Yin und Yang: Wenn die Frau die Hosen anhat


flickr.com/ weisserstier/ (CC BY 2.0)

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Von Abwertungen der Geschlechter

Sie hat die Hosen an. Eine abwertende Bemerkung über Frauen, die anstatt Röcke oder Kleider Hosen anzogen. Es ist noch gar nicht so lange her, daß dieser Spruch geprägt wurde. Für die heutige Generation ist es selbstverständlich, sich morgens in eine Jeans zu zwängen oder in sommerlichen Monaten die Leggins aus dem Schrank zu ziehen. Geblieben ist aber der denunzierende Satz. Warum?

Wer in der Mitte des vorigen Jahrhunderts aufgewachsen ist, kann sich sicher noch gut erinnern, daß sich Mädchen bei jedem Wetter mit Rock oder Kleid jahreszeitlich nur unterschieden durch Strumpfhosen oder Kniestrümpfe, der Welt so präsentierten. Hosen waren für Mädchen und Frauen verpönt.

Wer jetzt denkt, nur Mädchen oder Frauen waren durch diese Feststellung gemeint, der irrt, denn den Männern wurde oft gleichzeitig dadurch attestiert, nicht genügend dafür Sorge zu tragen, ihre Frauen “im Griff zu haben“. Sie waren also im Umkehrschluß sogenannte Waschlappen, die sich von der Frau auf der Nase herumtanzen ließen, sie waren nicht Mann genug, ihre Autorität zu zeigen.

Sogar noch bis in die 90iger Jahre wurden Männer, die stolz ihren Nachwuchs im Kinderwagen schoben oder schlimmer noch vorn auf der Brust im Tragegurt trugen, belächelt. Jederlei Tätigkeiten, die zu den weiblichen Pflichten oder sogenannten Aufgabengebieten gehörten, waren für Männer tabu, und Frauen wurden oft als Mannweiber tituliert, wenn sie „Männerarbeiten“ leisteten.

Dabei ist es erstaunlich, daß diese Bemerkungen von den männlichen wie von den weiblichen Zeitgenossen geäußert wurden. Vielleicht noch werden. Können wir diesen Menschen unterstellen, daß sie nur mit scharf gezogenen Linien, streng beschrifteten Schubladen, geordneten Listen, Wesen reflektieren?

Wahrscheinlich schon, denn durch eine gewiße zu streng ausgelegte Katalogisierung fehlt das Verständnis für den Reiz verwandter Ähnlichkeiten. Weiblich und männlich ist different, das ist unbestreitbar, aber weder Mann noch Frau haben die als weiblich oder männlich bezeichneten Eigenschaften für sich selbst gepachtet. Denn sind wir nicht alle ein bißchen yin und yang?

Ihre

Doris Mock-Kamm

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6 Antworten zu Yin und Yang: Wenn die Frau die Hosen anhat

  1. Habnix schreibt:

    Wie? Aus versehen einen Mann in Frauenkleider heiraten,obwohl man doch ein Hetero ist.Aber in dieser Welt gilt gar nichts mehr was gestern noch galt.So brauchen wir uns beinah an nichts mehr zu halten.

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  2. Paul Söderboom schreibt:

    Dieser kalte Kaffee nervt . Wie lange will man sich noch mit solchen „Problemen“ befassen . Wenn die Weiber doch endlich anfangen würden , wie Weiber auszusehen und nicht wie Abziehbilder von Männer oder wie verkrachte , TÄTOWIERTE , vermännlichte Hafenschlampen . Den Frauen ist das Gefühl dafür abhanden gekommen , was echte , feine Weiblichkeit ist .Ihre Verschwulung ist auch sehr abstoßend .

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  3. rote_pille schreibt:

    Gehört dieser Artikel nicht in das Jahr 1970?

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  4. Karle schreibt:

    Nun liebe Doris, dies ist alles gut beobachtet, als Mann der Gruppe Ü6o sehe ich das aus der heutigen Sicht so. Vor ca.50 Jahren wurden systematisch, angefangen mit kleinsten Schritten, damit begonnen die deutschen Männer zu verweiblichen und Frauen wurden zu Männern erzogen.
    Das bedeutet sowohl Mann und Frau wurden ihrer natürlichen Rolle beraubt. Geht das in der Natur?
    Versuch das doch mal bei einer Herde Menschenaffen. Wie lange wird diese Herde in der Natur überleben, wenn dem Silberrücken die Autorität abtrainiert wird und er sich um die Kinder kümmern muss?
    Und genau so wie dieses Programm der Umerziehung in Deutschland und Teilen Europas ablief, wurde in den islamischen Gegenden ein Gegenprogramm gestartet.
    Und nun liebe Doris, werden diese beiden unterschiedlichst erzogenen Menschen auf engsten Raum zusammengesperrt.
    Rate doch mal für wen das gut ausgeht und für wen schlecht?

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  5. Paul Söderboom schreibt:

    @ Karle
    Ausgezeichnet , ob die Frauen es wohl begreifen werden ? Wir haben noch ungefähr sechs Monate , um einen Sinneswandel durchzuführen .Beziehungsweise werden wir jetzt bald erleben , wie die Spreu vom Weizen getrennt wird . Weg mit den Weicheiern und Mannweibern . Es lebe der SILBERRÜCKEN .

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  6. Yasmin schreibt:

    Hallo ihr Lieben,
    An den Kommentaren sieht man ja, wie brandaktuell das Thema immer noch ist.
    Ich finde den Text super.
    Und ich denke auch, in Männern steckt eine Frau und in Frauen ein Mann.
    Und wenn jeder Mensch es schafft, seinem
    Herzen zu folgen, werden wir eine wundervolle Gesellschaft haben.
    Denn dann würden die starken Kerle die weichen Frauen finden und die weichen Kerle eben die starken Frauen usw.
    Öffnet eure Herzen für die Liebe, dann findet jeder seinen Weg und keiner braucht Vorurteile oder Rollen, um sich sicher zu fühlen.
    Denn wenn jeder selbstsicher ist, sind solche Strukturen überflüssig.
    Herzliche Grüße

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