Ein neuer Tag beginnt

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Aus dem Bett gewälzt,
ins Bad gestelzt,
sich gehegt und gepflegt,
Morgenlicht sich vorsichtig regt,
langsam die Sinne erwachen,
Meldungen bringen dich nicht zum Lachen,
schon wieder Corona Thema Nummer Eins,
kein Ende in Sicht, so scheint’s,
Kaffeewasser aufgesetzt,
mit dem Brotmesser sich verletzt,
schnell ein Pflaster gesucht und geholt,
die Frau wird wach und grollt,
dennoch das Frühstück kann beginnen,
Diskussionen lautstark wie von Sinnen,
der Tag hat seinen Beginn,
das Leben stets viel Sinn.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Frankreichs Verbot der „Identitären“ ein Anfang

Geht es rechtsradikalen Gruppierungen endlich an den Kragen?

Gleich vorneweg, wohl kaum. Letztlich sind dies alles nur Tropfen auf den heißen Stein, möchte man politischen Entscheidungsträgern zuraunen. Dennoch muß man in dieser Hinsicht die französische Regierung loben, daß sie die berüchtigte „Identitären“-Gruppe verbietet. Ein wichtiger Anfang, schließlich nehmen jene Rechtsradikalen kein Blatt vor den Mund, wie sie mit Flüchtlingen und Andersdenkenden am Liebsten verfahren würden. Sie leben auf vielen Ebenen ihren abgrundtiefen Haß aus, lassen Rassismus freien Lauf.

Jene Gruppierungen der Identitären sorgten in den letzten Jahren immer wieder für Aufsehen mit ihren bösartigen Aktionen. Während die Österreicher den Mut hatten, sie endlich anzuklagen, zögert Deutschland weiterhin, ein zahnloser Verfassungsschutz beschränkt sich lieber auf vorsichtige Beobachtung, ohne wirklich entscheidende Konsequenzen zu ziehen.

Ganz besonders die Gesetzgebung, also auch die Justiz selbst, verharrt dabei, auf dem rechten Auge blind zu bleiben. Während man mit aller gebotenen Härte jedwede „linken Zellen“ bekämpft, läßt man Rechtsradikale eher gewähren, besonders das Ende vom NSU-Prozeß hat dies deutlich gemacht.

Erhobene moralische Zeigefinger nützen reichlich wenig

Davon lassen sich rechtsradikale Gruppierungen keineswegs beeindrucken. Ganz im Gegenteil, sie setzen alles daran, ihren Kurs auch politisch zu festigen. Ausgerechnet hierzulande gut erkennbar, schließlich sitzen in allen Parlamenten die Nazis, sprich jene AfD, haben sich diese Rechtsradikalen längst etabliert und somit behauptet. Unverblümt wird deren Gedankengut herumposaunt. Alle ehemaligen Betroffenen aus jener dunklen Zeit können nur erstaunt sich wundern, daß so etwas wieder in Deutschland möglich ist!

In anderen Worten, da muß wesentlich mehr Widerstand heranreifen, um Nazis nicht nur in die Schranken zu weisen, sondern vielmehr sie schlichtweg abzuschaffen, zu verbieten, auszugrenzen, wo immer das möglich ist, und zwar ohne wenn und aber! Sie haben schlichtweg keinerlei Existenzberechtigung. Warum? Ganz einfach, weil man Schwerverbrecher auch nicht draußen frei herumlaufen läßt. Eine Gesellschaft kann nur dann friedlich zusammenleben, wenn sie solche Auswüchse erst gar nicht duldet, geschweige denn toleriert.

Aber solange die verantwortliche Politik nicht dementsprechend scharf sich dem entgegenstellt, bleiben jene Nazis auf politischer Bühne, fühlen sich obendrein bestärkt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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So eine große Erinnerung

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Ich hatte so eine große Erinnerung,
größer als das Wissen um mich herum,
verstand Worte und Gesten noch nicht,
Trauer, Jähzorn war meine Reaktion,
wenn man mich an meinem Alter maß,
an dem Alter, das sie berechneten,
ihre Erinnerung für mich war jung,
sie begriffen nicht wie erstickend
große Erinnerungen sein können,
und ich fing an in Tagträumen
ihren Worten, Gesten zu entkommen,
die große Erinnerung nahm ich mit,
sie schmückte aus, mein Staunen
über die Welt, die ich einst verlasse.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Schlafanzugshemd

