Genussvoll Gewinne einfahren


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Zwischen Kundenfang und entspannt genießen zu können

Haben Sie heute Morgen ein ausgiebiges Frühstück genießen können, weil Sie zeitig aufgestanden und deshalb ohne Streß in den Tag starten konnten? Oder hatten Sie am Wochenende den Genuß, mit Familie und Freunden Stunden miteinander zu gestalten? Vielleicht hatten Sie Zeit, Ihrem Hobby zu frönen oder genossen einfach die Stille? Was immer Sie genießen, um sich wohl zu fühlen, Sie sollten dabei stets das Bewußtsein haben, daß Genießen in Wirklichkeit ein Ergreifen, Fangen darstellt.

Sie brauchen, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, keinen dicken Wälzer über Psychologie durchwühlen, es reicht, den Duden aufzuschlagen unter dem Begriff genießen: mittelhochdeutsch (ge)nieʒ(ʒ)en, althochdeutsch (gi)nioʒan= innehaben, gebrauchen, ursprünglich = ergreifen, fangen.

Wie kann es möglich sein, daß ein guttuendes, Wohligkeit ausstrahlendes, Ruhe und Frieden bereitendes Gefühl etwas mit ergreifen, fangen gleichgesetzt werden kann? Wer nur ab und an sich ein Stück Schokolade, sein Feierabendbier gönnt, der mag vielleicht nicht den Zusammenhang verstehen. Aber diejenigen, die sich eingestehen können, einer Sucht verfallen oder gewesen zu sein, diese Menschen wissen sehr wohl, daß sie ergriffen und gefangen wurden von dem Genuß. Und das ein Befreien teils nur mit größter Anstrengung möglich war und ist. Denn eine Sucht ist ein ständiges auf den Weg machen, nach einem guten Gefühl, nach Vergessen schrecklicher Eindrücke. Es ist wie ein Gefangensein im Vergnügungspark scheinbarer Glücksseligkeiten.

Laut der Wortherkunft ist das Wort genut im 15. und 16. Jahrhundert im Zusammenhang mit Kapitalgewinn in Sprachgebrauch aufzufinden. (genut von einem geliehenen gute, gewinn, nutznieszung eines capitals, also aus dem geschäftsleben, die wolle als genut von den schafen) DWB Trier

Beachten wir das Verhalten einiger Firmen in Bezug auf Kundengewinnung, so können wir hier ohne weiteres erkennen, daß durch Zugabe von Prozenten (die übrigens einkalkuliert sind) oder anderer vermeintlichen Vergünstigungen Kundenfang betrieben wird. Und wir haben dann das Gefühl, in den Genuß einer preiswerten Ware gekommen zu sein. Kurzum: Mit Speck fängt man Mäuse.

Und wissen Sie was? Es schadet nicht ausdrücklich, sich dem Genuß zeitweilig hinzugeben. Die Sonnenstrahlen, die durchs Fenster das Zimmer durchfluten, regen zu einer ausführlichen Pause mit einer guten Tasse Kaffee an. Wer läßt sich da nicht gern von dem bevorstehenden Genuß ergreifen und gefangennehmen?

Doris Mock-Kamm

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Eine Antwort zu Genussvoll Gewinne einfahren

  1. Arno von Rosen schreibt:

    Bei den letztgenannten Genüssen bin ich voll bei dir, allerding ist der so oft angestrebte Schlendrian kein Freund von mir, denn sofort in den ersten 5 Minuten Genußritual fällt mir irgendetwas ein, das ich gerne machen möchte. So zieht sich jeder Tag hin, bis die Müdigkeit den Genuss des Bettes bringt 😉

    Gefällt 3 Personen

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