Wahlprognosen verheißen manch Überraschung

Bundestagswahl steht ein heißes Rennen bevor

Wobei Zahlen ihre ganz eigene Dynamik offenbaren, sich durch nichts beeindrucken lassen, ziemlich eindeutige Tendenzen den Trend aufzeigen, egal wie sehr die Große Koalition oder die Linken wettern mögen, es schaut zunächst ziemlich gut aus für die Grünen. Das kann aber tatsächlich nicht wirklich verwundern, das Ende der Union nach Merkel-Ära kündigte sich schon länger an.

Dabei spielen drei andere Parteien mit Blick auf deren derzeitigen Wahlprognosen keine unwesentliche Rolle, sie präsentieren sich zwischen 11 und 14 Prozent. Man möge staunen, die Sozen waren noch in Schulz-Zeiten hoffnungsfroh gen 30 Prozent, ein Absturz von mehr als die Hälfte katapultiert sie ins Lager kleiner Parteien.

Zahlenvergleiche bringen es auf den Punkt

Werfen wir doch mal einen Blick auf unübersehbare Entwicklungen, allein schon in einem Zeitraum von Ende März bis gestern. Der SPD trauten laut GMS  am 29. März noch 16%, der Union zehn Prozent mehr, die Nazis waren mit den Liberalen auf gleicher Höhe mit 11% dabei, während die Grünen sich noch mit 21% zufriedengeben mußten. Das änderte sich aber schnell.

Gut drei Wochen später, am 21. April meldete Allensbach für die Union 28 und die Grünen 23%, so daß sie beide um zwei Prozent zulegten, die SPD gar noch um 0,5%. 14 Tage später tauschten Union und die Grünen kurzerhand, laut Forsa Union nur noch 23% und die Grünen 28%, die SPD verlor 2,5% und würde gerade mal 14% erhalten. Einen Tag später offenbart Infratest dimap den Grünen 26 und der Union 23 Prozent. Die deutschen Wähler gönnen den Nazis mit 12% ein Prozent mehr als den Liberalen, die Sozen stünden weiterhin nur noch bei 14%. Die Linke driftet gen Grenze zum Einzug in den Deutschen Bundestag mit gerade mal 6%. Welch fatales Signal! Aber eine Sahra Wagenknecht tönt im Focus, was die Grünen alles falsch machen könnten, von Sankta Annalena ist da die Rede.

Was heute sichtbar, mag morgen sich anders gestalten?

Davon muß man durchaus ausgehen, die Bundestagswahl hat ohne Weiteres die ein oder andere Überraschung parat, obendrein wird im Sommer die Corona-Pandemie an Bedeutung hierzulande eher verlieren, der Söder-Effekt verebbt, die Grünen müssen ihr Wahlprogramm argumentativ besser vortragen, die Sozialdemokraten haben es gar am Schwersten, zu hoch sind die Vertrauensverluste.

Zwei Parteien bieten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, die Liberalen und jene AfD. Ob am Ende die Nazis noch mehr zulegen, wird sich zeigen. Das Gezeter der FDP beim Bundesverfassungsgericht kann ihr noch Pluspunkte bescheren, danach war’s das aber schon. Letztlich wird am Ende die Partei die Bundeskanzlerin stellen, der die Bevölkerung das am Ehesten zutraut. Im Moment hat Annalena Baerbock die größten Chancen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

Veröffentlicht unter Politik | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Corona-Pandemie erhitzt Gemüter

https://pixabay.com/de/photos/virus-medizinische-finanzen-5115035/

Bild von btaskinkaya auf Pixabay

Mensch Leute, seid froh überlebt zu haben

Diese Zahl  sollte so manchen aufschrecken, – Corona-Leuger können sowieso nicht überzeugt werden, die bleiben schlichtweg außen vor -, in Indien sterben plötzlich immer mehr Menschen, es zählt inzwischen als zweites Land mehr als 20 Millionen Corona-Fälle. Und hierzulande wird über das Infektionsschutzgesetz lamentiert, die Liberalen wittern eine Verletzung des Grundrechts durch die verordnete Ausgangssperre, man zieht damit vors Bundesfassungsgericht.

Ansonsten haben einige keine anderen Probleme, Hauptsache sich vor der Bundestagswahl positionieren, das greifen jene Politiker gern auf, schließlich könnten sie dadurch Wähler mobilisieren, Unzufriedenheit scheint einen hohen Stellenwert zu haben. Mit Blick gen internationale Umfragen zum Corona-Krisenmanement werden solche Haltungen wohl bestätigt.  Verständnis für solch wachsenden Unmut möchte da real so gar nicht aufkommen.

Darf’s noch ein bisserl mehr oder weniger sein, bitt’schön?