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Bild von Vladan Rajkovic auf Pixabay

Schlafanzugshemd am Rücken klebt,
zu lange in der Sonne gestanden,
Schweiß durch das Gewebe drängt,
Hochsommer, Autos voll besetzt,
böse Blicke, freundliches Winke-Winke,
ein dröhnender VW-Bus heftig bremst,
voll mit lauter Musik und Menschen,
kennste hier aus, suchen einen Badeplatz,
Schlafanzugshemd am Rücken klebt,
zu lange im Wasser geschwommen,
Zeit sich im Straßenwind zu trocknen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Trumpomanie bis zum Erbrechen

Rassisten und Nationalisten mit offenem Visier

Wann dürfte der Spuk endlich vorbei sein, ein Ende finden? Wohl kaum, wer gen USA und zu den Medien blickt. Zwar hat ein Joe Biden unmißverständlich die Wahl zum US-Präsidenten gewonnen, doch The Donald schwafelt weiterhin von der betrogenen Wahl, und dessen Anhänger applaudieren ihm, obwohl nicht der geringste Beweis vorliegt. Im Zeitalter von Fakenews spielt das keine Rolle.

Gut gebrülllt, Löwe, möchte man ihm und dessen Fans entgegenschmettern, außer ewiglicher Wiederholung seiner dürftigen Sätzchen und Lügen fällt ihm nichts Besseres ein. Das scheint durchaus auszureichen im Land der Storyteller und unbegrenzten Möglichkeiten. T-Online sieht in ihm die Comback-Show, er habe eine neue Masche. Was soll denn daran so neu sein? Er bedient die altbekannten Muster, nichts anderes fiel ihm in seiner vierjährigen Amtszeit ein.

Hauptsache seinen Rassismus mit all den brutalen, menschenunwürdigen Folgen ausleben, Herrenrassengehabe par excellence! Genau dies zollen ihm seine Anhänger, gestern der Sturm aufs Kapitol und morgen? Die Übernahme einer Demokratie, die man am Liebsten direkt abschaffen würde, um in den USA eine Alleinherrschaft zu verkünden? Zurück zum Nationalismus, wie man ihn weltweit verstärkt erneut beoachten kann? Es schaut sehr danach aus.

Die Welt wäre ziemlich gut beraten, solche Auswüchse mit Nachdruck zu verhindern, eine globale Zusammenarbeit kann nur dringender denn je angestrebt werden. Zumal genügend Herausforderungen anstehen, denken wir an die Klimakrise, an die Corona-Pandemie, Hungersnöte und zunehmender Terrorgewalt. All das interessiert einen Donald Trump mitnichten. Der spielt lieber Golf, trifft sich mit Despoten und schert sich einen Dreck um politische Korrektheit. Er lebt lieber seinen ungehobelten Stil, narzißtisch, cholerisch und frauenverachtend.

Trump im Scheinwerferlicht zeigt den Bösewicht, in dieser Rolle glänzt er weiterhin unerschrocken. Doch wir sollten tunlichst wachsam aufpassen, ihm nicht zuviel Aufmerksamkeit zu schenken. Die Zeit der Meldungen über dessen Entgleisungen ist vorbei, weil er eben nicht zum zweiten Mal als US-Präsident antreten durfte. Genau das ist die Botschaft der Wahl, die Joe Biden den Raum gibt, den er benötigt.

Gleichzeitig gibt es ohnehin genügend Herausforderungen, einer wachsenden Bereitschaft zum rechtsradikalen Gedankengut entgegenzutreten. Die Geschichte mit ihrem Leid darf sich keinesfalls wiederholen! Nie wieder Faschismus, mitnichten nur eine Parole, sondern ein Versprechen für Humanismus, Gerechtigkeit und Nächstenliebe. Verpassen wir alle, diesen in Schranken zu weisen, steht uns eine schreckliche Zeit bevor.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Eine Welt ohne Corona undenkbar?

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Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Was wäre, wenn…

Stellen Sie sich doch mal für einige Momente vor, vielleicht zumindest während des Lesens im Hier und Jetzt, Dezember 2019, im Herzen Chinas, in Wuhan gibt es kein Corona-Virus, keine Fledermäuse oder irgendwelche Labore, wo herumexperimentiert wird, ob mit oder ohne Verschwörung jenes klitzekleine Virus in die Welt entfleucht, um all den Schrecken zu verbreiten, welcher dann geschehen sollte.

