Iran-Sanktionen: Gute Zeiten, schlechte Zeiten offenbaren Dialektik


flickr.com/ Frode Bjørshol/ (CC BY 2.0)

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Heuchelei soll eigentliche Absichten vertuschen

Endlich der lang ersehnte Durchbruch in Sachen Iran-Sanktionen, die nunmehr aufgehoben die Islamische Republik aufatmen lassen, an den Weltmärkten wieder als gleichberechtigter Partner mitwirken zu dürfen? Das möchte man zunächst mal meinen, die Freude groß verkündet wird, weil die IAEA endlich das im letzten Sommer ausgehandelte Atomabkommen in Kraft setzt.

Wenn da nicht eine unbedingt angebrachte Skepsis im Raume stünde, gerade weil diesen USA man keineswegs über den Weg trauen sollte. Deren Heuchelei vielmehr eigentliche Absichten vertuscht. Gute Zeiten, schlechte Zeiten offenbaren daher die Dialektik, die sich unumstößlich dahinter verbirgt. Die zur Schau getragenen Befürchtungen seitens Israels unterstreichen das Ganze noch.

Neue Atombomben verheißen nichts Gutes

Die Wahrscheinlichkeit eines begrenzten Atomkrieges müssen wir viel eher annehmen angesichts der gezielten Weiterentwicklung kleinerer Atombomben seitens dieser Hegemonialmacht mit dem weltgrößten Wehretat. Widersprüchlicher kann man kaum auftreten, als einerseits akribisch andere Staaten zu beobachten, wenn diese Atomwaffen entwickeln wollen wie der Iran, um selbst kleine Atombomben herzustellen.

Die USA auf allerbestem Kurs, diese auch mal bei Gelegenheit einzusetzen? Angesichts weltweit zunehmenden Kriegsherden keineswegs so abwegig, denken wir vor allem an den Nahen und Mittleren Osten, wo längst die Fronten sich verhärten, dem Pulverfaß nur noch die Lunte fehlt. Das verheißt nichts Gutes, wenn erneut jene USA sich aufspielen, der Welt diktieren, wie diese sich zu verhalten hat. Machen wir uns doch nichts vor, der Westen tanzt schon viel zu lange nach deren Pfeife, nur Russland und China bieten ihr weiterhin die Stirn.

Irans Freude nur von kurzer Dauer?

Man mag es dem Iran durchaus gönnen, die Freude über das Ende einer knapp zehn Jahre langen Sanktion, so daß endlich die Republik am Weltmarkt teilhaben darf. Wichtig und richtig für das ohnehin in schwere Mitleidenschaft gezogene Volk mit seinen knapp achtzig Millionen Menschen.

Doch wird die Freude nur von kurzer Dauer sein? Denken wir an die feindseligen Nachbarstaaten, an Saudi-Arabien und Israel, die USA, die ohnehin jedwede Gelegenheit nutzen, um Staaten zu destabilisieren, Intrigen konstruieren, so daß erneut Mißtrauen entsteht, begleitet von angeblichen terroristischen Vorhaben bis hin zur Fortsetzung von Verdächtigungen, der Iran würde sein Atomprogramm wieder heimlich aufgreifen.

Nein, von Entspannung kann trotz dieser jetzigen Freude kaum die Rede sein angesichts der vielen Möglichkeiten, die sich jenen USA bieten.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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