So weit die Schuhe tragen


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Augenmerk des Charakters?

Heute schon die Schuhe geputzt? Nein, dann sind Sie sicher heute zuhause geblieben, haben kein öffentliches Verkehrsmittel benutzt oder besitzen bereits Schuhe, die sich von selbst reinigen? Wer kennt nicht die vielen Photos, auf denen Männer geflissentlich Schuhe der Damen- und Männerwelt auf Hochglanz polieren? Wer will sich schon morgens, wenn sämtliche Köpfe in den öffentlichen Verkehrsmitteln nach unten starren, die Blöße von verschmutztem Schuhwerk geben?

Zuweilen kommt der Gedanke auf, saubere Schuhe sind gleichzusetzen mit einem gepflegten Gesicht. So ganz abwegig ist dieser Gedanke nicht. Schuh, die Herkunft des Wortes ist nicht eindeutig bestimmt, wahrscheinlich ist das Wort die Ableitung vom gotischen skêvjan, sich vorwärts bewegen, konnten sich selbst bis Anfang des 20. Jahrhunderts nicht alle Menschen, selbst in den „westlichen Ländern“ leisten.

Vielleicht können sich einige sogar noch an Schulkameraden erinnern, die nur jeweils ein Paar Sommerschuhe und Winterschuhe besaßen und gegebenenfalls sogar ein Paar gute Schuhe für besondere Anlässe, wenn sie keine Geschwister hatten, von denen sie Schuhe ausleihen konnten, zur Not wurde vorne in die Schuhspitze Wolle oder Watte gestopft.

Selbst als ca. Mitte des 19. Jahrhunderts die erste Schuhfabrik im europäischen Raum in Betrieb genommen wurde, änderte sich kaum etwas für die ärmere Bevölkerung, Schuhe blieben ein teures Kleidungsstück. Ist es da verwunderlich, daß auf das Schuhwerk ein besonderes Augenmerk gelenkt wird, ein gewißes Aushängeschild, sich etwas leisten zu können?

Die Turnschuh-Generation und mittlerweile die Wegwerfschuhherstellung haben den Stellenwert des Schuhwerkes gemindert, obwohl es einige, vornehmlich der Damenwelt zugeschriebene Sammler geben soll, die Dutzende, wenn nicht gar Hunderte Paare besitzen. Trotzdem blicken Menschen oft auf die Füße des Gegenübers. Machen wir das unbewußt, um zu erkennen, wer da vor uns steht? Es gibt wohl Merkmale bei den Füßen, ähnlich wie bei den Händen, aus denen der Charakter erkennbar ist. Deshalb der Blick auf die Schuhe des Gegenübers?

Wie dem auch sei, achten Sie doch einmal selbst darauf, wieviel ungeputzte Schuhe Sie beim nächsten Einkaufsbummel oder bei sonst einer Ihrer Aktivitäten sehen und vergessen Sie nicht, Nikolaus wird Ihnen niemals etwas in Ihre ungeputzten Stiefel legen.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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