Ein unglaublich dramatisches Ereignis, in Vergessenheit geraten, zumal vor rund einhundert Jahren nahezu unbemerkt den Globus in Atem hielt per Spanischer Grippe, mit dem großen Unterschied, daß die Nachrichtenwelt keinesfalls ansatzweise mit der heutigen vergleichbar wäre. Wohl der Hauptgrund, warum kein Aufschrei stattfand. Dabei nicht zu vergessen, daß just der Erste Weltkrieg noch nachklang, genügend Todesangst und Panik verbreitet hatte.

In anderen Worten, die Menschheit hatte keine Zeit, sich mit Statistiken, Eilmeldungen, TV-Geflimmer auseinanderzusetzen, geschweige denn die Schnelligkeit heutiger Technik an der Hand, um sorgenvoll möglichst viele Betroffene zu informieren. Unwissenheit eventuell eine Chance oder etwa doch das ahnungslose Ausgesetztsein jener Pandemie gegenüber? Was wiegt schwerer, dem Tod wissentlich gegenüberzustehen oder ihm unvorbereitet zu begegnen?

Ersteres findet jetzt statt. Die Menschheit befindet sich in Schockstarre wie das Kaninchen vor der Schlange. Eine falsche Bewegung und sie beißt unweigerlich zu, kaum ein Entkommen möglich. Doch was wäre, wenn eben Corona nicht sich ausgebreitet hätte? So wie die Schweinepest, die einfach im Sande verebbte, Mensch weiterhin seinen Weg der Ausbeutung gedankenlos fortsetzen konnte, Umweltverbrechen sowie Artensterben, klimaschädlich alles zerstörend, was der Natur eher schadet, Mutter Erde mit Füßen tretend?

Das Wirtschaftswachstum hätte global zugenommen, die Börsen sich überschlagen, ein paar mehr Kriegsszenarien wären drin gewesen, entsprechend noch mehr Flüchtlinge, im Sommer 2020 wesentlich mehr Smog in den Großstädten, die Frage der Chemtrails wäre wieder aufgeflammt angesichts der vielen Kondensstreifen in den Stoßzeiten des Flugverkehrs, richtige Demos hätte es gegeben, keine Quertreiber, Polizeieinsätze mit Wasserwerfern, Konzerte wie in Wackersdorf, Kultur überall mit viel Menschenauflauf.

Das alles und noch viel mehr setzt seit über einem Jahr aus, Depressionen nehmen zu, vor allem Kulturschaffende leiden, während Politik weise mit dem Kopfe nickt oder ihn schüttelt, ob mit oder ohne Konzepte, die Pandemie stellt uns allesamt vor Herausforderungen, die schier unlösbar erscheinen und sind, die Zahl der Corona-Toten sprechen ihre bestechend scharfe Sprache, führen uns vor Augen, was Sache ist. Waren es hierzulande noch im November keine 10.000 Todesopfer, hat sich die Zahl seitdem versiebenfacht! Zack, das sitzt, sollte uns alle warnen. Kein Ende in Sicht, selbst wenn Hoffnungsschimmer aufglimmen, die Seuche wäre eventuell nach diesem Sommer oder Herbst am Abebben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Danzknöpfle

Beeil dich, beeil dich,
der Zug fährt gleich ein,
wir kennen den besten Platz,
kennen die Zeit, fast genau,
auch ohne die Kirchturmglocken,
schließlich wohnen wir hier,
da kommt sie, da kommt sie,
die Lok mit den vielen Waggons,
wir stehen lässig an der Rampe,
bereit zum Klepfen, zum Knallen,
mit der Peitsche den Kreisel,
sag bloß niemals Schnur,
schnalzende Laute schallen,
die bunten Danzknöpfle tanzen
zu unserer Freude vor Publikum,
viele Augenpaare staunend
hinter den Fenstern zu uns blicken,
das wissen wir, das wissen wir,
schließlich wohnen wir hier,
die Danzknöpfle kreisen
während des Zuges Aufenthalt,
und fährt er wieder weiter,
drehen wir uns zum Peitschenknall
vor Freude über unser Geschick
im Kreis, sind wir Peitschenkreisel
auf diesem Platz, bis einer schreit,
beeil dich, beeil dich,
der Zug fährt gleich ein,
schnalzend, klepfend und schallend
begrüßen wir die Zuggäste
mit den farbenfrohen Danzknöpfles.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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