Befinden wir uns hier etwa auf einem Basar, vor einer Wursttheke, wo die nette Verkäuferin ihre Kunden freundlich bedient, um die Ware möglichst angenehm feilzubieten? Eine derart unzufriedene Einstelung zur Corona-Pandemie läßt unbedingt zu wünschen übrig. Wie kommt’s? Muß man dies tatsächlich nachvollziehen können?

Haben da welche etwa das Leid um sie herum nicht mitbekommen? Immerhin verstarben hierzulande knapp 85.000 Menschen an den Folgen des Corona-Virus, etliche haben mit Long-Covid-Symptomen zu kämpfen. Trotz der endlich durchstartenden Impfungen auch hierzulande, müssen wir uns noch gedulden, bleibt die Gefahr der Ansteckung bestehen. Und dann solch Unmut?

Politik hinkt stets der Pandemie hinterher

Politiker sind auch nur Menschen, die mal Fehler machen können. Böse Zungen lasten ihnen solche Versäumnisse an, es hätte dadurch unnötig mehr Todesopfer gegeben. Eine gewagte Behauptung. Wir befinden uns aber mitnichten in Brasilien, wo ein Despot seinen Nazi-Phantasien freien Lauf läßt, anfangs gar Covid-19 leugnet. Das ist der Unterschied!

Insofern sollten all jene Kritiker mal die Kirche besser im Dorfe lassen. Vielmehr wäre eine anhaltende Solidarität angebracht, zum Schutz all derer, die weiterhin gefährdet sind. Es geht doch „nur“ noch um ein paar Monate, mit zunehmenden Impfungen verringern sich die Risiken dieser dramatischen Pandemie.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

Veröffentlicht unter Meinung | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Gossenweisheitsverteiler

Querulanten ziehen lärmend durch Straßen,
um ihrem Egoismus freien Lauf zu lassen,
unter ihnen die heimatverliebten Identitären,
die sich nicht um das Wohl anderer scheren,
natürlich darf die braune Partei nicht fehlen,
die lauthals, bürgerlich, in die Welt krakeelen,
auch dabei verwegene allwissende Gestalten,
die Religion und Esoterik für alle verwalten,
dazwischen wahre Wertevermittler, Hasser,
Züchtigung deren Gemeinsamkeit, nur krasser,
diese Straßeneroberer und Platzbesetzer
wetteifern auf Podien, wer ist der beste Hetzer,
um die Menschen in Fanatismus zu treiben,
es lohnt sich, man kann sich die Hände reiben
nach jedem öffentlichen Auftritt, Spenden fließen,
man braucht nur seine Wut über alles ausgießen,
das Publikum wird dadurch auf Angst getrimmt,
Furcht von nun an ihre Handlungen bestimmt,
hier erlernen die Massen, wer Zwietracht sät,
der niemals zwischen die Fronten gerät,
benötigt wird Ichbezogenheit und Arroganz,
Sicherheit bringt, ums goldene Kalb der Tanz.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

In Gedanken

https://pixabay.com/de/illustrations/auge-natur-blick-erkenntnis-718523/

Bild von Karin Henseler auf Pixabay

Deine Augen scheinen stets
aus einem Hochhausfenster
in eine weite Ferne zu blicken,
du erkennst dabei nicht mal
dein reflektierendes Spiegelbild,
nicht mal die namenlose Leere,
die deinen Horizont umgibt.

Deine Augen scheinen stets
aus einem steinernen Brunnen
in eine Feuchtigkeit zu blicken,
du erkennst dabei nicht mal
deine ausgeschöpften Tränen,
nicht mal die bröckelnde Mauer,
die dein Gesicht umgibt.

Deine Augen scheinen stets
aus einem fremden Körper
in eine verlorene Zeit zu blicken,
du erkennst dabei nicht mal
deine alternde Kindheit,
nicht mal die gesprochenen Worte,
die deine Intimität umgibt.

Deine Augen scheinen stets
aus dir auf mich zu leuchten
in eine freie Verbundenheit,
du erkennst dabei nicht mal
deine sich lösenden Klagen,
nicht mal die blinde Vertrautheit,
die deine Freundschaft umgibt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Politische Schlammschlachten außer Kontrolle

https://pixabay.com/de/photos/sonnenuntergang-schlamm-strand-5653998/

Bild von Matthew Slowe auf Pixabay

Am Ende grün doch die Hoffnung

Es dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben, daß unsere Demokratie längst auf dem Prüfstand vieles auszuhalten hat. Eine gewisse Schuld tragen die Parteien selbst daran, schließlich wurden weder die Naziverbrechen noch die Schandtaten aus DDR-Zeiten allumfassend aufgearbeitet, man zog es vor, ein paar wenige Schuldige an den Pranger zu stellen, um letztlich Entscheidendes zu vertuschen.

