Gedanken sind frei


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Kaum festzuhalten und revolutionär

Täglich schwirren sie in uns herum, die Gedanken, manchmal lassen sie uns nicht mehr zur Ruhe kommen, sie wechseln sich ständig mit einem Thema ab, dann ist man unkonzentriert. Will man sie festhalten, weil sie gerade eine super Idee entworfen haben, schwirren sie davon, und je mehr man sich anstrengt, sie wieder einzufangen, desto unklarer wird die Idee.

Wenn man Glück hat, schwirrt der Gedanke wieder von allein zurück. Sie können aber auch ständig die gleiche Melodie oder Text summen, und es solange wiederholen, bis wir fast verzweifeln.

Eier, Mehl, Zucker, Zwiebeln, Milch, wir sagen es uns ein paar Mal vor, damit wir es auf diese Weise nicht vergessen, und stehen wir dann im Supermarkt, haben wir das eine oder andere nicht mehr im Gedächtnis, deshalb werden auch so viele Einkaufszettel geschrieben.

Wir befinden uns in einem anregenden Gespräch mit einem Freund über einen Film, den wir erst kürzlich gesehen und können uns partout nicht mehr an den Namen des Schauspielers erinnern, oder uns fällt der Titel eines Liedes nicht mehr ein, können nur noch die Melodie nachsummen. Gedanken reagieren bockig, wenn wir versuchen, sie einzufangen, das zeigen sie am deutlichsten bei Prüfungen, wenn plötzlich nur noch schwarze Flecken zu sehen sind in einem scheinbaren luftleeren Raum.

Beim Klassentreffen erzählt eine Schulkameradin eine Episode aus den gemeinsamen Zeiten, von der wir bis dato nichts mehr wußten oder erkennen nur noch kleine Teile davon. Wir erinnern unsere Freundin an ein gemeinsames Erlebnis, von der sie wiederum keine Erinnerung mehr hat.

Gedanken spielen mit unseren Gedanken Puzzle und scheinen sich dabei zu amüsieren, wenn wir das gesamte Puzzle nicht gestalten können. Es gibt doch tatsächlich Versuche, nur mit Hilfe von Gedankenimpulsen, Autos zu steuern. Was passiert, wenn sich zwischen diesen konzentrierten Gedanken ein Erinnerungsblitz eines Witzes einschleust, aufgrund einer lustigen Situation?

„Zwei Doofe, ein Gedanke!“, diese Situation kennt wohl auch jeder und bedarf keiner näheren Beschreibung. Gedanken scheinen eine eigenständige Lebensweise zu bevorzugen, heißt es nicht auch „Gedanken sind frei“? Wir können uns nicht von ihnen absondern, wir können die Richtung vielleicht ändern, sie ein wenig beeinflussen, sie zähmen, ist fast unmöglich. Sie sind wie Staubkörner, wir haben kein Besitzrecht, solange sie nicht schriftlich festgehalten wurden, und auch das verjährt irgendwann.

Es gab und gibt Zeiten, da flüstern sie Menschen an unterschiedlichen Orten dieselbe Idee ein, um sicher zu gehen, daß einer davon diese Idee verwirklicht? Oder ist zu diesen Zeitpunkten ein Übermaß vorhanden, die Zeit deshalb dafür reif? Reduziert sich gar alles nur auf die Tatsache, daß Gedanken elektrische Impulse sind, die nach dem Ja–Nein-Prinzip handeln, ähnlich dem binären System der Computer, nur mit dem Unterschied, daß diese elektrischen Impulse auch über Grenzen hinweg frei herumflattern?

Unter welchen Gesichtspunkten, falls es die gibt, suchen sie ihr zuhause bei Menschen aus, die uns dann mit ihrem Ideenreichtum erfreuen? Wenn es möglich ist, daß Gedanken über Grenzen sich in den Köpfen verteilen, warum ist es dann nicht möglich, gemeinsam den Gedanken an eine friedvolle, humanistische, ökonomische Weltgemeinschaft zu denken und diese dann zu verwirklichen? Ohne Zwang und Verkrampfung, denn dann funktioniert es nicht, wie bereits erwähnt.

Pax, Frieden, ausgesprochen klingt es wie „packs“, packen wir diese Gedanken und beziehen sie ein in unser Tun.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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