Nach Kölner Übergriffen: Gesellschaft darf keine Bevormundung zulassen


flickr.com/ wwwuppertal/ (CC BY-NC 2.0)

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Weltordnung in sofern am Abgrund?

Fortschritt bedeutet eine Gesamtentwicklung zu einer höheren Stufe. Gehen wir davon aus, daß wir immer noch auf einer Stufe stehen und weit über uns noch einige zu bewältigen sind, um ganz an die Spitze zu gelangen? Oder stehen wir vielmehr ganz oben und rutschen, springen, fallen nach unten?

Jeder bewältigt in seinem Leben Fortschritte in verschiedenen Entwicklungsphasen, sei es die Krabbelphase, das Laufen, sprechen lernen, Schulabschluß, Berufsausbildung, für den einen sind diese Leistungen Errungenschaften für andere notwendiges Übel. Wie dem auch sei, wir durchlaufen als Individuen aber auch als Gesellschaft in verschiedenartigen Bereichen Fortschritte, die das Leben des Einzelnen oder der Gesellschaft zum Besseren gereicht.

Dazu gehört gleichwohl die Diskussionskultur, die eigentlich eine Selbstverständlichkeit in jeder Gemeinschaft sein sollte und nicht unbedingt als Fortschritt gelten darf. Aber im Zusammenhang mit den Vorkommnissen in der Silvesternacht in mehreren Großstädten und kleineren Gemeinden und den darauffolgenden Meinungen, Ansichten und Äußerungen, sollte an diese Kultur erinnert werden.

Sicherlich ist es ebenso gerechtfertigt, seine Wut, seine gefühlte Ohnmacht, das Unfaßbare herauszuschreien, sich Luft zu machen, anzuprangern, zu verurteilen. Das wirkt befreiend. Und niemand kann sich davon freisprechen, als erste Reaktion auf diese Art oder in etwas abgeschwächter Form auf Unvorstellbares reagiert zu haben.

Um Geschehnisse, egal ob unvorstellbarer, brutaler, krimineller oder auch berauschend schöner Art verarbeiten zu können, bedarf es des Austausches chronologischer Abfolge, Verhalten Beteiligter und sämtlicher Ursachen, die in diesem Zusammenhang vorgefallen sind. Es ist kein Fortschritt, wenn anstatt analytisch alles aufzuarbeiten, Schuldzuweisungen formuliert werden, die sozusagen unter die Gürtellinie gehen, denn das sind genauso brutale verbale Angriffe und zu verurteilen. Argumente, die sachlich vorgebracht werden, selbst wenn sie Beschuldigungen beinhalten, motivieren eher zur gemeinsamen Lösungen.

Wie können wir für eine neue andere „Weltordnung“ stehen, wenn wir die gleichen Fehler begehen, die wir anprangern? Wir stehen alle auf einer Stufe mit dieser Unfaßbarkeit der Geschehnisse, entscheiden muß aber jeder für sich, ob er den Schritt nach oben wagt oder lieber wieder Stufen nach unten geht.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Eine Antwort zu Nach Kölner Übergriffen: Gesellschaft darf keine Bevormundung zulassen

  1. Matthias Berkholz schreibt:

    Was sind das für Menschen, ihresgleichen und anderen Menschen Leid zufügen wollen? Diese Individuen stehen mit niemanden in Verbindung, außer sich selbst. Sie können nicht in die Zukunft blicken, da sie keine Zukunft haben, außer Hass, Missgunst und Rache, die sie selbst schüren.
    Es gibt einen Film, der dies sogar Zeigt, „Hungerspiele?!

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