Peru: Ölunfälle bedrohen indigene Völker


flickr.com/ Tirando Lente/ (CC BY-NC 2.0)

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PetroPerú wird nicht zur Verantwortung gezogen

Den indigenen Völkern geht es weltweit seit Jahrtausenden an den Kragen, etliche wurden nicht nur einfach verdrängt, sondern gleichwohl verfolgt und ermordet. Während inzwischen wenigstens eine auf dem Papier stehende moralische Verpflichtung etliche Staaten davon abhalten soll, diesen grausamen Kurs fortzusetzen, drücken verantwortliche Politiker oftmals einfach beide Augen zu und lassen besonders Großkonzerne gewähren, so daß die indigenen Völker weiterhin betroffen sind.

In Peru ereigneten sich zwei Ölunfälle, die der peruanische Erdölkonzern PetroPerú zu verantworten hat. Trotz der dramatischen Ölverschmutzungen, die im Amazonasgebiet des Landes dort ansäßige indigene Völker bedrohen, wie Survival International berichtete, wird der Konzern nicht zur Verantwortung gezogen.

AIDESEP verurteilt Untätigkeit der Regierung Perus

Die über drei Mal größere Republik Peru im Vergleich zur BRD hat ohnehin unter etlichen Umwelt- und Sozialskandalen zu leiden, unter Staatspräsident Ollanta Humala, der im Juli 2011 sein Amt antrat, wechselten wegen verschiedener Affären bereits die Premierminister, der siebte, der ehemalige Verteidigungsminister Pedro Cateriano, trägt seit April des letzten Jahres die Regierungsverantwortung.

Die Asociación Interétnica de Desarrollo de la Selva Peruana (AIDESEP) wirft der Regierung Perus völlig zurecht Untätigkeit vor, hat nunmehr die Weltöffentlichkeit aufgerufen, sich einzumischen, anzumahnen. Schließlich versäumte PetroPerú es, seine Pipelines zu warten, so daß die Ölunfälle keineswegs zufällig geschahen. Aber die Schäden belasten die Umwelt und vor allem die betroffenen indigenen Völker. Schlimm genug, daß bereits im großen Nachbarland Brasilien die Kawahiva vorm Aussterben bedroht sind, muß sich die Weltpolitik schon den Vorwurf gefallen lassen, nicht genügend zu intervenieren.

Profit kontra Lebensgrundlagen indigener Völker

Was dort in Peru jüngst geschieht, spielt sich letztlich weltweit so ab. Es zählen eben nicht die Belange indigener Völker, sie zu respektieren und vor allem zu schützen. Ganz im Gegenteil. Sowohl die verantworlichen Regierungen der jeweiligen Länder als auch dort sich eingefundene Konzerne wie Ölgesellschaften, Bergbauunternehmen oder die Holzindustrie arbeiten Hand in Hand, um möglichst hohe Profite sich selbst einzuverleiben. Dabei nehmen sie die Verdrängung betroffener indigener Völker in Kauf.

Solange die Weltpolitik dem nicht entschieden Einhalt gebietet, und zwar endlich mit Nachdruck und äußerster Konsequenz, werden jene Verbrechen nonchalant fortgesetzt, schaut die Öffentlichkeit zwar entsetzt zu, was den Betroffenen selbst gar nicht weiter hilft.

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Peru: Ölunfälle bedrohen indigene Völker

  1. schlingsite schreibt:

    Allerorten wird gnadenloser Raubbau betrieben und auch hier sind die Sorben durch den Braunkohletagebau bedroht.

    Gefällt mir

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