Als ich meine Heimat verlor und die Welt fand

© Doris Mock-Kamm

Sie gierten nach meiner Farbe
nach meiner Hautfarbe
ließen sich in der Sonne brutzeln
Reihe auf Reihe eingeschmiert mit Öl
das roch man schon von weitem
die glänzenden Körper
die sich auf der Decke wälzten
ständig im Wettbewerb
ständig neidisch auf braun
braun, brauner, am braunsten
aber niemals dein Braun
das Braun ohne Sonne
das Braun, das blieb
das Braun, das nicht verblaßte
das Braun deiner Herkunft
das Braun, das mich ausmachte
das Braun, das man haßte
nicht abwaschbar
verräterisch
Verrat an der Gemeinschaft der Geifernden
nach Exotik, nach Auffallen in der Masse

Sie stierten auf meine Farbe
auf meine Hautfarbe
bedeckten sich mit dunklen Stoffen
möglichst weit und schwarz
das sah man schon von weitem
die unförmigen Körper
die sich versteckten
ständig im Wettbewerb
ständig mißtrauisch bei braun
braun, brauner, am braunsten
aber niemals dein Braun
das Braun ohne Sonne
das Braun, das blieb
das Braun, das nicht verblaßte
das Braun deiner Herkunft
das Braun, das mich ausmachte
das Braun über das man wachte
nicht abwaschbar
verräterisch
Verrat an der Gemeinschaft der Stierenden
nach Erotik, nach Versinken in der Masse

Entwurzelt im heimischen Garten
getränkt mit Liebe der Ahnen
verstreut auf diesem Erdenball
dieses Vermächtnis ist meine Welt

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Das Joch der Bürokratie erschwert immer noch den Alltag

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Völlig unnötige Belastung

Der französische Wirtschaftswissenschaftler Vincent de Gournay hat entscheidend dazu beigetragen, den Begriff der Bürokratie ins Leben zu rufen. Dieses Kunstwort setzt sich aus dem Französischen bureau, welches Arbeitszimmer oder Schreibtisch bedeutet und dem frz. Suffix –cratie, was wiederum aus dem Griechischen krateia, gleich Herrschaft, Macht oder Gewalt bedeutet. Das Wort Büro selbst entstammt dem spätlateinischen burra, was zottiges Gewand, grober Wollstoff bedeutet.

Noch in Zeiten des ausgehenden 19. Jahrhunderts war im Meyers Konversationslexikon unter der Definition „Bureaukratie“ nachzulesen, daß diese „Schreibstubenherrschaft“ eine Bezeichnung für eine kurzfristige und engherzige Beamtenwirtschaft sei, welche das Verständnis für die praktischen Bedürfnisse des Volkes gebricht. Der Boden der Bureaukratie sei der Absolutismus.

Unter dem Soziologen Max Weber erhält die Bürokratie eine „rationale“ Form der „legalen Herrschaft“. Dabei analysierte er sie aber auch für Unternehmen. Für Weber stellt der Idealtypus der Bürokratie eine Behörde mit beruflichem Verwaltungsstab dar.

Fehlende Transparenz erschwert den Bürgern das Leben mit der Bürokratie

Einerseits dürfen natürlich in einem Rechtsstaat Verwaltungen nie gegen Gesetze verstoßen, andererseits entstanden im Laufe eines „wuchernden Systems“ viele Vorschriften, Gesetze und Verordnungen sowie Anweisungen, die dazu führen, daß in bürokratisch organisierten Systemen der Aufwand an Kosten aber auch die Zeit für die Verwaltung höher werden, als dies der eigentliche Aufwand für den Organisationszweck rechtfertigt.

So beklagen sich immer mehr Bürger über behördliche Entscheidungen, können deren rechtliche Grundlagen allerdings nicht nachvollziehen. Hierbei treffen sich sowohl individuelle Bearbeitungsfehler seitens der Betroffenen, aber auch sind Defizite in den Formularen selbst zu rügen. Das sogenannte „Beamtendeutsch“ stellt immer noch eine Hürde für viele Menschen dar, man könnte fast mutmaßen, es stecke eine gewisse Absicht dahinter, Antragsteller z.B. zur Aufgabe zu bewegen.

