Aus dem Traum gerissen wach den Tag beginnen


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Besser frisch und munter, statt den Wecker zu verfluchen

Sind es wirklich nur die leidlichen Montage, die uns unter immensen Anstrengungen morgens aus dem Bett kriechen lassen? Oder ist das eine Täuschung? Ist es nicht generell schwer, nach des Weckers Willen aus dem Traum gerissen zu werden, seinem Zeitgefühl zu gehorchen, obwohl wir ihm abends zuvor eine Weckzeit vorgegeben haben? Wären wir morgens, egal an welchem Tag wir aufstehen, nicht wacher, wenn wir uns mit Gelassenheit auf unser Körpergefühl verlassen würden und demzufolge den Schlaf unterbrechen,  wir körperlich und geistig wach sind?

In unserer modernen Arbeitswelt kaum vorstellbar. Schon Kleinkinder werden morgens früh aus den Federn gerissen, weil Mama und Papa zur Arbeit fahren müssen. Manchmal haben die Kleinen nicht mal eine Mahlzeit zu sich genommen, weil die Zeit zu eng, die Eltern verschlafen, wenn sie in der Krippe oder im Kindergarten eintreffen. Vielleicht sind sie an diesen Tagen nicht mit einem liebevollen „Guten Morgen!“ geweckt worden, keine Zeit, noch ein bißchen mit den Eltern zu kuscheln, sich auszustrecken und mit den Eltern etwas müde, schwerfällig, verpennt halt den Tag beginnen.

An solchen Tagen können wir nicht richtig wach sein, wir verträumen dann die ersten Stunden in heruntergefahrenem Streß, sind bei vielen Dingen nicht ganz auf der Hut, verzetteln uns leichter, können aus nichtigen Gründen aber auch komplett aus der Haut fahren. Wachsein ist Konzentration, Wachsein bedeutet, Gefahren frühzeitig zu erkennen, nicht nur mit wachen Augen, sondern mit allen Sinnen, Wachsein eine überlebenswichtige Komponente. Mit verschlafenem Verstand, Gefühlen, Reaktionen handeln wir oft wie in vernebelter Zeitlupe.

Nachtwächter, Wachen, Wachtürme, Wachfeuer, Wachposten, Wachhund sind alles Begriffe, die die Wache übernehmen, wenn wir dazu nicht in der Lage sind. Heute sind es automatische Sirenen an Häusern oder in Autos, Überwachungskameras und vieles mehr, die uns vermeintlich die Arbeit des Aufpassens, der Wachsamkeit bieten. Doch gänzlich läßt sich die eigene Wachsamkeit nicht auf Maschinen oder andere Menschen übertragen. Wir sind in erster Linie selbst dafür verantwortlich, wach, aufmerksam durch unser Leben zu gehen. Das erstreckt sich nicht nur auf körperliche Unversehrtheit, sondern auch auf geistige, seelische Wachheit.

Wachen vom althochdeutschen wachēn kommt von wecchen und bedeutet: frisch, munter sein. Der Wecker heißt nicht umsonst Wecker, er soll dafür sorgen, daß wir frisch und munter den Tag beginnen. Natürlich ist es allemal besser, einen Wecker oder Weckerin zur Seite zu haben, die mit einem freundlichen: Es ist Zeit aufzustehen! mit uns gemeinsam den Tag beginnen. Auch wenn es bisweilen nicht immer der richtige Zeitpunkt war, an dem die Kinder morgens entweder auf leisen Sohlen oder mit Höllenlärm das Elternschlafzimmer eroberten, sind dies doch im Nachhinein die Tage gewesen, an denen wir aufgeweckt in den Tag starteten.

Wenn wir wachsam, konzentriert und aufgeweckt, neugierig unsere Tage gestalten, haben wir die besten Chancen, abends relaxt den Schlaf zu begrüßen.

Doris Mock-Kamm

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