Grimms Märchenwald geht es an den Kragen

„Wald roden für Windkraft“ gefährdet Reinhardswald

Seit einigen Jahren braut sich etwas Dramatisches im Weserbergland zusammen, das Aushängeschild Grimm’scher Märchen, der 200 km² große Reinhardswald, soll für die bevorstehende Energiewende herhalten, die Betreibergesellschaft Windpark Reinhardswald GmbH unterzeichnete im Mai 2019 gemeinsam mit dem Windkraftanlagenhersteller Vestas die zu erwartende Lieferung von 20 Windenergieanlagen des Typs Vestas V150.

1 Million m² Wald sollen weichen, Waldzerstörung aus Profitgier, wie der Verein Rettet den Reinhardswald in seiner Petition anmahnt. Die zuständige Landesregierung ignoriert von Beginn an die dringenden Appelle betroffener Gemeinden vor Ort, es handle sich ganz offensichtlich dabei um „Greenwashing“, angeblicher Klimaschutz wird insofern mißbräuchlich angewandt.

Bewußt gestreute Fehlinformationen verdeutlichen kriminelle Energie

Wie der Verein klipp und klar zum Besten gibt. Was soll jener markante Spruch, die Naturschutzgebiete des Reinhardswaldes blieben unversehrt? Das Gegenteil trifft zu, Vögel, Fledermäuse und Insekten werden in Mitleidenschaft gezogen, Lärm und Zerstückelung natürlicher Lebensräume machen der Natur den Garaus.

Wer diesen alten Waldbestand mittels Zubetonierung und Versiegelung hochgradig gefährdet, muß sich den Vorwurf gefallen lassen, gewisse Zusammenhänge nicht zu kennen, obendrein mahnende Stimmen gezielt zu ignorieren. Regeneration kann nur mit nachhaltiger Aufforstung funktionieren. Jene Windkraftanlagen schaffen letztlich ein anderes Raumklima zu Ungunsten des Wasserhaushaltes, ohnehin schon kranke Baumbestände werden erst recht in Mitleidenschaft gezogen.

Besonders tragisch verhält es sich mit Falschmeldungen seitens jener rechtspopulistischen AfD, die mal wieder gern Umweltthemen für sich neu entdeckt. Das dient keineswegs dem Reinhardswald und auch mitnichten dem engagierten Verein oder den Betroffenen vor Ort.

Wieviel Proteste braucht es denn noch? Chancen auf Einsicht?

Nach gut sieben Jahren spitzt sich die Lage zu, bereits im letzten Jahr berichtete auch die ZDF-drehscheibe mit einem kurzen Beitrag über Windräder im Reinhardswald. Doch die Landespolitik scheint das mitnichten zu interessieren. Hauptsache profitable Geschäfte werden rücksichtslos durchgezogen.

Dabei summieren sich stetig die Gegenargumente, die einmal mehr verdeutlichen, was hier wohl verkehrt läuft. Anstatt einsichtig die berechtigten Argumente aufzugreifen, um andere mögliche Standorte zu überdenken, verharrt die verantwortliche Politik.

Auch der Verein „Rettet den Regenwald“ hat sich mit einer Petition zu Wort gemeldet: Keine Windkraftanlagen im Wald. Es fehlen noch rund sieben Tausend Unterzeichner, um das Etappenziel von 50.000 Unterstützern zu erreichen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Kastration der Individualität