Ein Extremfall deutscher Bürokratie zeigte sich im Fall Gerson Liebl

In diesem tragischen Fall haben sowohl bürokratisches Zuständigkeitsgerangel als auch uralte Kolonialgesetze eine entscheidende Rolle gespielt. Gerson Liebl, dessen Großvater Herr Liebl eine Togolesin vor über hundert Jahren geheiratet hatte, benötigte einen kaiserlichen Stempel, der diese Hochzeit verifiziert. Sie können sich selbst erdenken, daß Gerson Liebl nicht die geringste Chance hatte, weil der Stempel eben nicht mehr existierte. Somit wurde er kurzerhand 2009 abgeschoben. Der tragische Kampf um sein berechtigtes Aufenthaltsrecht begann vor 28 Jahren. Er selbst hat auf dieser Seite noch Jahre vor seiner Abschiebung folgendes kundgetan.

Aufgrund einer sehr beherzten Initiative konnte die Abschiebung von seiner Frau Ginette und dem gemeinsamen Sohn Gergi im letzten Moment verhindert werden. Sie dürfen noch in Deutschland bleiben, von einem dauerhaften Bleiberecht durch die Härtefallregel abgesichert darf nunmehr ausgegangen werden. Der Berliner Grünen-Politiker Daniel Wesener wies selbstverständlich darauf hin, daß gerade in diesem Fall es augenscheinlich sei, man grundsätzlich eine neue Regelung der Kolonialgesetze anstreben müsse. Es würde keinerlei Rechtssicherheit für Menschen bestehen, die ähnlich betroffen sind wie die Familie Liebl.

Zur Thematik einer aufgeblähten, bürokratischen Stadtverwaltung hatte der berühmte Satiriker Ephraim Kishon seine tolle Geschichte mit dem „Blaumilchkanal“ uns hinterlassen, bei der einmal mehr aufgezeigt wird, wohin die Bürokratie führen kann, wenn die Auswüchse Überhand nehmen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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ʺI Am Gretaʺ offenbart das Versagen der Politik

Wenig Ahnung verheißt nichts Gutes

Letztendlich läuft uns allesamt die Zeit davon, Mensch kann es sich mitnichten leisten, ewiglich die Klimakrise zu vertagen, um den Raubbau an Mutter Natur fortzusetzen, als sei nichts geschehen. Ignoranz oder halbherziges Vorgehen bedeutet schließlich das Aus für die Menschheit, vielleicht im besten Fall eine ziemlich geringe Überlebenschance mit sehr vielen Opfern.

Florian Reiters Filmkritik im Focus verfährt keinesfalls mit Samthandschuhen, nimmt die verantwortliche Politik entsprechend aufs Korn. Nur zu Beginn vergreift er sich im Ton, wenn er von „einem kleinen Mädchen“ schreibt. Die Körpergröße zusammen mit Gretas Alter zu Beginn ihres Protestes entspricht keineswegs den Maßstäben eines „kleinen Mädchens“, sondern wenigstens einer Jugendlichen mit viel Mut.

Fridays for Future absolut zeitgemäß

Dabei vermittelt sein Artikel durchaus Greta Thunbergs berechtigte Wut über die Untätigkeit, das Versagen der Politik, die sich im Film widerzuspiegeln scheint. Eine nüchterne Bilanz innerhalb jenes dokumentarischen Films, der obendrein die geduldige Rolle ihres Vaters offenbart. Kein leichtes Unterfangen, was dennoch einen tiefen, innigen Familienzusammenhalt bedeutet.

Von einer Klimaneutralität kann ohnehin kaum bis gar keine Rede sein, wie bereits in jüngster Vergangenheit eine Ursula von der Leyen als Kommissionspräsidentin der EU an den Tag legte. Ein Armutszeugnis und eine  Kapitulation verantwortlicher Politik. Die scheint ganz offensichtlich sich an den Vorgaben eines Wirtschaftsdiktats zu klammern, anstatt beherzt durchzugreifen. Das hat die junge Schwedin mehrfach zu Recht auf die Palme gebracht.

