Erde forme mein Haupt

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Im Himmel flockt es,
löse mich auf,
werde zu Staub,
bin nichts vom Nicht.

Im Himmel bauscht es,
fülle mich auf,
werde zu Sand,
knirsche in Schuhen.

Im Himmel stockt es,
reibe mich auf,
werde zu Wolken,
Düsternis mich raubt.

Im Himmel blitzt es,
wecke mich auf,
werde zu monströs,
Erde forme mein Haupt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Kanzlerringen in der Union

Wer hat den besseren Ton?

Wir kennen das schon. Die Sozen hatten sich früh für ihren Kandidaten entschieden, was die anderen bisher stets vermieden, es bleibt ein Krimi so kurz vorm Beginn der Bundestagswahl, für manch einen eine bittere Qual. Das gehört aber zum politischen Geschäft, daß der ein oder andere laut kläfft. Ob der Blackrockman, der Merz den Söder in einem Brief scharf attackiert, och noch glaubt, er brilliert, manch Emotion sich nach oben schraubt, sowas halt passiert, gehört einfach dazu. Bald ist Ruh.

Es hilft nicht viel, wenn Laschet vor einer „One-Man-Show“ warnt, das ist doch das erklärte Ziel, ein jeder gern den Kanzlersessel umgarnt. Die Union meint bereits, sie hätte den Posten ganz sicher für sich, welch unsicherer Reiz, Politik bleibt schlichtweg widerlich. Denn die Arroganz der Konservativen mag mit den Grünen nicht unbedingt aufgehen, hinterher haben sie höchstwahrscheinlich das Nachsehen.

Ein knappes halbes Jahr vor der Bundestagswahl mag die ein oder andere Überraschung noch aufwarten, wer zu früh jätet den unsicheren, politischen Garten, den mag im Herbst mit der Ernte ein zu spätes Einsehen jäh aufwecken. Wer wird wohl dann wen heftig necken? Eine große Koalition mit der Grünenpartei? Einerlei, wer spricht dabei wohl für Zwei?

Ganz andere Optionen mögen sich ergeben, wenn politische Gegner Unverhofftes anstreben. Die Nazis lassen wir mal besser in solch Gedankengebilden außen vor, wer die wählt, ist ohnehin ein dummdreister Tor. Möglichst schnell abgewählt! Heute mögen sie noch über zehn bis zwölf Prozent an Wahlstimmen frohlocken, im Herbst könnten sie’s dennoch verbocken. Warum so voller Optimismus, der sei etwa Stuß? Falls dieses Land weiterhin Nazis will, das wäre in der Tat ziemlich schrill!

Mit Blick gen andere Parteien, man möge uns verzeihen, kann man getrost nur noch den Kopf schütteln. Bei den Liberalen und Linken gibt’s kaum bis gar nichts mehr zu rütteln. Mit einem Lindner und einer Wagenknecht vorneweg erledigt sich das schnell zum Selbstzweck. Wer die beiden akribisch durchschaut, niemals nicht auf deren Parteiprogramme baut.

Doch zurück zur Union. Wie war das nochmal nur allzuoft beim Talk mit Markus Lanz? Der Söder kneifte bei dessen Frage ob Kanzler gar nicht oder ganz. Diesen Gag durchschaut inzwischen eigentlich jeder Jeck. Bei soviel Sympathieumwerbung ob des smarten Söder, dieser sei in Umfragen wohl der richtige Mann, liefert von Beginn an ein geschickt gelegter Köder. Laschet und Merz greifen diesen ungeschickt auf, jetzt haut die Öffentlichkeit drauf, manch Kommentator grinsend danebensteht. Für Reue längst zu spät? Am Ende soll es wohl Laschet machen, doch ob er’s läßt wirklich krachen? Für weite Teile der Bevölkerung ist der doch nur zum Lachen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Schokoladenfigur

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Es ist nicht die Schokolade, die mich quält,
es ist das gemeißelte Gesicht, das fehlt,
mein Bauch scheint’s zu vermissen,
meine Trauer weint in die Kissen,
kopflos steht der Körper vor mir,
ich war das gierige, gefräßige Untier,
konnte der süßen Masse nicht widerstehen,
ein kurzer Druck, schon war’s geschehen,
es zerbrach an der empfindlichsten Stelle,
das Genick der braunen Versuchung so schnelle,
mein Gewissen stopfte den zerbrochenen Kopf
eiligst fort, hinter die Zähne, in den Kropf
würde man bei Vögeln allenthalben sagen,
da war er in Sicherheit, bis er tropfte in den Magen,
von dort steigt auf sein figürliches Andenken,
die Tränen nicht wirklich von der Tat ablenken,
wenn‘s mir schon so flau ist, übel sehr,
kann‘s mir nicht übler werden, wenn ich ihn ganz verzehr.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wahlkampfzeiten

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Es wird immer schnöder,
nun versucht’s der Söder.
Die Union auf Kanzlersuche,
hinweg von schwarz-rotem Tuche.
Den Grünen wollen sie trauen,
ob’s fruchtet, mal schauen.
Sahra hat die Linken verprellt,
nur noch Nationalismus wohl zählt.
Deutschland im Herbst zur Wahl,
das wird eine Qual diesmal.
Die Liberalen und die Nazis Randfiguren,
schlagen sich zielsicher trotz Blessuren.
Die Sozen wahrscheinlich in der Opposition,
geschieht ihnen recht, kommt davon.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Frisurwetten

