Appelle fordern unser Gewissen heraus


flickr.com/ joseph.gruber/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Mensch – nichts dazugelernt?

Sie sind da! Jeden Morgen sind sie da! Sobald das E-Mail-Konto geöffnet wird, springen sie dich an. Nein, nicht die vielversprechende Werbung für irgendein Produkt. Es sind die Hilferufe verschiedener Organisationen. Mal geht es um eine Unterschriftenaktion, mal um Spenden, manchmal aber auch nur um eine Info über den Fortgang eines Projektes oder einer Aktion. Wenn man Teilhabe an den unterschiedlichen Themen hat, ist die Liste der E-Mails teilweise erschreckend groß.

So kann es passieren, daß der Morgen mit einem flauen Bauchgefühl beginnt, obwohl das Frühstück gesundheitlich ausgewogen war. Aber das Verdauen der meistens dringenden Aktionen, Aufrufe weckt an manchen Tagen das Gefühl: einfach weglaufen, Ohren zu, nichts mehr sehen und lesen wollen, sich verkriechen in eine tiefe Höhle. An manchen Tagen möchte man am liebsten alles kurz und klein schlagen, weil das Unverständnis, Ohnmacht überhandnimmt. Gut, wenn man in dieser Situation die Möglichkeit hat, Holz zu hacken oder sich auf das Trimrad schwingen kann, die Kopfhörer ins Ohr gepresst und Musik aufdrehen vermag.

Natürlich kann und darf man nicht davon ausgehen, daß es nur in der jetzigen Gegenwart so viele Ungerechtigkeiten, Proteste gibt. Die Geschichte, jedenfalls seit es für die Menschen die Gelegenheit gab, diese niederzuschreiben, genauer sie weiter zu vermitteln durch Erzählungen, ist bestückt mit grausamen Verhaltensmustern unserer Vorfahren. Sehr wahrscheinlich sind einige der Erzählungen, Epen auch übertrieben und absichtlich furchterregend in ihrer Aussage, aber die Grundtendenz über die Beschreibungen der Handlungen einzelner Menschen läßt sich fast eins zu eins in das Bild des Gegenwartsmenschen fügen. Das heißt, Mensch nichts dazugelernt?

Oder heißt es, Mensch noch nie gelernt? Kann eine Kurzanalyse Licht ins Dunkel bringen? Bestätigt durch heutige Wissenschaftler wissen wir über die Zusammensetzung der DNA als der Träger der Erbinformation unserer Gene Bescheid. Auch wissen wir, daß der Mensch aus vielen Milliarden Untereinheiten, den Zellen besteht.

Dieses Wissen besaßen bereits einige unserer Vorfahren, nur konnte dieses Wissen nicht im Rahmen wissenschaftlicher Exkurse weitervermittelt werden. Also griffen unsere Vorfahren in die Trickkiste und formulierten anhand von Geschehnissen, Natur, Erkenntnissen die Verbundenheit im Menschen (DNA, Zellen) und zwischen den Menschen (DNA, Zellen). Wenn wir nun weiterhin wissen, daß durch die Gene die Erbinformationen weitergegeben werden, die sich auf die Zellen auswirken, so wird verständlich, warum wir immer noch so handeln wie vor zigtausend Jahren. Uns ist noch nicht klar geworden, daß wir uns damit selbst ausrotten, wenn wir weiterhin unsere Erde plündern, foltern, Neid, Haß, Wut, Gier, Angst unser Dasein bestimmen.

Also nie gelernt und nichts dazugelernt, wenn da nicht jene Menschen wären, die diese E-Mails verschicken, damit auf Mißstände aufmerksam machen und gegen sie ankämpfen. Ein Dank dafür ist das Wenigste, daß man für diese Menschen aussprechen kann, ein wenig mehr oder vielmehr ist es, seine Stimme mit diesen Menschen zu erheben.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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