Träume und Trauer in engverwandtem Verhältnis


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Geben wir dem Trauen genügend Raum

Manchmal stolpert man beim Nachdenken, oder ist es vielmehr vordenken, über Wörter, die sich lohnen, mit auf Gedankenreisen zu nehmen? In den Wörtern Traum und Trauer steckt das Wort trau. Trauen.

Träume zeigen sich uns in zweierlei Ausprägungen, einmal als positives Traumerlebnis, bei dem man am liebsten nie mehr aufhören würde, weiterzuträumen, und als Träume, die uns schweißgebadet aufschrecken lassen, weil die Traumsequenzen fürchterliche Eindrücke vermitteln. Der Träumer hingegen ist ein Mensch, der es möglich machen will, die Sterne vom Himmel zu holen. Träumer erstellen sich eine Welt des nicht Machbaren, wobei manche Traumvorstellungen dennoch wirklich ähnlich zutreffen können.

Trauer empfinden wir aufgrund eines Verlustes, sei es von einem geliebten Menschen, Tieres, aber auch verlorene Gegenstände können Traurigkeit hervorrufen. Trauen hingegen bedeutet, etwas zu probieren, versuchen, das scheinbar unüberbrückbar, unmöglich anmutet. Manchmal schaffen wir die Herausforderung und überwinden Ängste, Ekel, Angst, Panik, aber nicht immer.

Ehen oder Partnerschaften werden in einer Trauungszeremonie geschlossen, diese Menschen trauen sich, ein gemeinsames Leben mit allen Höhen und Tiefen zu führen. Könnte man hier nicht einfach von Hochzeitzeremonie sprechen? Durch das Wort „trauen“ wird Mut für diesen Schritt impliziert. Brauchen wir Mut für diesen Weg, ähnlich der Überquerung eines reißenden oder großen Flußes, Tals mittels einer Hängebrücke, obwohl man Höhenangst hat?

Überwinden wir in Träumen als Träumer in Trauer Brücken zu einer anderen Welt, Einstellung, Empfindung, die wir ansonsten nie kennengelernt hätten, auch wenn sich das neu Erfahrene als Übel herausstellt? Ist die Überwindung, das Trauen, der Schlüssel zur Tröstung des Schmerzes, wenn Träume nur „Hirngespinste“ sind, wenn das Vertrauen in eine Vorstellung beim Träumer nicht Wirklichkeit wurde, wenn der vertraute Partner starb, oder die Ehe nicht aufrechterhalten werden konnte, auf Grund diverser Differenzen?

Trauen kommt vom mittelhochdeutschen trūwen, fest werden und ist wortverwandt mit treu. Treue wiederum aus dem indogermanischen Wort für Baum, also stark, fest verwurzelt. Ist durch die Gedankenreise festzustellen, daß trauen sich auf die Treue zur eigenen Festigkeit des Handelns beziehen kann? Dann lautet das Ziel dieser Reise: Trauen wir uns, zu träumen während des Schlafes, genießen wir auch die Tagträume, trauern wir über schmerzhafte Verluste, wir stärken dadurch unsere Persönlichkeit.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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