Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 3)


 

pixabay.com

pixabay.com

Ein Drama mit offenem Ende

Ein etwas aufwendiger Umbau, was Q veranlaßt, dem Publikum Informationen zum Verlauf des Dramas zukommen zu lassen, etwas kommentiert.

Q: Zuletzt sahen Sie, verehrtes Publikum, einen Teil der Talkshow „Knüppelhart und unfair“, wobei bestimmt der ein oder andere unter Ihnen sich die Frage stellte, wieso ein solcher Titel für eine Talkshow, zumal ziemlich negativ besetzt. Ja, was meinen Sie denn, was dort draußen in Ihrer näheren Umgebung, weltweit geschieht? Na? Ja, Sie, schauen Sie nicht so pikiert! Legen Sie die rosarote Brille der sogenannten Mainstream-Medien endlich mal nicht nur kurzfristig ab, sondern begeben sich an die Brennpunkte, suchen mal eine PEGIDA-Demo auf. Ja, ja, ich weiß, einen Abendspaziergang. Werfen Sie keinen Blick als Zuschauer in den Deutschen Bundestag, ist eh alles Theater. Begeben Sie sich mal eher in eine Szenekneipe der Hells Angels oder schauen mal am Bahnhof Zoo in der Hauptstadt vorbei, des nachts um Zwei, da werden Ihnen die Ogen jeöffnet, um es mal uf Bärlinerisch zu sagen. So, nun weiter im Stück.

Der Vorhang öffnet sich. Jürgen sitzt in einem Café, neben ihm zwei Flüchtlinge.

Flüchtling I: Woher mein gutes Deutsch, wollen Sie wissen, werter Herr? Ganz einfach, einer meiner Vorfahren war gar tatsächlich Deutscher, die Menschen kamen schon rum in der Weltgeschichte. Dadurch achteten manche in meiner Familie darauf, daß Deutsch in Kursen gelernt wurde. Ich hatte das Glück, mein Vater bezahlte meine Deutschstunden über die Jahre.

Jürgen: Vorzüglich, nahezu vorbildhaft, ich gratuliere Ihnen, dann haben Sie bestimmt höhere Chancen. Und Sie?

Dabei schaut Jürgen, der Spießbürger, Flüchtling III äußerst abfällig an, schließlich zeugt dessen Kleidung nicht gerade von Reichtum, sie ist ziemlich alt und verschlissen, müffelt entsprechend.

Flüchtling III: Ich sprechen wenig Deutsch, viel lernen muß. Aber Kollege hier mir helfen, soweit möglich. Meine Heimat ist in Libyen. Seit Gaddafis Tod ich bin auf das Flucht, weil al-Qaida mich haßt, ein Neffe von mir Gärtner war bei Gaddafi.

Jürgen: Tut mir Leid, aber Gaddafi war doch ein Diktator, den unsere Jungs mithilfe den Amis bekriegt und schließlich gezielt haben umbringen lassen. War doch gut so, oder?

Flüchtling III läuft vor Zorn rot an, Flüchtling I kann ihn gerade noch zurückhalten.

Flüchtling I: Haben Sie Verständnis, nichts ist so, wie es scheint. Unter Gaddafi ging es den Menschen in Libyen sehr gut, sie hatten Arbeit, keiner mußte hungern, die Bildung war sogar besser als in Südafrika, weil dort nur die Weißen gewisse Privilegien hatten, Rassismus herrschte nicht im Ansatz im nördlichen Wüstenstaat. Nur weil der zuvor umschwärmte Gaddafi, vor allem seitens der Franzosen, sich vom US-Dollar lösen wollte, das schmutzige Spiel gewisser Konzerne nicht mehr mitspielen wollte, beseitigte die CIA ihn. Und nun? Ganz einfach, per gekauften Medien wird den Menschen im US-Westen erneut das Märchen vom bösen Diktator verkauft.

Jürgen: Ich will das nicht ganz wahrhaben, obwohl der Erich neulich, ein alter Kumpel von mir, ganz ähnliches erzählte. Er geht manchmal ins Internet, hat da so seine Kontakte.

Flüchtling III rammt Jürgen mehr spielerisch den Ellenbogen in dessen Seite, was der Deutsche völlig mißversteht, ihm eine scheuern will. Zu dumm, er erwischt die vorbeilaufende Kellnerin. Deren Tablett mit zwei vollen Kaffeetassen fällt laut scheppernd zu Boden.

Kellnerin: Passen Sie doch auf, Sie! Was fällt Ihnen ein!

Jürgen: Oh, verzeihen Sie vielmals, der Schlag galt nicht Ihnen.

Kellnerin: Na, das will ich doch hoffen. Zudem wird in unserem Café nicht geschlagen. Bezahlen Sie und verlassen uns augenblicklich.

Jürgen zahlt und geht mit gesenktem Haupt. Die beiden Flüchtlinge folgen ihm wenig später.

Der Vorhang schließt, kurzer Umbau zur sechsten Szene.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Menschen haben nichts mehr zu verlieren – Teile 1 und 2

Dieser Beitrag wurde unter Theaterstücke abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.