Der potentielle Bundeskanzlerkandidat Merz verfehlt seine Hausaufgaben

Er mag sich winden wie er will, besonders gern öffentlich in Talkshows. Nach dem CDU-Parteitag im Dezember erfolgt die Bestätigung, wenn die Mitglieder der PR-Show folgen, um Friedrich Merz als Bundeskanzlerkandidat zu nominieren. Das ist längst ein offenes Geheimnis, was soll jene Farce?!

Ein Verbot des Verbrennungsmotors sei falsch, zitiert Stefan Hajek den Aspiranten für den CDU-Vorsitz in der Wirtschaftswoche, man könne ihn in ein paar Jahren schließlich CO2-frei mit synthetischen Kraftstoffen betreiben. Bullshit, Herr Merz, wie im Artikel begründet erläutert wird! Diese synthetischen Kraftstoffe sind eben keine „Weißen Ritter in der Not“, sondern bedeuten enorme Stromkosten, die in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen.

Was sagt das eben über genau diese Politik, die auch von Greta Thunberg in die Pflicht genommen wird? Sie muß das ganz schnell ändern, sich anpassen an die gegebenen Um- und Zustände. Verpaßt sie das, hat sie abzutreten, sollte sie nicht mehr gewählt werden. Basta.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Träume

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Ich habe den Traum verschlafen
den paradiesischen Traum
endloses glücklich sein
beseelte Harmonie ausstrahlen
wie anstrengend das ist
in Tiefschlaf bin ich versunken

Diese Leere in den Nächten
totale Einsamkeit am Morgen
ein Albtraum in Zeitlupe
vergebliche Suche in den Tagen
Traumreste so schwer zu finden
in Lethargie bin ich versunken

Ewiges Glück macht unglücklich
ständige Harmonie verzehrt Dasein
das Vorhandensein von Gefühlen
Eintönigkeit lähmt Gedanken
Ich verschlafe harmonisches Glück
in fehlende Träume bin ich versunken

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Vom Hamstern und Ignorieren in Coronazeiten

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Scheißhauspapier demnächst wieder rar?

Das muß man bei Weitem nicht verstehen, Herrschaftszeiten, wohin wollen Bedürftige mit all dem WC-Papier wohl gehen? Aufs stille Örtchen sich verdrücken, vor Entzücken sich den Hintern abwischen, eher im Trüben fischen, ob da nicht noch schlimmeres geschieht? So ein Shit! Das Hamstern muß man nicht begreifen, auch das sich gegenseitige Ankeifen, wer dabei den größten Vorrat zu Hause hat. So what?!

Die Infektionszahlen nehmen überall zu, Nachfrage nach Toilettenpapier steigt. Erneut haben manche keine Ruh‘, wie es sich im Lande zeigt. Heute Scheißhauspapier, morgen wieder Spaghetti oder Hefe? Mensch schon ein bescheuertes Tier, feiert mit Konfetti, kloppt sich auch im Rewe.

Spakloghettipapierschnitzel konnte man noch im März mal lesen, flüstert keinesfalls ein Spitzel, dazwischen viele längst genesen, folgen sie jetzt demselben Muster ohnegleichen. Für was soll das wohl reichen? Idiotie sucht sich Wege ohne Sinn und Verstand. Was hat diese Seuche bei manchem wohl aberkannt? Mit Logik hat das rein gar nichts zu tun, manch einer wird nicht eher ruhen, bis er seine Vorräte aufgestockt. Wer hat dabei was verbockt?

Manch Mensch dreht sich selbstgefällig im Kreise, wohin führt wohl dessen Reise? Materialismus hat ihm das Hirn vernebelt, fühlt sich gefesselt und geknebelt, begibt sich auf fanatische Einkaufstour. Im Fernsehen stänkert dieser Nuhr. Hauptsache sich billig Luft gemacht, damit es ordentlich im Hinterstübchen kracht. Wohin solch Gedankenspiele führen mögen, sieht man doch an manch fragwürdigen Freßtrögen!

Drüben im Amiland demnächst gar eine demokratische Wahl wird aberkannt? Solch blonder Dolle möchte gerne sein hochstaplerisches Leben auskosten. Ein Präsident regiert unverblümt als Vollpfosten. Das paßt zum Land der Storyteller, Hauptsache manch Leiche im eigenen Keller. Waffenlobbyisten und Rassisten in trauter Einigkeit vereint, frechweg in jede Kamera gegreint. Was interessiert dabei eine Demokratie, morgen ist die halt dann hie.

