Bargeld: Deutsche Obergrenze ein fatales Signal?


Front 1000 Reichsmark 21 April 1910

Dem Mafia-Geld entgegenwirken?

Arno von RosenSeit einiger Zeit macht ein Thema immer mehr die Runde. Die Begrenzung der Bargeldflüsse oder sogar deren völlige Abschaffung! Was denkt sich der Bürger allgemein, vom Jugendlichen bis zum Rentner? Ich gehe es zuerst einmal positiv an, denn das sollen wir doch, oder? Jedenfalls nach dem Willen der Geldhüter unseres Landes.

Bargeld, vor allem als Kleingeld, ist schwer, macht Probleme bei der Zahlung, weil keiner an der Kasse stehen will, bis die Füchse (rotes Kleingeld) abgezählt sind. Stimmt! Die Cent-Beträge bei Preisen sind oft nur Psychologie und ergeben keinen größeren Sinn, als das wir uns beim Kaufen selbst übers Ohr hauen können. Stimmt auch! Größere Summen an Bargeld sind unsicher, verführen zu Überfällen, sind ein unkompliziertes Zahlungssystem bei allen kriminellen Machenschaften, ob Schwarzarbeit oder Mafia. Jepp, lässt sich nicht abstreiten! Die Begrenzung der Bargeldflüsse oder sogar die Abschaffung von Bargeld bringt uns Steuermilliarden ein, weil niemand mehr Steuern hinterziehen kann. Hä? Wieso das denn? Und wie funktioniert das?

Jetzt kommt der Knaller an der Idee, oder? Autos werden bar bezahlt, Schmuck ebenfalls (da lässt sich prima Schwarzgeld waschen), Auktionen sind ebenfalls ein Bargeldgeschäft, also betrifft es den „Normalbürger“ eher nicht. Falsch! Kein Land ist so von Bargeld geprägt wie Deutschland. Wir vertrauen lieber dem, was wir in der Hand haben, als jenem, was nur in elektronischer Form existiert. Da sind andere Länder, z.B. Dänemark viel weiter, denn dort wird fast alles mit Karte bezahlt, und tatsächliches Geld spielt fast keine Rolle mehr. Wer profitiert denn davon, wenn es keine Pflicht mehr gibt, Bargeld zur Verfügung zu stellen?

Ganz klar zielt die langfristige Abschaffung von Bargeld auf die Austrocknung der Steuerhinterziehung ab, und auch da ist Deutschland sehr weit oben bei den Sündern. Also halte ich an jeder Einkaufskasse nur noch meine Karten hin, ob mit oder ohne Rabattfunktion, egal ob Handwerkerbedarf, Friseur, Nagelstudio, Restaurant, Bäckerei, Blumenladen oder auf dem Wochenmarkt. Natürlich müssten sich einige Branchen total umstellen, um überhaupt bargeldlos handeln zu können. Daran verdienen dann wieder andere Hersteller, die diese Geräte entwickeln und verkaufen und die mit Sicherheit zu den Weltmarktführern gehören wie Siemens oder andere.

Wer bleibt denn dann auf der Strecke? Nun, außer den Geldtransportunternehmen, die komplett arbeitslos wären, freuen sich alle Banken, denn sie werden ihre Kosten um ein vielfaches senken, ohne ihre Einnahmen zu schmälern. Gekniffen sind alle, die nie ein Kartensystem wollten oder gebraucht haben, wie die Marktfrau, Flohmärkte und alle, deren Verdienst aus Trinkgeld besteht. Sicher ist es schwerer, Steuern zu hinterziehen, wenn Bargeld eingeschränkt oder abgeschafft wird, vor allem für die kleinen in den Branchen. Pech, werden Sie jetzt vielleicht sagen, immerhin zahlt jeder Arbeitnehmer brav seine Steuern! Stimmt.

Jedenfalls so halb, denn auch der normale Arbeitnehmer profitiert von den Ausweichmöglichkeiten bei Barzahlung, vor allem wenn es um Rabatte geht. Trotzdem bekommen wir Milliarden Euros in das Steuersäckel durch die Austrocknung der großen Steuersünder oder der Mafia (die Übergänge sind da fließend, wenn man den Gesetzestext auf den Begriff Mafia anwendet). Irrtum! Die großen Steuerhinterzieher, die ja so nett als „Steuervermeider“ beschrieben werden, allen voran IKEA, die diese (noch legale) Methode quasi erfunden und noch nie Steuern in Deutschland gezahlt haben, tätigen ihre Geldströme schon längst elektronisch, so wie jeder Arbeitnehmer sein Gehalt auf das Bankkonto überwiesen bekommt, nur geht deren Überweisung in Steueroasen und Steuerparadiese dieser Welt. Das heißt, dass wir nicht nur von der Bargeldbegrenzung oder Abschaffung nicht wirklich profitieren, wir werden zudem komplett gläsern, weil jede kleine Transaktion von Datensammlern erfasst und unser Profil als Konsument damit noch berechenbarer wird.

