Vetternwirtschaft ein weltumspannender Auswuchs


flickr.com/ dielinkebw/ (CC BY-ND 2.0)

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Mafiose Strukturen verhindern eine Änderung

Nepotismus soweit das Auge reicht. Oder doch weitaus weiter? Nicht nur in der unmittelbaren Umgebung, sondern weltumspannend? Wahrscheinlich schon, bedenkt man die Strukturen der einzelnen Verantwortungskreise. Nepotismus, Vetternwirtschaft, Verteilung von Posten unter Familienangehörigen, ein altes Konzept, die Verantwortung, Leitung eines Unternehmens innerhalb einer verwandtschaftlichen Beziehung zu belassen. Dabei ist diese Weitergabe keineswegs nur in königlichen, regierenden Kreisen üblich gewesen, sondern wurde ebenso in den landwirtschaftlichen, handwerklichen Betrieben gehandhabt.

Nicht nur wurde, es wird weiterhin. Dem ursprünglichen Grundgedanken nach setzen wir voraus, daß dem so war, bedeutete das Überlassen des Betriebes, Regierung einem nahen Verwandten, daß die Grundlagen, das Verständnis, die Kenntnis, das Wissen zur Führung und Gewährleistung des Fortbestandes gesichert war. Sicher nicht die schlechteste Idee, denn wer hatte ansonsten die Gelegenheit, von der Pike auf alles zu erlernen?

Was läuft aber dabei schief, wenn die Vetternwirtschaft nicht nur so lapidar dahergesagt, als Günstlingswirtschaft, Gemauschel oder deftiger ausgedrückt als Schiebergeschäft, Betrug gekennzeichnet ist? Die prägnanteste Beurteilung ergibt sich aus der Tatsache, nicht jedes Mitglied einer Familie hat und bringt die Voraussetzungen mit, die zur Weiterführung des bestehenden Betriebes (Beispiel für alle anderen Ressorts) von Bedeutung sind. Deshalb sind viele Positionen falsch besetzt. Selbst wenn in Ausnahmefällen, außerhalb der verwandtschaftlichen Verhältnisse, Kandidaten den Betrieb übernehmen, so sind diese oft nur sogenannte Günstlinge. Personen, die eventuell das „Geschäft“ beherrschen, aber auf Grund von Abhängigkeit, Entscheidungen im Sinne der Besitzer tätigen, also nicht aus sich selbst heraus Verantwortungsträger sind.

So leidet die Gesellschaft (von Anbeginn aller Zeiten?) bis heute an den Schattenseiten einer Günstlings- und Vetternwirtschaft. Diese Erkenntnis ist nicht neu und weltbewegend. Weltbewegend aber ist, daß Nepotismus, Vetternwirtschaft immer wieder angeprangert wurde und wird, aber im gleichen Atemzug Mensch sich genau diese Stellung für sich selbst herbeisehnt. Ein Leben in Wohlgefallen für sich, alle Nachkommen und alle diejenigen, die vermeintlich die gleiche Sprache sprechen. Ein schier endloser Kreislauf. Wer vermag, dies zu verändern?

Persönlichkeiten und eine Gesellschaft, die das Bewußtsein besitzen und danach leben, daß nicht die Macht des äußerlichen Reichtums zum Fortbestand der Menschen beiträgt. Solange aber die „Besitzenden“ und „Besitzlosen“ Ruhm und Ehre, Reichtum und Macht behalten wollen und anstreben, wird sich an der Günstlingswirtschaft, „Bananenrepublik“, mafiosen Strukturen und schlußendlich an der Gesamtsituation „menschlichen Lebens auf dieser Erde“ nichts ändern.

Doris Mock-Kamm

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