Xavier Naidoo ESC-Eklat: Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus


 

flickr.com/ angermann/ (CC BY-SA 2.0)

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Mediengetummel ohne Biß – wer deckelt hier wen?

Wer sich profiliert, mag vielleicht völlig ungeniert sich geben bei seinem Streben, eine weiße Weste zu tragen, dennoch fallen ihm nicht ein die entscheidenden Fragen. So geschehen jüngst im Interview der Süddeutschen, wo Sebastian Krass Xavier Naidoos Konzertveranstalter, Marek Lieberberg, zur ESC-Ausladung befragte.

Mediengetummel ohne Biß, man sich natürlich fragt: Wer deckelt hier wen? Allerdings bei genauer Betrachtung die Süddeutsche sich bereits entlarvt. Wie sonst sind die teilweise unnötigen Fragen zu erklären oder das Weglassen der richtigen?

Eine ganzseitige Solidarität bei der FAZ spricht Bände

Einigkeit der deutlichen Art prangte neulich im Feuilleton der FAZ, eine ganzseitige Solidarität seitens 121 Kulturschaffender und Prominenter, der Tagesspiegel berichtete eher wohlwollend, nüchtern neutral, hob Herbert Grönemeyers Verteidigung hervor.

Die FAZ, die nicht unbedingt in Sachen US-Kritik, Russland und deutschen Patrioten zimperlich sich artikuliert, räumt Xavier Naidoo gleich eine ganze Seite jener Veröffentlichung ein. Welch Widerspruch oder aber der Beginn eines Diskurses, weil eine Krähe der anderen kein Auge aushackt? Systemmedien sich einig, wie man mit Unbequemen umzugehen hat?

Während der NDR bzw. die hauptverantwortliche ARD hierbei dem ESC nicht unbedingt einen Gefallen tat, Xavier Naidoo zwischen Redefreiheit und Diffamierung anzuprangern, betont Lieberberg kurz und bündig am Ende des Interviews in der Süddeutschen, daß der ESC ohnehin ein „großes, aufgeblasenes Nichts, ein europäischer Karneval ohne jede Bedeutung für die Musikwelt sei“. Niemand möchte offensichtlich hierbei genauer nachbohren, wie er bei einer ESC-Zusage reagiert hätte. Manager richten sich in der Regel nach den Gewinnspannen.

Das System entscheidet sowieso

Ende gut alles gut, zumal bei soviel Solidarität Xavier Naidoo sich sicher sein darf, daß sein Weg der freien Selbstbestimmung, sich selbst ein Bild über unterschiedliche Zusammenhänge zu machen, der richtige bleibt, während große Teile des Systems ihm dies nicht zugestehen, es stets einfacher ist, geschlossen mit dem Finger auf ihn zu zeigen, und sei es per Medienshitstorm. Mit soviel Gegenwind hat es aber nicht gerechnet. Es bleibt der fade Beigeschmack mancher Heuchelei im Raume stehen. Denn wer sich allzu mutig wagt, Kritik zu üben, wird oftmals im Nachhinein die Quittung erhalten. Gerade Prominente können davon ein Lied singen mit Blick zu den Klatsch- und Tratschseiten der Buntblattpresse.

Eine gute Frage im Interview der Süddeutschen wäre im übrigen gewesen, wieso Xavier Naidoo überhaupt sich für die Teilnahme beim ESC vorgestellt habe. Gerade er müßte doch wissen, wie diese europäische Veranstaltung zusammen mit dem Medienrummel tickt.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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