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Die neuen Wilden sind die blinden Alten,
die uralte Ängste als Eigentum verwalten,
aus aufgestauter Wut geborener Haß,
aus Unzufriedenheit beim kleinsten Anlaß
über die Nachkommen des Triebes Freuden,
die anstatt Macht lieber Friede vergeuden,
eigenständiges Denken bevorzugend
als einzig geltende Pflicht und Tugend,
in ihren Handlungen frei sind zu agieren,
das gilt es zu zerstören, damit sie parieren
nach altbewährtem einengendem Ritual,
als ewig Gefangene im Penisfutteral,
deshalb wird beschnitten die Individualität,
nur genormte Persönlichkeit hat Qualität,
an Geist und Seele kastrierte Geschlechter
sind die vorzüglichsten geblendeten Wächter,
gezüchtete eingeschüchterte Spermien,
das sind deren wahre Ergußphantasien,
die sie geschickt verpackt, wie sie sich freuen,
in die Welt mittels tausenden Lügen streuen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Mit Wehrdienst verhindert niemand Rechtsextreme in der Bundeswehr

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Was reitet dabei nur Wehrbeauftragte Eva Högl?

Die Sozialdemokraten tappen mal wieder ins Fettnäpfchen mit dem äußerst fragwürdigen Vorschlag ihrer Wehrbeauftragten Eva Högl, aufkommenden rechtsextremistischen Tendenzen in der Bundeswehr mit der Wiedereinführung des Wehrdienstes zu begegnen.

Es fragt sich nur, wobei darin der Sinn sein soll?! Nach jahrzehntelangen Diskussionen und Beschwerden über jenen Wehrdienst, der dann endlich vor rund neun Jahren ausgesetzt worden war und somit die Bundeswehr mit einer Freiwilligenarmee stattdessen vorliebnimmt,  kann ein derartiger Vorschlag zu Recht nur auf Ablehnung stoßen. Annegret Kramp-Karrenbauer kündigt neuen Freiwilligendienst an, eine nachvollziehbare Reaktion seitens des CDU-Koalitionspartners.

Die Thematik rechten Gedankenguts ist noch längst nicht vom Tisch

Ganz im Gegenteil, sie hält tief verwurzelt an, unabhängig davon, daß eine rechtsextreme Partei wie die AfD inzwischen im Deutschen Bundestag sitzen darf. Deutschland gewährt Rechtsextremismus zu viel Freiraum, wie wir im Dezember letzten Jahres anmahnten, seitdem kamen immer mehr deutliche Verstrickungen sowohl bei der Polizei als auch bei der Bundeswehr ans Tageslicht. Eine tatsächliche Konsequenz daraus bleibt bis heute offen.

Die Liberalen, die Grünen und die Linken lehnen gleichwohl Eva Högls Vorschlag ab, der ohnehin keine Besserung erbringen kann. Die Juristin mag ja ihre Erfahrungen beim Untersuchungsausschuß „Terrorgruppe nationalsozialistischer Untergrund“ gesammelt haben als Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion. Das Ergebnis des NSU-Urteils ließ ohnehin zu wünschen übrig, Rechtsradikale fühlen sich bekanntlich erst recht bestätigt.

Wohin steuert dieses Land tatsächlich?

Diese Frage muß explizit in aller Deutlichkeit gestellt werden, wenn man sich vergegenwärtigt, wie lang schon rechtsradikale Tendenzen sich an vielen Orten ausbreiten durften. Man gewinnt den Eindruck, daß die Politik nahezu ohnmächtig jenes Phänomen zwar akribisch beobachtet, im Deutschen Bundestag gar den „geistigen Ergüssen“ jener AfD-Abgeordneten entsprechend Paroli bietet, dennoch tummeln sich jene Kräfte frech weg mitten unter uns.

Daher sollte mit aller Entschiedenheit wesentlich härter durchgegriffen werden. Mit solch laschen Lippenbekenntnissen wird man jene Rechtsradikalen nicht vertreiben. Mehr Zivilcourage ist gefragt, eher die Stärkung einer Antifa statt deren Kriminalisierung!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Zeit hat Verspätung

