Ein Mann, ein Wort, eine Mauer

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Dabei geht so manch Schauer uns über den Rücken, doch Humpty-Trumpty mag’s entzücken, Hauptsache angebliche Invasoren werden nicht die USA überrennen. Einmal ne Mauer auserkoren, kann ihm nichts mehr von dessen Ziel trennen. Gar den Notstand ausgerufen, passend seine Gedanken einstufen.

Narßistisches Einerlei gesellt sich gern zu jenem Einheitsbrei aus Migrantenphobie, mafiösem Gehabe, erinnert an eine Küchenschabe, die will och nur viel abstauben. The Donalds fest verankerter Glauben irritiert alle Welt, für ihn dreht sich alles ums Geld, keineswegs die Belange des Menschen zählt. America first, sein beliebter Spruch, entpuppt sich als spröder Fluch.

Schaut man genauer, hinter die Kulissen, wird man schnell schlauer, die Trumps ihre Familienfahne stets hissen. Was hat ne Ivanka auf der Münchner Sicherheitskonferenz verloren? Das Mädel allein dafür geboren, um Herrn Papa im Ausland zu vertreten? Da hülft keen Beten, daß solche Possen ausbleiben, die Trumps es längst immer doller treiben!

Was glaubt Ihr wohl, welche Firmen an der Mexiko-Mauer beteiligt sein werden? Da kann der blonde Dolle sich noch so hämisch gebährden, wache Geister haben ihn längst entlarvt. Aber Hauptsache Kohle zusammengerafft. Ob Gerichtsbarkeit jenen Mafiosi im Weißen Haus noch stoppen kann, bleibt mal dahingestellt. Vielleicht am Ende irgendwann. Bis dahin ihm anderes Bösartiges einfällt?

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, selbst unsinnigsten Wahrscheinlichkeiten wie schon seit ewigen Zeiten, glaubt immer noch der einfache Mann, man könne vom Tellerwäscher sich zum Millionär hocharbeiten. Das ist gelogen wie fast jede Mär, in Wirklichkeit heißt’s fighten! Das meist mit dreckigen Bandagen, funzt stets ohne Blamagen. Verbrecher kennen keine Scheu, trachten nach Geld wie Heu.

Drum sollte niemand zweifeln, das kann man nur verteufeln, jene billige Art, die The Donald an den Tag legt. Zu hart, wenn jemand an dessen Ast sägt? Läßt man jenen blonden Dollen weiter gewähren, werden sich dessen Possen mehren, die er obendrein stets als „großartig“ benennt. Wer ihn weiter wurschteln läßt, hat gepennt. Ein Mann, ein Wort, einer Mauer. Wer legt sich auf die Lauer und stellt ihm ein Bein? Kein Schwein, bleibt geheim, wer weiß das schon von vornherein?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Eine Weile lang nur laß uns träumen

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Bitte halt mich ganz fest in deinem Arm
einzig liebgewonnenes Vertrauen.
Man begegnet sich mit ganz viel Charme,
anstatt Trübsal blasend nach hinten zu schauen.

Ach, was wollen uns diese Zeiten alles sagen?
Dachten nicht schon viele in ähnlichen Bahnen,
gerade so kurz vor kriegerischen Tagen?
Müssen uns erinnern, stets heftig ermahnen?

Denk ich an vergangene schöne Stunden,
in denen wir nachts zusammen lagen,
in Träumen wir liefen viele Runden
mit Freude, statt wie jetzt voller Unbehagen.

Dann wünscht man eine große Ewigkeit,
solch Momente für immer festzuhalten.
Aber sie gleitet dahin, die erbarmungslose Zeit,
um Geschichte bösartig zu gestalten.

Hat nicht Mensch selbst es täglich in der Hand,
seine geduldeten Herrscher von dannen zu jagen?
Warum läßt er bloß zu diese unsichtbare Wand
voller Wut und unnötigem Wehklagen?

Nichts dazugelernt, du dienend stiller Tropf?
Anstatt sich zu wehren, verharren in großer Masse?
Nein, das ist dein eigens erschaffener Zopf,
eine denkwürdig ganz spezielle Klasse!

Willst nicht endlich aufstehen, dich erheben,
bevor Eliten selbst in Träumen dir nachstellen?
Nichts haben wir zu versäumen, sondern streben
endlich zu jenen mutigen Gesellen.

Bitte halt mich ganz fest, bevor wir davongleiten.
Selbstvertrauen wird sich jetzt erschaffen,
gar kreative Köpfe in jenen Zeiten
ihn beenden, den Reichtum ewiglich zu raffen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Haselmaus: Zu wenig Sträucher gefährden ihren Fortbestand

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Wenn die Bilche unterwegs sind

Die zu den Nagetieren zählenden Bilche (Gliridae) dürften nicht gerade vielen bekannt sein, und doch erfüllen sie im Naturkreislauf eine wichtige Rolle. Nimmt ihre Population ab, verschwinden automatisch deren Freßfeinde, gerät die Natur auf gewisse Weise durcheinander.

