Gefällt 2 Personen

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