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Und wieder Mal
im Wartesaal
der langsamen Stunden,
der unvollendeten Sekunden,
kein Hauch vertreibt die Zeit,
Stillstand weit und breit,
selbst Staub rührt sich nicht,
alles wirkt kompakt und dicht,
störend selbst der kleinste Laut,
lähmende Energie wohin man schaut,
schweres Lachen rollt durch den Raum,
Donnergrollen, stark wie ein Baum,
zermalmt das steinerne Gefilde,
befreit das gefangene Wilde,
kichern, grinsen gackern, lächeln,
Lachsalven lähmende Wartezeit wegfächeln.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Chemnitzer „Hair-Aufführung“ setzt rassistisches Signal

Das Theater bemüht sich um Schadensbegrenzung

Als ob nicht Sachsen im Osten Deutschlands schon genug Probleme mit seinem Ruf einer Nazihochburg hat. Selbst die  etlichen Vorkommnisse eines Mobs in der ehemaligen Karl-Marx-Stadt sind keineswegs zufälliger Natur, sondern viel eher die Spitze eines Eisberges.

T-Online setzt sich bei dieser berechtigten Thematik mittels Motsi Mabuse auseinander, die empört über das Theater Chemnitz reagiert, „Hair ohne Schwarze. Gerade wo aktuell über Vielfalt in der Gesellschaft und Rassismus breit diskutiert wird?“

Jede Ausrede wirkt deplatziert

Zumal es etliche farbige Darsteller gibt, die ohne weiteres entsprechende Rollen im Musical übernehmen könnten. Insofern eine völlig berechtigte Aufregung aufkommt. Was hat sich die Theaterführung nur dabei gedacht?

Besonders „Hair“ steht doch für die Freiheit aller Menschen untereinander, ein unbedingter Protest gegen den Vietnamkrieg, in aufkommender Hippie-Bewegung darf kein Platz mehr für Rassismus sein, Krieg und Gewalt im beginnenden Zeitalter des Wassermannes sollten endlich der Vergangenheit angehören. Das ist die Botschaft von Hair.

Theaterführung sollte ihre verfehlte Haltung überdenken

Denn die rassistische Signalwirkung nutzt den rechtsradikalen Kräften in Chemnitz, die das gern aufgreifen werden. Während weltweit Rassismus längst nicht überstanden ist, macht die Theaterführung in Chemnitz Nägel mit Köpfen? Daß hierbei Kopfschütteln aufkommt, sollte mehr als verständlich sein.

Die angedachte Podiumsdiskussion, die die Leitung jetzt auf den Weg gebracht hat, mag ja eine gutgemeinte Idee sein, zumal das exemplarisch in der Theaterwelt gern veranstaltet wird, die direkte Auseinandersetzung zwischen Publikum und Ensemble nach solchen Aufführungen. Dennoch muß man die Entscheidung dieser Fehlbesetzung mit Nachdruck anprangern. Es verbleibt der Eindruck eines rassistischen Vorgehens!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kulturelles

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Zukunftsprognosen überlebenswichtig

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Trübe Aussichten mit verhaltenem Optimismus

Jede Generation hatte ihre ganz eigenen Vorstellungen, wie sie ihr Leben zu gestalten gedachte, wobei sie sich natürlich danach orientierte, was die „Alten“ so trieben, um ja nicht ins selbe Fahrwasser zu gelangen.

Ob die Studentenrevolten der Sechziger Jahre, das Umweltbewußtsein der Siebziger Jahre, um anhand dieser Orientierungen den Sog einer heranwachsenden Jugend zu verdeutlichen, die staunend die Welt beginnt zu begreifen, all das wird vom Blick in die Zukunft begleitet, die niemand ernsthaft vorherbestimmen kann, auch wenn trübe Aussichten mit verhaltenem Optimismus vorherrschen. War das nicht immer schon so, daß oftmals eine gewisse Endzeitstimmung alle Generationen begleitete?