Das gilt leider für die Haselmaus, die eben zu jener Familie gehört, wobei zu wenig Sträucher ihren Fortbestand gefährden, obwohl sie noch auf der Roten Liste als „Least concern“ (nicht gefährdet) geführt wird, sie im nördlichen Europa als auch in Deutschland immer seltener vorkommt. Woran liegt’s?

Der nahe Verwandte der Siebenschläfer hat viele Feinde

Dennoch entwickelte die Haselmaus (Muscardinus avellanarius), auch im Sinne der Familie der Bilche als Schlafmaus oder Schläfer genannt, unterschiedliche Strategien, um sich zu schützen und ihre Art zu erhalten. So verbringt sie ihren Schlaf eben nicht etwa unter der Erde wie die meisten Mäuse selbst, sondern benutzt entweder alte Nistkästen, Baumhöhlen oder baut sich ihr Nest in Sträuchern in einem halben bis zwei Metern Höhe.

Dies wiederum hält dennoch den tagaktiven Wiesel nicht davon ab, das ein oder andere Nest aufzuspüren und die Nager bzw. deren Nachkommen zu vertilgen. Einziger Schutz folglich nur sein kann, möglichst viele Junge zu gebären, zwei mal jährlich drei bis fünf. Allerdings stellt den Haselmäusen noch die Eule, der Hermelin, der Marder, der Mauswiesel, der Rotfuchs, die Schleiereule und der Waldkauz nach. Da heißt es, äußerst wachsam zu sein!

Mit großer Nußjagd der Haselmaus auf die Spur

Das Projekt der Nußjagd fand zum ersten Mal 2010 in Rheinland-Pfalz statt, um auf diese Weise die Vorkommen des nützlichen Nagers zu dokumentieren. Wer sich daran beteiligen wollte, konnte dies hier tun. 2017 ernannte der NABU schließlich die Haselmaus zum Tier des Jahres.

Wollen wir hoffen, daß bald mehr Einsicht eintritt, da die Haselmäuse einen sinnvoll notwendigen Beitrag leisten in den natürlichen Kreisläufen, dazu gehört ebenso die Renaturierung der Waldränder, weil dort in den letzten Jahrzehnten immer mehr Sträucher verschwanden. Ganz abgesehen von einem anderen positiven Effekt: Sie bieten bei heftigen Stürmen einen Schutzwall für Bäume, so daß diese weniger entwurzelt werden, weil sie den Winden trotzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Tierschutz/Tierrechte

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Alltag: Niemand entrinnt ureigener Realität

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Zwischen den Welten einer selbstgefälligen Gleichgültigkeit

Reiselustige soll man ja ziehen lassen, besonders wenn sie es drauf anlegen. Kennen Sie das, jenes Gefühl der Einsamkeit, so kurz vorm Platzen der Hutschnur? Wenn nach einer langen Kette von geduldigem Hin- und Weghören lediglich noch das äußerste Ihnen übrigbleibt, sich eben Luft zu machen, auszubrechen aus dem selbst auferlegten Gefängnis der Gefälligkeiten?

Nein, es handelt sich hierbei mitnichten um den Beginn einer depressiven Entgleisung, die in ellenlangen Sätzen die Gründe der Versäumnisse näherbringen will. Das wäre viel zu müßig, nicht nur für den Erzähler selbst, sondern erst recht den Zuhörer. Es geht um den ganz gewöhnlichen Alltagsstreß, mit dem wir uns alle mehr oder weniger auseinandersetzen müssen, ob wir wollen oder nicht.

Schließlich hat ein jeder innerhalb seiner Familie, in seiner hineingeborenen Rolle, sein Leben zu meistern, in der Regel stets nie allein, vielmehr mit den Menschen, die uns begegnen im Laufe der Jahrzehnte. Viele verlassen wir wieder nach langer oder flüchtiger Bekanntschaft, mit anderen wiederum beschäftigt man sich wesentlich intensiver aus sehr differenzierten Gründen, was durchaus praktisch hilfreiche sein können oder weil das Bedürfnis vorhanden, dem Gegenüber selbst eine Stütze zu sein.

Wissen Menschen so genau, wie die unterschiedlichen Momente einer Sympathie oder Antipathie greifen, die dabei aber den weiteren Verlauf einer Begegnung letztlich steuern? Einige erahnen es instinktiv, manche glauben es einfach zu wissen, andere tappen im Dunkeln und leben drauf los, achselzuckend, es gibt auch welche, denen ist es schlicht egal, mit wem sie sich abgeben, Hauptsache Kontakt.

Es menschelt zwischen den Zeitgesellen allüberall, zunehmende Gleichgültigkeit breitet sich aus, weil der Nächste beim geringsten Anzeichen von Schwäche unwichtig erscheint, im Reich der Superlative der äußere Schein zunächst viel zu bieten hat. Wehe, die Mauer hinter solch Fassaden bricht in sich zusammen, dann folgen Tragödien, oder aber es wird zum nächsten Happening geschielt, Auswahl reichlich vorhanden bei solch „Überangebot“.

