Kennzeichnung der Geschlechtsneutralität ein Affront gegen die Sprache


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Weil Papa und Opa sowieso nicht weiblich sind

In naher Zukunft, vielleicht sogar in sehr naher Zukunft wird es die Wörter Papa und Opa nicht mehr im deutschen Sprachgebrauch geben. Beide Wörter sind durch ihre „a“- Endungen als weiblich charakterisiert und somit eindeutig diskriminierend für Väter und Großväter.

Der von etlichen Gruppierungen verlangte genderneutrale Sprachgebrauch trägt nicht dazu bei, Frauenrechte, die Rechte der Homosexuellen und der Transsexuellen zu verbessern. Auch etwaige Hinweise auf den Sprachgebrauch in anderen Sprachen, die geschlechtsneutrale Substantive seit Jahrhunderten verwenden, sind nur eine verzweifelte Aufzählung zur Rechtfertigung dieser Umsetzung für die deutsche Sprache.

Anstatt die Sprache (weiblicher Artikel) und den Sprachgebrauch, der nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern in jedem Land von Gebiet zu Gebiet unterschiedliche Begriffe, Redewendungen usw. aufzeigt, mit dubiosen Erklärungen und Floskeln zu verändern, sollte lieber Aufklärungsarbeit geleistet werden, die die Sprachherkunft und deren Entwicklung lehrt.

Es steht außer Frage, daß Frauen über eine langanhaltende Periode unserer Zeitrechnung nicht in dem Maße geachtet wurden wie Männer und das mit kleinen Ausnahmen in fast allen Kulturen. Also kein deutsches Problem.

Homosexualität und Transsexualität sind bis vor ein paar Jahren absolute Tabuthemen gewesen, und es ist mehr als wichtig, diese Menschen aus dem Fokus der Unantastbarkeit ins Miteinander der verschiedenen Gesellschaften zuzulassen.

Aber es ist nicht damit getan, ein * an eine Wortendung zu platzieren, um „männerdominierende“ Wörter zu neutralisieren und dadurch Fraulichkeit oder Geschlechtsneutralität zu vermitteln, sondern vielmehr ist es vonnöten, den Mensch als Wesen (das Wesen, Artikel neutral) mit seinen Stärken und Schwächen, mit seinem Sein in das Spektrum der Gemeinschaft zu integrieren.

Wir sollten die Sprache nicht mißbrauchen, um längst überfällige Gesellschaftsthemen aufzugreifen und zu verändern, denn es wird keine Frau, kein Homo- und Transsexueller dadurch besser behandelt, auch kein Mann und kein Kind.

Sprache verändert sich durch andere Einflüße, und das ist gut so, denn Sprache spiegelt die Geschichte wider, die die Menschen erlebt haben und an ihre Nachkommen weitervermitteln. Oder haben wir vergessen, woher unsere Wörter kommen, warum einige Wörter nicht mehr so oft im täglichen Gebrauch Verwendung finden und andere Wörter „ausgestorben“ sind? Dann sollten wir schleunigst anfangen, Geschichtsbücher zu lesen, anstatt unseren heutigen Männern Vorhaltungen über deren geschlechtsintensiven Wortbestand vor Augen zu führen.

Zusammen sind wir die Menschheit (weiblicher Artikel), die das Hier und Jetzt gestaltet und dafür verantwortlich ist, aus welchen Quellen unsere Nachwelt schöpft.

Lassen wir unseren Enkelkindern weiterhin die Möglichkeit, den Vater Papa und den Großvater Opa zu rufen, sie stören sich garantiert nicht an der Endung „a“, denn Kinder erkennen viel eher das Sein ihres Gegenübers und brauchen keine Kennzeichnung der Geschlechtsneutralität.

Hoffentlich lesen nicht zu viele Männer diese Zeilen, nicht daß ich sie noch auf die Idee gebracht habe, wegen Papa und Opa vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen, um ihre Rechte auf geschlechtserkennbare Anrede zu erkämpfen.

Wie das denn ausgehen würde, möchte ich mir lieber nicht vorstellen!

Ihre

Doris Mock-Kamm

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