Syrien-Krieg: Türkische Provokationen gefährden Waffenruhe


flickr.com/ osipovva/ (CC BY 2.0)

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Glaubwürdigkeit des US-Westens in Zweifel zu ziehen

Die Lage bleibt instabil und letztlich unübersichtlich, so wie bereits seit Jahren im Syrien-Krieg, wobei die Bezeichnung Konflikt oder Bürgerkrieg der Sache keineswegs gerecht wird, angesichts der Tatsache, daß etliche Fronten, Terrorgruppen im Lande ihr Unwesen treiben, sich unterschiedliche Allianzen bildeten, der US-Westen einen wesentlichen Anteil daran hat.

Inzwischen bewies die Türkei unter ihrem Despoten Erdoğan, daß sie nicht nur auf Linie der US-Amerikaner Assad vernichten will, obendrein die Situation für eigene Zwecke ausnutzt, die Kurden heftig bekämpft. Gleichzeitig kann sich der „türkische Pascha“ nicht davon freisprechen, als Brandstifter zum dritten Weltkrieg zu gelten. Muß man die Glaubwürdigkeit des US-Westens in Zweifel ziehen trotz gemeinsamer Gestaltung an ausgehandelter Waffenruhe.

Politisches Theater in Washington

Das politische Drama setzt sich unverblümt fort. Während man sich um den Eindruck diplomatischer Verhandlungen bemüht, die Außenminister Steinmeier und Kerry „greifbare Ergebnisse“ sehen wollen, die von Russland und den USA ausgehandelte Waffenruhe weitestgehend in Syrien eingehalten wird, mit leisen Unterton man Assad unterstellt, er würde Hilfslieferungen nicht schnell genug passieren lassen, verbleibt in Wirklichkeit eine berechtigte Skepsis. Seit wann gibt der US-Westen beim Ressourcen-Beutezug klein bei?

Aus russischer Sicht könnte der Syrien-Krieg viel schneller ein Ende finden. Dies kann natürlich nur unter Berücksichtigung ernsthafter Verhandlungen fruchten, vor allem wenn alle Kriegsparteien an einem Tisch zusammenkommen. Der russische Vize-Außenminister, Sergej Rjabkow, könne sich einen Weg zu einer föderativen Republik Syriens auf Wunsch seiner Bürger vorstellen, würde einem anderen Modell ebenso zustimmen. Einzige Bedingung: keine Einmischung von außen.

Türkisches Panzeraufgebot an Syriens Grenze

Die Provokation setzt sich fort, da der Ausbau von Armeepositionen im grenznahen Raum mittels türkischer Panzertechnik zunimmt. In sofern kann von wirklicher Entspannung kaum die Rede sein. Ganz im Gegenteil steht das Verhalten Erdoğans im Widerspruch zu den Friedensverhandlungen, der vereinbarten Feuerpause. In etwa die Ruhe vor dem Sturm, den Krieg in Syrien gen Assad erst recht danach wieder aufflammen zu lassen?

Solange kein tiefgreifend sichtbarer Friedenswillen besonders beim US-Westen sichtbar, muß schlimmeres befürchtet werden, nutzt die kurzfristig ausgehandelte Waffenruhe nicht wirklich, möge vielleicht hart Betroffenen dringende Hilfsgüter gönnen. Doch was folgt danach? Viel eher erneut heftig kriegerische Auseinandersetzungen.

Lotar Martin Kamm

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