Hass und Gewalt auf dem Vormarsch zur Meinungsdiktatur


flickr.com/ optikfluffel/ (CC BY 2.0)

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Wenn exklusiver Nationalismus den inklusiven verdrängt

Europa hat genügend Kriege erleben müssen, die gleichwohl weltweit Völker unterjochten, die politischen Strömungen in die weite Welt trugen. Eines der brutalsten Ereignisse stellt die Expansion Nord- und Südamerikas dar, weil dort Indianervölker regelrecht abgeschlachtet und viele gänzlich ausgerottet wurden.

Schlägt man Geschichtsbücher auf, stöbert in den Epochen, wird schnell deutlich, was da vor sich ging: ein ständiges Erobern unterschiedlicher Nationen, wer wohl die größte Macht erhalte, um die Menschen auszubeuten für seine Zwecke. Daraus folgernd mußte zwangsläufig ein besonders stark ausgeprägtes Nationalbewußtsein erwachsen, um das eigene Land gegen Eindringlinge zu verteidigen. Wie im Kleinen so im Großen. Familien dulden ebenso wenig, daß andere einzelne Familienmitglieder bedrängen oder ihnen Schaden zufügen, das Recht auf Selbstverteidigung greift verständlicherweise.

Doch was, wenn die Meinung des Einzelnen sich dem Nationalbewußtsein unterzuordnen hat, eine Meinungsdiktatur auf dem Vormarsch sich befindet, die einzig und allein die Werte und Ziele des Landes jedem vorschreibt? Wer sie hinterfragt oder gar anzweifelt, wird dann selektiert, an den Pranger gestellt, mundtot gemacht, verbannt oder schlicht umgebracht? Sind wir schon wieder soweit, daß Haß und Gewalt auf dem Vormarsch, die die Meinung niedermacht, sobald jene nicht gehorsamst sich einfügt in das Weltbild eines neu formierenden Nationalismus?

Was mit harmlosen Fahnenschwenken seinen Beginn haben mag, sich fortsetzt in verächtlicher Verunglimpfung bei ausbleibender Argumentation mit Phrasen, die abwertend Gutmenschentum hochhalten, um vor eigenen Verfehlungen abzulenken? Die derzeitige Politik dermaßen selbstgefälllig es versäumte, sich eben nicht gängeln zu lassen von Fremdbestimmung, denken wir an die immer noch aktuelle Besatzungsmacht der USA in Deutschland. Statt unabhängige Wege zu ersinnen, ließen die regierenden etablierten Parteien es einfach geschehen, durften Großkonzerne bevormundend sich ausweiten, sind jetzt auf allerbestem Wege, sich weltweit, so auch hierzulande, einzunisten, denken wir ans TTIP.

Doch wenn Nationalisten sich genau jener Themen widmen, die Bürger ködern wollen, in dem der inklusive Nationalismus hochgehalten wird, sollten tunlichst alle sehr wachsam hinschauen, daß nicht am Ende ein exklusiver Nationalismus erneut die Oberhand gewinnt. Dieser verdeutlichte nämlich mittels ethnischen Säuberungen im letzten Jahrhundert, wohin dessen Reise ging, siehe Hitler, Mussolini, Franco oder Tito. Wollen wir dies wirklich zulassen? Nein!

Drum kann und muß man gerade alle Kunstschaffenden aufrufen: Wehret den Anfängen. Erinnert Euch der Geschichte, sie darf sich nicht wiederholen. In diesem Kontext sei das Projekt von Sylvia Kling empfohlen: „Gegen das Vergessen“.

Lotar Martin Kamm

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4 Antworten zu Hass und Gewalt auf dem Vormarsch zur Meinungsdiktatur

  1. Leander schreibt:

    Diesen Artikel hätte ich geteilt, wenn nicht die USA hier „Besatzungsmacht“ genannt würden. Das sage ich als USA-Kritikerin, die in Sachen Konzerne, TTIP, NSA etc. durchaus deiner Meinung ist.
    Aber: die USA haben zusammen mit den anderen Alliierten Deutschland vom Nazitum befreit und DE „zur Demokratie gezwungen“. Das war eine sehr positive, faktisch unverzichtbare „Besatzungsmacht“.
    Sie heute hinzustellen als werde die deutsche Politik gewaltsam (!) gezwungen, nach USA-Pfeiffe zu tanzen, halte ich für geschichtsvergessen und kontraproduktiv.

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  2. Michael Hagenbeck schreibt:

    Es sind die letzten Zuckungen eines sterbenden Systems, die wir hier erleben. Denn je mehr ihr Ende naht, desto verzweifelter versuchen die Machthaber in Berlin das Volk in ihren Griff zu bekommen. Was allerdings nur bewirken wird, dass ihnen mehr und mehr Menschen durch die Finger schlüpfen. Immer mehr Menschen im Lande wachen auf und immer mehr friedlicher Widerstand formiert sich. Und je mehr Widerstand und Kritik es gibt, desto dünnhäutiger wird man in Berlin. Das sieht man ja schon an der Art und Weise, wie Heiko Maas fortlaufend Probleme hat, die ganzen Kritiker mit der altbewährten Nazikeule Mundtot zu machen. Es kümmert die Menschen eben nicht mehr so wie früher, als Nazis, Pack und Gesindel bezeichnet zu werden, dafür ist die Wut zu groß. Wut auf eine Regierung, die konsequent am Volk vorbeiregiert und es auch noch darüber belehren will, wie es doch zu sein hat. Wut auf eine Kanzlerin, die die Sicherheit, Sorgen und Stimme des eigenen Volkes ignoriert. Wut auf eine GroKo, die sich in der Hand von Lobbylisten befindet. Wut auf die „Volksvertreter“ in Berlin, die scheinbar nur nach der Stimme des hohen Meisters in Washington agieren. Nennen wir zum Beispiel nur die Farce um TTIP, Russlandsanktionen, Beteiligung an Kriegen und-so-weiter-und-so-fort. Die Liste der Gründe ist lang und sie wird jeden Tag länger.
    Meiner Ansicht nach ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Frau Merkel der Polizei und der Armee befehlen wird, auf das eigene Volk zu schießen, wahrscheinlich bei einer PEGIDA-Demo und nachdem es durch Provokateure der Geheimdienste zu Gewalt gekommen ist. Diese Taktik ist altbewährt und leider effektiv.

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  3. Zisq schreibt:

    Hallo liebe Querdenkende. Ich wollte nur mal loswerden, dass ihr sehr gute Arbeit leistet, und ich ersichtlich froh bin, dass es noch Menschen gibt, die nicht auf diesen gesteuerten Rechtsruck reinfallen und immer noch ethisch handeln bzw. schreiben.
    Wünsche euch auf eurem Weg alles Gute und bleibt dran, denn heutzutage ist es wirklich zu einer Rarität geworden, dass Alternative Medien ohne zu hetzen berichten.

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    • hraban57 schreibt:

      Hallo Zisq, klar doch, vielen lieben Dank für die Zustimmung. Ganz genau, wir achten sehr darauf, eben nicht zu hetzen. Umso schöner, wenn dies auch andere wie Du erkennen. Wir bleiben dran. 😉

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