Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 2)


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Ein Drama mit offenem Ende

Mit steinernem Gesicht steht Angie, die Kanzleuse, am Rednerpult, ihr Blick schweift durch die Reihen ihrer Partei.

Angie: Danke für Ihre Zustimmung, meine Damen und Herren, verehrte Parteifreunde. Und an die Adresse der AfD sei gesagt. Schreiben Sie sich das hinter die Ohren, mit mir geht das nicht. Wir schaffen das, d.h. die Menschen da draußen im Lande und die vielen netten Flüchtlinge. Ihre Panikmache ob irgendwelcher Gewalttäter hilft niemandem. Geben Sie doch einfach zu, daß Sie nur auf Stimmenfang aus sind, statt handfeste Politik mitzugestalten.

Der Bundestagspräsident fällt ihr räuspernd ins Wort.

Bundestagspräsident: Gestatten Sie eine Zwischenfrage von der Vorsitzenden der AfD, Frau Frauke Petry, vereehrte Bundeskanzlerin Merkel?

Angie: Nur zu, es sei Ihnen erlaubt, Frau Petry.

Petry: Sicherlich haben auch Sie, Frau Merkel, von den neulichen Krawallen im Stadtteil Äußere Neustadt Dresdens gehört, bei denen 14 Menschen ums Leben kamen, überwiegend die eigenen Landsleute, also Deutsche, zwei Libyer waren unter den Opfern, wovon einer der Anführer gewesen war, der zuvor 8 Menschen eiskalt vor den Augen der aufgebrachten Menge ermordet hatte. Die Polizei wurde nicht nur viel zu spät alarmiert, obendrein handelte sie äußerst zögerlich, eher zurückhaltend. Im Nachhinein stellte sich gar raus, daß Innenminister Markus Ilbig selbst die Order dazu gegeben hatte, Polizeipräsident Kroll sich anschließend gar entschuldigte. Lebendig hat das niemand mehr gemacht. Meinen Sie nicht auch, daß eine derartige Politik der Ignoranz angesichts solch brutaler Vorfälle seitens „sogenannter Flüchtlinge“ nicht gerade für Vertrauen sorgt zusammen mit einer verkehrt eingewiesenen Polizei? Darüber hinaus die Bürger beginnen, sich selbst zu verteidigen, Bürgerwehren aufbauen, was dem Grundrecht auf Unversehrtheit entspricht?

Für einige Momente herrscht absolutes Schweigen im Bundestag.

Angie: Das muß ich zugeben, daß mir die Hände gebunden. So etwas darf natürlich nicht geschehen.

Kaum verkündet, schallendes Gelächter seitens der Opposition, der Linken als auch der AfD, die Grünen halten sich mal wieder heuchlerisch zurück.

Angie: Bitte, bitte, unterlassen Sie solche Häme, das gehört sich einfach nicht! Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um in Zukunft solche Schandtaten zu verhindern, meine Damen und Herren.

Der Vorhang schließt kurz. Umbau zum dritten Bild. Redaktion einer bekannten Zeitung. Ein Volontär sitzt verunsichert an seinem PC, schaut betreten um sich.

Volontär: Doch, das lasse ich mal so als Überschrift.

Die Zeit kommt hinzu, stellvertretend für den Chefredakteur oder Geschäftsführer, Hauptsache verantwortlicher Mainstream-Medien-Akteur.

Die Zeit: Hm… „Petry fordert Frau Merkel in Bundestagsdebatte heraus“ . Aha, gut so, schön reißerisch im Kern, gefällt mir, weiter so, Bernd.

Volontär: Danke, ich versuche, euch gerecht zu werden.

Kaum verläßt sein Vorgesetzter den Raum, hämmert er laut vorlesend in die Tasten.

Volontär: Während die Debatte eher von kleinen Neckereien bestimmt war….ne, nicht gut. Besser so: Während die Bundestagsdebatte sich eher in Schönrederei verzettelt, stellt Frau Petry eine Zwischenfrage, in der sie die Kanzlerin kompromittiert, der Staat habe seine Aufgabe verfehlt, die Bürger vor Flüchtlingen zu schützen. Souverän kontert die Kanzlerin, solche Ereignisse würden keinesfalls vorkommen.