Das schwingt nach, beschäftigt zu Recht nicht nur Kritiker, sondern bietet so manche Gelegenheit, ziemlich hintersinnig aufzutrumpfen. Gleichzeitig verändert sich auch der Ton, die Auseinandersetzung auf Augenhöhe. Während früher noch das offene Gespräch gesucht, manchmal gar gefunden wurde, parallel heftige Demonstrationen durch unterschiedliche Bürgerbewegungen stattfanden, die Staatsmacht ihre Grenzen offenbarte, mündete jenes Prozedere zumindest zur Bildung der Partei der Grünen.

Mißlungene Versuche

Zunächst eine gelungene Opposition, zumal die Sozialdemokraten es versäumt hatten, kritische Stimme ernst zu nehmen, was die Uniom nebst Liberalen sowieso nie wirklich zuließen oder vermochten. Sowohl die Kohl-Ära als auch das kurze Intermezzo des roten-grünen Versuches scheiterte auf der Linie, setzte sich mit den Großen Koalitionen bei Angela Merkel fort, ohne die wirklichen Probleme des Landes, in der Welt auch nur ansatzweise zu verstehen und zu lösen.

Soziale Mißstände, Umweltverbrechen und der Klimawandel, die drei wesentlichen Knackpunkte. Erneut versuchen die altverkrusteten konservativen Kräfte, dem Herr zu werden per ewig-gestrigen Rezepten, die hauptsächlich in Ignoranz münden, unterm Strich keine Lösungen vorsehen oder gar durchsetzen. Zurück bleibt das dreiste Karussell einer schnippischen Elite, die sich auch noch auf ihre angeblichen Erfolge etwas einbildet, obwohl sie genau jenes weltweite Leid verursacht hat.

Mediale Entgleisungen ziemlich entlarvend

Einerseits fühlen sich nunmehr faschistoide Kräfte erneut auf dem Plan berufen, wie man unschwer erkennen sollte, andererseits etablieren sich hierzulande just die Grünen, an deren Spitze Annalena Baerbock es versuchen möchte. Und wie reagieren manche Medien? Genauso reflexartig verunsichert, gar mit denselben Reaktionen wie all jener Shitstorm, der sich im Internet ergötzt. ARD löscht Twitter-Kommentar zur Bildung Baerbocks, nach heftiger Kritik. Rums, das sitzt. Irgendwie kümmerlich.

Aber so richtig tragisch die Reaktion von Frau Julia Klöckner. Ausgerechnet die reißt den Mund auf! Vielleicht erinnert sich noch jemand an deren rosarote Welt. Jene Ministerin zieht es all die Zeit vor, Chemiekonzerne und die Lebensmittelindustrie zu hofieren, statt die Bevölkerung nachhaltig zu schützen. Insofern sollte sie nicht mit Steinen schmeißen, das vertragen Glaspaläste mitnichten. Fazit von jener medialen Farce: Es wird allerhöchste Zeit, daß Wähler im September zahlreich das Versagen der Politik per Kreuzchen an der richtigen Stelle abstrafen, bevor der Schaden noch mehr zunimmt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Wenn Stille Applaus bedeutet

https://pixabay.com/de/photos/frauen-alter-gro%C3%9Fmutter-1563908/

Bild von Marcialpons auf Pixabay

Den grünen gemischten Salat
aß sie viel lieber als Spinat,
den konnte sie genüßlich mampfen,
kein Grund mit dem Fuß aufzustampfen,
dazu gabs Würstchen, Kartoffeln, passierte,
und im Nu Sabrinas Wutanfall grassierte,
ihren Frust spie sie aus mit vollem Mund,
kleine Babys essen Breie und der Hund,
die 80-Jährige genoß diese Ruhe im Lokal,
die Schauspielkunst beherrschte sie total.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Bereit zur Lieblosigkeit

https://pixabay.com/de/photos/zertreten-glassplitter-uhr-bein-3672347/

Bild von Willgard Krause auf Pixabay

Zerstörungswut sucht Ventile,
davon möglichst viele.
Haß und Hetze im Internet
alles andere als nett.
Meinungsfreiheit ein kostbares Gut,
doch was soll all die Wut?
Haben wir das Diskutieren verlernt,
wird just die Demokratie entkernt?
Mit Blick gen Ellenbogengesellschaft
kreative Leichtigkeit wird abgestraft.
Wohin solch Entwicklung führt,
bleibt in den meisten Köpfen ungerührt.
Kein Gedanke an Frieden und Freiheit,
man verplempert lieber kostbare Zeit.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen