ESC-Vorentscheid: Jamie-Lee Kriewitz singt in Stockholm


 flickr.com/ Nancy Dunne/ (CC BY-NC-ND 2.0)


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Alex Diehl und Avantasia unterliegen der 17-jährigen Schülerin

Zum 61. Eurovision Song Contest traten gestern in Köln die verbliebenen drei Kandidaten die zweite und letzte Runde des Vorentscheids unter dem Motto „Unser Lied für Stockholm“ an, nachdem diese in der ersten Runde sich gegen sieben andere Teilnehmer durchsetzen konnten. Jamie-Lee Kriewitz gewann schließlich mit 44,5%, Alex Diehl folgte mit 33,9% der Stimmen, während Avantasia mit 22,6% Dritter wurde.

Diejenigen, die ohnehin den ESC als eine rein kommerzielle Veranstaltung verunglimpfen wollen, mögen einfach nicht mehr weiterlesen, selbst wenn in großen Teilen diese Feststellung gar stimmen mag. Doch wer möchte ernsthaft Kunst Vorschriften machen, wie sie sich zu präsentieren hat in einer Welt des Glamours, in der sich vieles ums Business dreht? Die Zeit der brotlosen Künste findet neben solchen Showacts weiterhin statt, gönnen wir manchen einfach ihre Möglichkeiten und Podien.

Nach Xavier Naidoos ESC-Eklat zurück zur Normalität?

Hieß es noch im letzten Jahr im November „Unser Song für Xavier“, bei dessen Vorentscheidung Komponisten sowie Produzenten sechs Song-Vorschläge unterbreiten hätten dürfen, von denen eine Jury, bei der Xavier Naidoo ebenso mit vertreten sein sollte, sich für einen entscheiden würde, platzte das Konzept, nahm der NDR Xavier Naidoos Nominierung zurück.

Zu Beginn des Jahres folgte die Ankündigung zum Prozedere der beiden Runden, obwohl nach dem deutschen ESC-Eklat von einer Normalität wohl kaum die Rede sein kann. Aber in Zeiten des schnellebigen Musik-Business geraten solche Ereignisse eher in den Hintergrund. Ironie und zugleich Wink des Schicksals: Jamie-Lee Kriewitz gewann im letzten Jahr in der fünften Staffel „The Voice of Germany“, die Xavier Naidoo selbst als Juror in den Jahren 2011 und 2012 mitgestaltete.

Unpolitisches obsiegt beim Vorentscheid

Denn mit Alex Diehls Beitrag „Nur ein Lied“, welches sich schließlich mit dem Terroranschlägen von Paris auseinandersetzt, gar eine herrliche Begleitung des Münchner Rundfunkorchesters ihm eine wunderbare Tiefe gab, wäre ja das Publikum auch in Stockholm dem Thema ausgesetzt worden. Dies war wohl mit ein Grund, wieso gestern die Zuschauer und Hörer sich für Jamie-Lee Kriewitz „Ghost“ entschieden, mit dem sie schon in der Casting-Show gewinnen konnte.

Die Drittplatzierten, die Power-Metal-Band Avantasia mit dem Song „Mysterie of a Blood Red Rose“, den ihr Bassist und Sänger Tobias Summet vorneweg vertrat, konnte ebenso nicht beim Publikum landen. Somit kann die Band sich jetzt auf ihre „Ghostlights World Tour“ besser konzentrieren, die zwischen März und Juli diesjährig stattfinden soll.

Wir dürfen gespannt sein, für wen die Europäer in diesem Jahr entscheiden werden, ob zum dritten Mal Deutschland als Sieger hervorgeht wie schon zuvor 1982 Nicole und 2010 Lena Meyer-Landrut.

Lotar Martin Kamm

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