Etwas weiter hinten trifft ein Fax ein. Der Volontär entnimmt es dem Gerät und liest leise vor sich hinmurmelnd erstaunt ab.

Volontär: Gegen 13:30 Uhr wurde die Feuerwehr in Gießen benachrichtigt, zwei Schulen, eine Realschule und das nebenan stehende Gymnasium brennen lichterloh. Dort hatten sich cirka 678 Flüchtlinge aufgehalten. Die Stadt hatte ihnen die Räume zur Verfügung gestellt, alle Schüler mußten in den benachbarten Schulen irgendwie unterkommen. Nach ersten Erkenntnissen war keine Brandstiftung im Spiel, obwohl der Verdacht weiterhin nahe steht, zumal in zwei Schulen gleichzeitig wohl kein technischer Defekt ursächlich geschehen könne.

Hm, ach, und jetzt sollen wir mal wieder hinzudichten, wer für jenes Verbrechen verantwortlich, obwohl keiner etwas wirklich weiß? Am besten diese angeblichen Nazis?

Kaum ausgesprochen, schaut Bernd verunsichert sich um.

Der Vorhang schließt sich. Kurzer Umbau zur Szene Vier. Auf allerhöchster Ebene sitzen sich einige Politiker in der bekannten deutschen Talkrunde „Knüppelhart und unfair“ gegenüber.

Moderator: Den Fernsehzuschauern brauche ich ohnehin Sie nicht mehr vorzustellen, Ihre Bekanntheit steht außer Frage. Mögen Sie als französischer Nachbar und Freund Stellung beziehen zu den Problemen mit den Flüchtlingen in Ihrem Land selbst, zumal Frau Le Pen inzwischen äußerst sinnvolle Maßnahmen ergriffen hat, die Ihnen so gar nicht in den Sinn kamen?

Sackohrzieh: Jetzt wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen, n’est-ce pas? So sagt man doch in Ihrer Sprache? Natürlisch abe isch stets versucht, den ausländischen Mitbewohnern eine Möglischkeit der Integration anzubieten, nur wir wurden gerade von der deutschen Politik, der Bundeskanzlerin überrascht, die keinerlei wirklisches Konzept vorgelegt hatte. Sondern vielmehr alles durschwinkte, was auf der Flucht war!

Ein Raunen geht durchs Studiopublikum.

Beerde: Na na na, lieber Herr Sackohrzieh, dies entsprach aber auch den Vorgaben der EU, die immerhin entscheidend mitgewirkt hatte an den Zuständen der Situation, oder?

Moderator: Da gebe ich doch gleich mal das Wort weiter an die USA, sie müßten am ehesten wissen, inwieweit Ihre Kriegspolitik zu jenen Früchten beitrug, oder?

USA: Well, ich danke Ihnen. Selbstverständlich obliegen sämtliche Folgen unserer Doktrin…äh…maybe zu hart ausgedrückt, unserer Vorstellung von einem unabdingbaren Weltfrieden. Manchmal können nur die Waffen für den nötigen Respekt sorgen!

Die Teilnehmer in der Runde tauschen entsetzte Blicke aus, das Publikum im Saal murmelt vor sich hin.

Der Bär: Da muß ich mal entschieden intervenieren, im Namen der Russen, aber auch derjenigen europäischen Länder, die sich eben nicht haben in die EU einverleiben lassen, vielmehr darauf bestanden, ihre nationalen Interessen zu bewahren. Gut so. Hinzu kommt, werte USA, Sie wissen nur zu genau, daß weder die Russische Föderation noch die VR China als auch viele andere Staaten in der Welt dem Kurs des Dollars, Ihrem Land blindlings folgen wollen. Was heißt das im einzelnen? Ich sage es Ihnen: eine Abkehr vom Globalismus, eine Rückbesinnung zu den ureigenen Werten der Menschheit, die gerade darauf Rücksicht nehmen muß, sie nicht gänzlich zu zerstören.

Heftiger Applaus folgt, der Vorhang schließt sich.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 1)

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