Gewalt an Schulen längst normaler Alltag


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Politiker und Pädagogen müssen sich Versagen vorwerfen lassen

Zäumen wir mal das Pferd ganz bewußt verkehrt herum auf, beginnen mit den Ursachen jenes Phänomens, welches im Grunde gar keines sein sollte: der Gewalt an Schulen. Dort beherrscht sie längst den normalen Alltag, während Direktoren, Lehrer und Schüler nahezu machtlos und somit hilflos ihr gegenüber ausgeliefert sind. Zurecht müssen Politiker und Pädagogen sich Versagen vorwerfen lassen.

Doch bewirkt dies irgend etwas an solchen Zuständen? Zumal die Spirale der Gewalt selbst an Schulen ungeahnte Ausmaße angenommen hat. Die Gesellschaft im Gesamten muß sich fragen lassen, was sie selbst verkehrt gemacht hat, daß Gewalt einen derartigen Raum einnehmen darf!

Leistungsdruck fordert seinen Tribut

Natürlich mag es anspornen, ein gewißes Konkurrenzdenken. Aber wer zieht die Grenze, bestimmt eigentlich, wann es Formen annimmt, die ins Unmenschliche, ins ungerecht Bösartige kippt? Daß genau dies geschieht, kann man leider ganz besonders in der Berufswelt beobachten. Dort beherrschen Mobbing, Bossing, eine permanente Ausgrenzung, Unterdrückungsmechanismen den Alltag, verdeutlicht der Stärkere, der auf der Winner-Seite dem Schwächeren, dem auf der Loser-Seite, was Sache ist, wie Macht sich durchsetzt.

Wie ein roter Faden ziehen sich jene Muster quer durch alle Berufsschichten, passen sich die Betroffenen an, ergreift die Wirtschaft selbst in ihren Chefetagen keine Initiative, um solche Desaster im Kern zu erkennen, zu verbessern. Da nimmt man das Muster in Kauf, benutzt es einfach für eigene Zwecke, ganz dem Glauben verfallen, daß eben jene Hackordnung den Berufsalltag bestimmen solle, jedem die gleiche Chance eingeräumt werde, frei nach dem Motto: der Stärkere, Bessere, Clevere setzt sich schon durch, nütze am Ende den Firmen selbst. Daß dadurch sehr viele Fehler, Unglücke hätten vermieden werden können, daran denken sie nicht im Traum. Warum? Weil solche Erwägungen schlicht unter dem Teppich gekehrt werden. In sofern dürfen wir uns nicht wundern, daß Schulen jene Muster übernehmen, weil die Gesellschaft sie viel zu sehr verinnerlicht hat.

Gewalt an Schulen äußerst kontraproduktiv und schädlich

Was muß noch alles geschehen, bis die Politik endlich ihren Auftrag erkennt und entsprechend handelt? Dabei kann es nur eine übergreifende Erneuerung bedeuten, wobei Bildungsminister mit den Wirtschaftsministern zusammenarbeiten sollten, um einen wirkungsvollen Übergang zu schaffen, das gesamte System selbst überdacht werden muß, weg vom Konkurrenz- und Ellenbogengehabe hin zu einer wirklichen Humangerechtigkeit, wo eben Gewalt komplett verhindert und ausgeschlossen wird.

Es sollte uns alarmieren, wenn im Bekannten-, Verwandten- und Freundeskreis die Schilderungen von Gewaltexzessen an Schulen zunehmen, nicht nur per Bericht wie hier, vielmehr bereits ein Ausmaß an Normalität angenommen hat, welches unverantwortbar. Dabei spielt es keine Rolle, welche Schulform, ob an höheren Schulen oder gar an Grundschulen. Die Gewalt sucht sich stets Ventile des Abreagierens, hinzu kommen die Massen an Flüchtlingen, die erst recht für neuen Zündstoff sorgen werden.

Politik wäre gut beraten, ganz schnell kluge Antworten zu suchen, aufzugreifen und zu finden, bevor die Gesellschaft immer mehr zerfällt. Wobei ebenso Lehrkräfte mitwirken müssen, schon allein im eigenen Interesse. Durch Wegschauen und Ignorieren wird es nicht besser, alle Gesellschaftsschichten sind gefragt, sollten sich mehr engagieren.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Eine Antwort zu Gewalt an Schulen längst normaler Alltag

  1. m. sastre schreibt:

    Richtiges Problem – fragwürdige Erklärung!
    Das jetzt auch die Politik die Gewalt an deutschen Schulen zur Kenntnis nimmt, liegt wohl daran, daß diese nun aufgrund ihrer Ausmaße nicht mehr ignoriert werden kann. Dies ist nämlich immer die erste und oft am längsten aufrechterhaltene Reaktionsweise auf erkennbare Fehlentwicklungen.
    Das der Leistungsdruck hier verantwortlich sein soll, halte ich jedoch für eine in keiner Weise belegbare Behauptung, zumal die Schulbehörde selber nun erst einmal die Ursachen ergründen will. Ich bin selber in Hamburg zur Schule gegangen und muß sagen, daß Leistungsdruck eher die Ausnahme war und jeder irgendwie mitgezogen wurde, der sich nur ansatzweise als bemüht darstellte. Zu meiner Zeit ging Gewalt ausschließlich von Ausländern aus, und hier auch nicht von allen, sondern von einem ganz speziellen, muslimisch geprägten, Klientel. Ich sehe vielmehr die Soziologe der Schüler als Ursache für die steigende Gewalt: Auf der einen Seite die mit archaischen, die deutsche Kultur verachtenden Weltanschauungen sozialisierten Gruppen, auf der anderen Seite die deutschen Schüler, denen man jegliche Aggressivität abtrainiert hat und die ihren Schutz nahezu vollständig dem Staat überlassen haben. Daneben die vollkommen überforderten Pädagogen, die entweder selber 68er waren oder von ihrem Denken ganz stark von diesen geprägt wurden und nun vollkommen hilflos einer Situation gegenüber stehen, die es ihrer Denkweise entsprechend eigentlich gar nicht geben dürfte und deren ursachenbezogene Thematisierung sie sofort dem Verdacht des Rassismus aussetzen würde.
    Vor einiger Zeit wurde an einer Schule in Schleswig-Holstein durch einen kaninchenzüchtenden Vater eine Unterrichteinheit gestaltet, bei der auch ein Kaninchen geschlachtet wurde. Dies gab einen Riesenskandal und viele Kinder galten danach als traumatisiert. Wer sich danach Bilder von syrischen oder afghanischen oder irakischen Kindern ansieht, die feixend neben einem grausam verstümmelten Hinrichtungsopfer posieren, der bekommt eine ungefähre Ahnung davon, warum es an deutschen Schulen immer mehr Opfer und immer mehr Täter gibt. Es sind die unterschiedlichen Sozialisationen und ein Staat, der nicht mehr fähig ist, Regeln durchzusetzen.

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