Meinungen aussprechen ohne hemmungslose Gegenwehr


flickr.com/ kohlmann.sascha/ (CC BY-SA 2.0)

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Eine Gesellschaft auf dem Prüfstand

Darf man Meinungen, Ansichten bedenkenlos aussprechen, ohne mit hemmungsloser Gegenwehr zu rechnen? Eigentlich sollte dies in einer aufgeklärten Gesellschaft möglich sein, auch wenn die angesprochenen Themen sozusagen heißes Eisen sind. Dem ist aber nicht so.

Wir leben in einer Zeit, in der sich Menschen teils wissentlich, teils nur angesteckt durch Ohnmacht nicht mehr die Mühe machen, Themeninhalte, die angesprochen wurden, sorgfältig zu prüfen. Dies kann verglichen werden mit dem Zerknüllen eines Stück Papiers, das uns gereicht wurde, ohne den Text darauf zu lesen. Viele zertrampeln den gesamten Garten, nur weil ein kleiner Busch nicht richtig angewachsen ist und so vermeintlich den Gesamteindruck stört.

Es ist nicht zu übersehen, daß es längst nicht nur gegen die da oben, sondern auch gegen die nebenan geht. Soziale, wirtschaftliche, politische Schieflagen werden benützt, um eigenen Unmut gegen vermeintlich Andersdenkende zu schleudern. Dabei wird die schnelle Radikalität einer Lösungsforderung immer mehr entfacht. Feuer kann man nicht mit Öl bekämpfen. Wut nicht mit Wut.

Zwar wäre ein gewißes Phlegma angebracht, um Gelegenheit zu bekommen, alle wichtigen Aspekte einzubeziehen, dafür aber fehlen die Grundbedingungen einer unvoreingenommenen Gesellschaft und die zu lange Ignoranz für Antworten auf ihre Fragen und Nöte.

Wenn aber die Besinnung niemanden mehr zugestanden wird, auch nicht denen, die objektive Gedanken äußern, dann dürfen weder die da oben noch die da unten sich wundern, wenn es zu weiterer unreflektierter Meinungsmache kommt.

Jedes Mitglied eines als Demokratie genannten Staates hat die Pflicht, Meinungsverschiedenheiten nicht niederzuschlagen, sondern sie möglichst objektiv zu analysieren und auch unbequeme Lösungen mitzutragen.

Legen wir nicht alles gleichzeitig auf die Goldwaage, sonst riskieren wir, daß sie dadurch zerstört wird, pendeln wir vielmehr die einzelnen Aspekte gewissenhaft aus. Sind wir ansonsten wirklich Vorbilder für unsere Nachfahren, wenn wir selbst nicht für Ausgleich stehen?

Ihre

Doris Mock-Kamm

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