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Kopf mit der Hand aufgestützt,
mit dem Ärmel Nase abgewischt,
Kaugummi seit Stunden im Mund,
Schnürsenkel nicht zugebund,
lässigen Eindruck vermitteln,
Lehrer Gralke tut Haare schütteln,
der Tom hat, für dieses Frisurerlebnis,
sonst der penible Streber, Verständnis,
mit Öl drapierte Flusen auf dem Haupt,
der Wind sie kurz ins Hirn schraubt,
wie polierte Schrauben schauen’s,
die Härchen auf der Glatze aus,
für Tom ist’s die Skyline von Manhattan,
unser fairer Buchmacher der Haarwetten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Frontex-Pushbacks alles andere als einmalige Praxis

Europas Grenzpolitik hält sich keinesfalls an Menschenrechte

Im Grunde genommen zeigt sich exakt an dieser Stelle das ganze Ausmaß von zahlreich verfehlten politischen Entscheidungen, die im Endeffekt auch Flüchtlingsströme hervorrufen. Die Hochburg Europa wappnet sich mit äußerst fragwürdigen Verhaltensweisen an den Außengrenzen der EU, was wiederum Frontex richten soll.

Zweifellos finden Pushbacks in der Ägäis statt, wie kürzlich der Spiegel berichtet, mehr als hundert Flüchtlingsboote seien bei Frontex-Einsätzen zurückgestoßen worden. Selbstverständlich steht der Chef der Europäischen Agentur für die Grenz- und Küstenwache, Fabrice Leggeri, in scharfer Kritik, schließlich hat er dies zu verantworten, auch wenn er die Rechtsbrüche mit der fadenscheinigen Behauptung verteidigt, es handle sich um ein legales „Abfangen“ der Boote, Griechenland praktiziere dies seit März des letzten Jahres.

EU-Kommission kann nicht länger den Frontex-Einsätzen zustimmen

Was wiederum Juristen betont bestätigen, Grenzbeamte hätten sich an Verpflichtungen des internationalen und europäischen Rechts zu halten, dies bedeutet nunmehr eine Retourkutsche gen Fabrice Leggeri. Bereits im Dezember hatten Ermittler der europäischen Antibetrugsbehörde Olaf dessen Büroräume durchsucht, Europaabgeordnete ließen es sich nicht nehmen, eine eigene Prüfgruppe einzurichten, um Leggeris Praktiken zu untersuchen.

Doch wie lange soll die berechtige Kritik noch anhalten, folgen daraus erforderliche Konsequenzen, die gar dazu führen, daß Fabrice Leggeri zurücktritt? Die EU steht nämlich gleichwohl in der Kritik selbst, verharrt sie zu lange tatenlos. Völlig zu Recht prangern kritische Medien die Vorgänge an.

Das Flüchtlingselend exemplarisch für eine verfehlte Weltpolitik

Nichts geschieht zufällig, alles hat seine Ursprünge, die manchmal nur mittels akribischer Erklärungen beschrieben werden können. Um es mal relativ kurz zu verdeutlichen, eine harsche Politik des Wettrüstens, etliches Kriegsgeschehen, Ressourcen-Ausbeutung zu Lasten der Umwelt zieht weltweite Probleme nach sich, die Menschen versuchen ihr Bestes daraus zu machen, um am Ende notgedrungen zu fliehen. Flüchtlingsströme versuchen ihr Glück im vielversprechenden Europa, was wiederum seine Grenzen äußerst wirksam dicht macht, wie wir bei den jüngsten Frontex-Pushbacks erleben müssen.

Weiterhin aktuell die Rettungskette zum Mittelmeer, wir interviewten im Januar 2020 Rahel S.,  die zusammen mit Gleichgesinnten diese Aktion ins Leben rief. Trotz Corona sind Konzepte der Realisierung in Planung. Was die Not von Flüchtlingen selbst anbelangt, darüber berichtete uns Ina Felina im Interview mit ihrem ‚Projekt 009’. Die beherzten Aktionen deuten auf die Problematik hin, die weiterhin die Menschen vor Ort belastet. Solange Politik es versäumt, Flüchtlingen real wesentlich wirksamer zu helfen, hält das Elend an, sorgt auch Frontex für Menschenrechtsverletzungen, die gleichzeitig Despoten beflügelt, ihr Verhalten erst recht durchzusetzen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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In Tiefen Augen schauen

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Bild von Hans Braxmeier auf Pixabay

Darf ich dein Gefühl benützen,
nicht um es abzunützen,
noch will ich es stehlen
oder zu meinen eigenen zählen,
verstehen will ich dich,
begreifen, sonst ist es hinderlich
auf dem Weg zu dir
wie eine geschlossene Tür,
versperrt bleibt mir zu spüren,
welch Qualen dich berühren,
und sollten sie mich runterziehen,
und ich kriech‘ auf meinen Knien,
so wirst du, so habe ich Vertrauen,
auch in Tiefen in meine Augen schauen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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