Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 1)


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Ein Drama mit offenem Ende

Als Gott die Erde erschaffen hatte, lange nach den ersten Tagen, Jahren und Jahrtausenden, irgendwann erschienen die Menschen, um sie sich untertan zu machen. Zumindest redeten sie sich dies ein, manche waren sogar davon überzeugt, andere wiederum zweifelten sowieso am Leben selbst, sahen überall die Apokalypse. Doch bisherig setzte sie im letzten Moment jedes mal einfach aus.

Fluchend stand Homo sapiens am Meeresstrand oder in den Bergen, das dürfen Sie sich aussuchen, ganz wie es Ihnen gefällt und schrie frei heraus: Menschen haben nichts mehr zu verlieren, wann gehen sie auf allen Vieren? Und der Philosoph, der Seher, Dichter und Denker ward geboren, um endlich das stets hinterfragende Sein zu gestalten. Hat dies gefruchtet? Mal schauen.

Bevor der Vorhang sich leise öffnet, werfen wir doch einen Blick auf die Akteure des Bühnengeschehens:

Hauptpersonen

Beerde – das Firmenkonstrukt

Angie – die Kanzleuse

Sackohrzieh – der Zwerg

Die Zeit – Stellvertreterin der MSM

USA – Vereinigte Schlitzohren Amerikas

Der Bär – Wladimirowitsch

Die Elfe – Muse der Liebe und Künste

Q – Querdenkender oder der Kommentator

Das Gewissen – Menschliches Rückgrat

Nebenrollen

Flüchtlinge – I, II und III

Sid – der Punker

Freddy – der Hells Angel

Jürgen – der Spießbürger

und manch andere

Irgendwo in einem Hinterhof einer deutschen Großstadt, kurz bevor die Nacht den Abend eingeholt hat, der Verkehrslärm ebbt wohl nie ganz ab, ein Baby schreit im dritten Stock.

Die Elfe: Siehst den kleinen Unterschied wohl nie, den ich dir gerade erklärt? Versuch es mal mit ein wenig mehr Geduld, dich hetzt doch niemand, zumal du erst neulich genug Bestätigung erhalten, denk ans letzte Wochenende, oder?

Freddy: Na klar doch, Kleene, ick kann dir ja nüscht widasprechen, hast voll recht. Jeduld is nich jerade meene Stärke. Besonders weil ausjerechnet der Mike mir übern Wech jeschlappt is, mit dem hatte ich noch ne Rechnung offen. Obendrein starrte der die janze Zeit meene Olle an, nich ins Jesicht, in den Ausschnitt. Paßte mir jar nich in den Kram.

Die Elfe klopft ihm vorsichtig auf die Schulter, während Flüchtling II ahnungslos in den Hof schlendert, ein Fahrrad übersieht, sein Gleichgewicht verliert und hinfällt. Freddy hilft ihm freundlich auf.

Flüchtling II: Du mich nicht anfassen, deutscher Mann. Suchen du Streit?

Freddy: Nur die Ruhe, bist doch hinjefallen, wollte dir nur mal uffhelfen. Ansonsten, nem Streit gehst du man besser aus dem Weg, du schmales Hemd!

Flüchtling II: Ich dich aufschlitzen!

Viel zu unbeholfen zieht Flüchtling II ein Messer, welches Freddy ihm mit einem gezielten Schlag auf dessen Handwurzel aus der Hand schlägt, um einen Moment später den Arm auf den Rücken zu drehen und ihn in die Knie zu zwingen.

Freddy: Und, wat machste nu? Ick sachte doch, laß es eenfach.

Die Elfe hilft dem Flüchtling II auf, der kreidebleich verwirrt auf die beiden starrt, aber keinen Ton mehr rausbekommt. Dessen Kumpel taucht auf, winkt ab, greift dessen schmerzfreie Hand. Beide verlassen den Hof.

Der Vorhang schließt sich, ganz kurzer Szenenwechsel. Q tritt vors Publikum.

Q: Das kennen Sie doch allesamt, jene schweigende Wand, wobei zugleich Mauern eingerissen! Ich weiß, drauf geschissen. Aber mal ohne Scheiß: Der Rocker den Fremden in die Flucht schlägt, wenn dann Die Zeit erscheint, ist’s zu spät? Na, mal sehen, was geht.

Vorhanglicht aus, er öffnet sich nahezu geräuschlos. Hinter den Glastüren im Gang zum Deutschen Bundestag. Gerade applaudiert es noch im Plenum.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 1)

  1. André Dünner schreibt:

    Es würde längstens mal erklärungsbedürftig sein was das Bild mit den 12 vor 00:00 h bedeuten. Denn Atomphysiker meldeten bereits drei vor zwölf an. Wir, die netten Zweibeiner, werden soeben die 7.4 mia.-Marke passieren. Geht gar nicht mehr so lange. Dies gemäss http://www.worldometers.info/world-population/

    Von Natur her bin ich wohl nicht der geschaffene Technikfreak. Doch da schneite mir aus anderem Grund eine Person ins Leben mit welcher ich nun bereits seit Jahren aus der Überzeugung heraus „,dass wenn die Ressourcen auf einem bewohnten Planeten entweder sich als kontaminierend erweisen, andere zu Ende gehen, dritte zu Auseinandersetzungen und Kriegen ausreichend Grund liefern, dann können nur noch von aussen hergeleitete Grundstoffe etwas an Erleichterung herbeiführen.“

    Und wenn diese ohnehin bereits da sind, warum sie denn nicht nutzen? Es ist wohl die Mehrzahl der Menschen welche den Ernst der Zeit noch immer nicht erkannten. Tun sie es dann, werden zum grossen Erstaunen die Realitäten bereits erdrückend sein. Muss es denn erst so weit kommen?

    Nullpunktenergiekonvertierung wäre echt eine enorme Erleichterung. Vermutlich sogar die Befreiung in vielen Aspekten der heute bereits viel diskutierten sich rasant nähernden, sowie existierenden Engpässe.

    Liken

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