Ware Mensch wie ein Verkaufsgut allerorten präsent, von der Stricherin zur Edelhure, vom Therapeuten zum Streetfighter an der nächsten Ecke, vom Penner zum Banker? In einer Welt der Gegensätze, der sozialen Unterschiede, der zunehmenden Verarmung und einem nie dagewesenen Reichtum soll unsere Spezies sich zurechtfinden, ausbalanciert dem Positivismus nacheifern?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Valentins Küsse

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Die Janine
brettert mit ihrer Maschin´
am liebsten die Strecken der Autobahn,
auf denen Betonplatten war´n.

Das Hoppelgeräusch,
nicht was ihr denkt, es ist ganz keusch,
die Nahtstellen zwischen den Platten,
diesen Klang, den die hatten,

erinnert sie an ihre Kindheit,
auf Rollschuhen den Gehsteig
rauf- und runtersausen.
Wind, Platte, Naht, Platte, ein Brausen,

das sich während der Fahrt verdichtet,
zu einzigartigem Rhythmus verpflichtet,
dem Gefühl gleich abzuheben,
mit Untermalung in die Freiheit schweben.

Kein Motorengeräusch kann das bieten,
keine Lederjacke mit tausenden Nieten,
das ist Janines Klang- und Fühlkulisse,
dafür verzichtet sie auf Valentins Küsse.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Grenzenlose Freiheit

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Eine Spitzmaus traf ’nen Fuchs
im leuchtend grünen Gras,
so gänzlich ohne Jux,
beide hatten ihren Spaß.

Was eher unwahrscheinlich klingt,
fast schon wie erfunden,
in manch frisches Gedächtnis dringt,
in Märchen fühlt man sich verbunden.

Drum laßt der Freiheit ihren Lauf,
setzt ihr bloß keinerlei Grenzen,
erfundene Geschichten gibt’s zuhauf,
mögen tristen Alltag herrlich ergänzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Insektensterben scheint die Politik einfach zu ignorieren

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Hauptsache der Profit stimmt

Natürlich kann man alles schönreden, Augen zu und durch, wird schon nicht so schlimm sein. Mit dieser Einstellung agieren politisch Verantwortliche auf nahezu allen Gebieten, die sie betreuen und bearbeiten. Statt das Wohl der Menschen, der Umwelt wirklich ernsthaft in Betracht zu ziehen, unterwirft man sich lieber einer profitgeilen Wirtschaftspolitik, die Maßstäbe setzt, an denen sich orientiert wird.

Allein schon das des öfteren angemahnte Insektensterben zeigt nur allzu deutlich, wie jene Problematik behandelt wird. Tina Baier listet nüchtern auf, fragt in ihrer Überschrift für die Süddeutsche, ob Insekten in 100 Jahren ausgestorben seien. Kein Wort über bedrohliche Szenarien für Erdenbürger, was wenigstens T-online zum selben Thema aufgreift, Insektensterben bedrohe die Menschheit.

Konventionelle Landwirtschaft Hauptverursacher

Es waren nicht die Grünen, die Bio als Entdeckung für sich beanspruchen dürfen, Jahrtausende bewirtschaftete Mensch seine Äcker ohne Pestizide, Kunstdünger, die Ernährung war insofern um ein Vielfaches gesünder, obendrein wurde die Umwelt nicht belastet.

Mit der Industrialisierung, den Wundermitteln der chemischen Industrie meint unsere Spezies, der Natur ein Schnippchen schlagen zu können, Hauptsache die Erträge steigern, hinweg mit Schädlingen, natürliche Kreisläufe bleiben unbeachtet. Das rächt sich auf vielen Ebenen, das Artensterben hat ohnehin durch uns Menschen zugenommen, mit konventioneller Landwirtschaft betrifft es vermehrt Insekten, aber am Ende war’s niemand.

Keine Proteste, zu wenig Widerstände!

Was muß noch alles geschehen, bis selbst alle begreifen, daß wir abhängig sind von der Natur? Meint Mensch tatsächlich, er könne ohne sie existieren? Die EU richtet sich gleichwohl nach einem Wirtschaftsdiktat, welches den Kurs der Ignoranz kaltschnäuzig fördert, Naturschutz-Aktionen reichen ganz offensichtlich nicht aus.

Insofern müssen wesentlich mehr Widerstände und Proteste aufkommen, bevor es tatsächlich zu spät sein wird. Die Wissenschaft hat vorgelegt, vielfach aufs Insektensterben hingewiesen, vor allem auf die Gründe. Jetzt ist die Politik im Zugzwang, bleibt sie weiterhin dermaßen träge und selbstgefällig hörig den Landwirtschaftlobbyisten gegenüber, liegt es an uns allen, sie aufzufordern, dies zu verhindern. Verbraucher haben es besonders in der Hand, sie können Zeichen setzen, wenn sie denn wollen. Ein weiter so bedeutet, daß 2119 kein Schmetterling oder eine Biene mehr Blumen ansteuert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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