Rückseite 1000 Reichsmark

Fazit: Wer das alles nicht möchte, und ich weiß, jetzt werden wieder einige sagen, „ich habe ja nichts zu verbergen“ (haben Sie im Schlafzimmer vielleicht auch nicht, aber Kameras wollen Sie doch trotzdem nicht, oder doch?), kann nur gegen die Einschränkung unseres Bargeldes sein, denn es ist elementarer Bestandteil des kleinen Wirtschaftskreislaufes in Deutschland, der ohne Bargeld gar nicht existieren würde.

Ihr Arno von Rosen, der jetzt erstmal sein Bares zählen wird (falls die Frau nicht wieder das Kleingeld geplündert hat) und der mit dem Zitat von Goethe schließt..

„Nach Golde drängt, am Golde hängt doch alles.“

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8 Antworten zu Bargeld: Deutsche Obergrenze ein fatales Signal?

  1. Lukas W. schreibt:

    Argumentativ lässt sich viel mehr zu dem Thema Bargeld-Abschaffung sagen:
    Bereits in der Schweiz werden zum Teil negative Zinsen auf das Konto-Guthaben gegeben. Bei einer Bargeldabschaffung bleibt dem Bürger keine andere Wahl, als diese zu akzeptieren.
    Des Weiteren wurden die letzten Jahre Banken in Italien, Griechenland und Zypern nicht vom Staat, sondern von den Guthaben der Bürger gerettet!
    Hierbei empfehle ich:
    – Dirk Müller mit Cashkurs.com
    – Ernst Wolff mit einem Artikel bei Kenfm

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  2. Cyber schreibt:

    Das Krasse alles an diesem Vorhaben, es ist dem Staat bis heute NICHT gelungen, sein Haushalt stabil zu halten. Diese Abschaffung wird auch nix bringen, da es ja im Umkehrschluss heißen müsste, das dieses fehlende Steuergeld der größte Anteil von allen Einnahmen wäre…und es zur Sanierung fehlen würde. Ist aber nicht der Fall. Die Idee mit dem Chip unter der Haut ist auch ganz krass. Man stelle sich Verstümmelungen vor, nur um an Chips anderer Leute zu kommen, um zu bezahlen. Man wünschte sich wirklich mal einen sonnengemachten EMP-Schlag !

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  3. Hotner schreibt:

    Es geht doch nur um Eines: Falls mal wieder Crash im Bankensektor ist (sehr, sehr, sehr wahrscheinlich angesichts der Billionen-Blase der Finanzcasinos), dann will man an alle Geldbestände der Bürger ran. Die werden dann einfach auf „0“ gesetzt, garniert mit Propaganda à la „es gibt keine Alternative“ und fertig. Das ist das eigentliche Ziel, die genannten Gründe der EZB reine Tarnung. Daher ist es schon jetzt problematisch, große Beträge auf der Bank zu lassen. Was meint Ihr wohl, warum unsere betuchteren Mitbürger so scharf auf Grundbesitz, Gold etc. sind?

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  4. Jim Pansen schreibt:

    Bargeld abschaffen, ist zunächst asozial, alte Leute, die Hilfe brauchen, geben ihren Nachbarn 10 oder 20 Euro, weil die so nett sind, beim Einkauf etwas mitzubringen. Würden Sie Ihrem Nachbarn Karte und Pin mitgeben? Wie sollen Großeltern ihren Enkeln ein paar Euros zustecken? Freunden ein bisschen Geld leihen, kurz vor Monatsende, wie soll das denn dann laufen? Kein Bargeld mehr, dann nehmem wir halt Dollar für krumme Geschäfte oder Schwarzarbeit. Der Dollar wird seinen Weg schon finden. Um eine bessere friedvollere Welt geht es ganz bestimmt nicht, alles ist auf Krieg gebürstet.

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    • Arno von Rosen schreibt:

      Da ist ja das Problem Jim, all deine genannten Aktionen sollen ja digital registriert werden, um uns und unser Konsumverhalten kontrollieren zu können. Ich lüge schon an der Kasse, wenn ich gefragt werde, unter welcher Postleitzahl ich wohne, denn das ist schon der erste Schritt, mich lenken zu wollen – will ICH aber nicht 😉

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