Faschismus hat sich doch früher gut bewährt, die Nachfolgegeneration von all dem nichts erfährt. Simpel das System nach eigenem Gutdünken gestalten, das kannten ohnehin auch die Alten. Früh übt sich das gehorsame Bücken, krumm dabei der Rücken, nix mehr mit Stühlen rücken, Raubtierkapitalismus möchte weiterhin verzücken.

Zurück zum Thema, zum Überfluß, zum denkwürdigen Schema, all den Verdruß oder Stuß. Wer in Coranazeiten sich mit Scheißhauspapier zünftig eindeckt, dabei sichtbar aneckt, der hat wohl nichts im Geringsten gecheckt. Hamstern war schon immer eine blöde Option. Was für ein Hohn. Denn wenn du das eine zu viel horten magst, woanders du am Hungertuche nagst. Nix gewonnen, weil all dein Handeln zerronnen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Kopfkarussell

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Im Kopfkarussell
vergißt es
sich schnell,
sich drehend
Gedanken
verwehend,
bereit
Träume
weit und breit
zu verteilen,
man muß sich
beeilen,
bevor
so ein
Tor
emsig
es ausbremst,
dann wird‘s brenzlig
für die Welt,
der die Inspirationen
sonst gänzlich fehlt,
auch für mich
entfallen Freiräume für Ideen,
das wäre fürchterlich.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Schwurbler Verbrecher sondergleichen

Und bist du für den Staat, brauchen wir Gewalt

Im Grunde genommen verhalten sich jene Corona-Schwurbler verantwortungslos, passen ins gleiche Muster all jener, die weder genug Verstand noch Geist besitzen, Zusammenhänge zu begreifen, geschweige diese sehen zu wollen. Dann lieber feste draufhauen, pöbeln, negieren, verschwören, es tummelt sich so selbstherrlich in trauter Gemeinsamkeit, Hauptsache man lebt den Widerstand ohne Rücksicht auf Verluste.

Dabei hat auch unser Land, die hiesige Politik durchaus ihren Beitrag dazu geleistet. Wer ständig das Bildungssystem schleifen läßt, Gutbetuchte eher fördert, Sozialleistungen zusammenstreicht, die Wohnungsnot ignoriert, darf sich nicht wundern, daß Alleingelassene sich zusammentun.

Simple Werbestrategien allesamt unter dem Deckmäntelchen der Meinungsfreiheit

Gesagt, geplant, getan. Pandemie-Leugner starten riesige Flyer-Offensive. Vorneweg jener penetrante Bodo Schiffmann, der schon seit geraumer Zeit unangenehm auffällt, in dem er frei weg Unwahrheiten im Netz streut, etliche Anhänger überzeugen vermochte. Das paßt zur selben Strategie, wie auch Rechtsradikale dies schon lange praktizieren.

Besonders das auf dem rechten Auge blind gebeutelte Deutschland darf sich allerdings nicht wundern, daß jene Corona-Schwurbler dermaßen viel Raum erhalten. Da kommt zusammen, was längst erwartungsgemäß geschehen darf. Die Einsicht läßt auf sich warten, steckt Unschlüssige an, viel eher leichtsinnig zu agieren, was wiederum nichts Gutes bedeuten mag.

Covid-19 wird weiterhin unterschätzt

Obwohl die Zahlen eine deutliche Sprache sprechen, weltweit bisherig knapp 38 Millionen Infizierte, bald 1,1 Millionen an den Folgen des Corona-Virus verstarben. Jeden Zweifler sei der Bericht des Journalisten Joachim Huber ans Herz gelegt, der bei Markus Lanz deutliche Worte an die Zuschauer richtete, nachdem er knapp überlebt hatte.

Trotzdem tobt da draußen ein Mob, ob angeblich friedlich oder Flyer in Briefkästen werfend, auf Plätzen daherlabernd oder vor Kameras sich in Szene setzend. Schwurbler und andere Fanatiker fühlen sich berechtigt bis hin an die Spitze der größten Industriemacht wie dieser Donald Trump. Wann hat der Spuk ein Ende, mögen sich halbwegs Besonnene zu Recht fragen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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