Prinzip Hoffnung als Garant zum Überleben

Als die Welt, eingeteilt in Ost und West, bis an die Zähne bewaffnet, atomar hervorragend aufgestellt und mit dem Finger am Roten Knopf den Atem anhielt, ganz besonders in der Zeit zum NATO-Doppelbeschluß, der letztlich scheiterte, aus dem eine weltweite Friedensbewegung hervorging, da mußte ebenso die junge Generation äußerst ängstlich und somit sorgenvoll in eine Zukunft blicken, die einen Atomkrieg bedeuten könnte.

Dennoch bewältigte sie diese Bedrohung irgendwie, wobei deutlich sichtbare Spuren hinterlassen wurden, auch wenn das gern kleingeredet wird. Nicht zufällig fühlten sich politische Extremisten darin bestätigt, die weltpolitischen Zusammenhänge für ihre eigenen Standpunkte sich zurechtzulegen, was wiederum Terrorzellen hervorbrachte bis hin zum bevorstehenden Fallen des Eisernen Vorhangs nach der Überwindung der Fronten mit dem Mauerfall – mitten in Deutschland vollzog sich ein weltpolitischer Wandel, dessen Folgen bis heute uns beschäftigen. Junge Menschen mußten sich sehr schnell umorientieren, wobei sie zwangsläufig in dieses häßliche vorurteilsbehaftete Ost-West-Denken gerieten, was wiederum die eigene Zukunft nicht gerade begünstigte.

Aber Hoffnung bestand immer. Und so bewahrheitet sich aus der historischen Erfahrung dieses Prinzip, welches schon Ernst Bloch betonte mit der von ihm zitierten Parole aus den Bauernkriegen 1525 in Deutschland, in der es lautete: „Geschlagen ziehen wir nach Haus – unsere Enkel fechtens besser aus.“ Dieses philosophische Prinzip der Hoffnung als Strohhalm, an dem auch Zukünftige sich klammern mögen, ein Garant zum Überleben? Selbstverständlich braucht Mensch einen solchen Ausweg, um nicht gänzlich an den zunehmenden, lebensbedrohlichen Problemen zu scheitern.

Optimismus rechtfertigt sich dennoch trotz dramatischer Entwicklung

Jeden Tag haben wir es selbst in der Hand, unser Leben mit sämtlichen uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu gestalten. Während der eine das Gesamtwohl der Gesellschaft im Auge hat und der andere seine eigenen Pfründe selbstherrlich rafft, entscheidet sich stets, inwieweit die Waagschale sich in die eine oder andere Richtung senkt: Aufbau oder Zerstörung, Gutes oder Böses, Frieden oder Krieg.

Trotz der nach wie vor anhaltenden, weltweit dramatischen Entwicklung, was den Raubbau der Ressourcen anbelangt, zerstörerisch menschliches Verhalten sich selbst, anderen und Mutter Erde gegenüber, bleibt all jenen, die längst solche Zusammenhänge verinnerlicht haben und entsprechend behutsam agieren, nichts anderes übrig, als Optimismus an den Tag zu legen. Jene Menschen befinden sich immer noch in der Minderheit, was aber nicht gleich bedeutet, daß eine schweigende, zurückhaltend verharrende Mehrheit sich berufen fühlen darf, genau den selbstherrlichen Demagogen zu folgen. Es gilt daher, diesen Menschen die Augen zu öffnen, damit der berechtigte Optimismus sich auch in der Zukunft entfalten kann, bevor gänzlich Zerstörungsgewalt jedwede Hoffnung zunichtemacht.

Wer möchte, darf aus realer Welt gern mal für einige Augenblicke in John Ronald Reuel Tolkiens „The Lord of the Rings“ tauchen, in der ebenso ein Kampf zwischen Gut und Böse stattfindet, der zunächst aussichtslos erscheint. Nehmen wir genau diese Kraft mit hinein in unsere Wirklichkeit, trotzen den brutalen Herausforderungen, die unser Leben bedrohen, lassen nicht zu, daß einige Wenige über zig Millionen Menschen verfügen und herrschen, um sich selbst nonstop zu bereichern, während das Leid ständig weiter anhält. Wir selbst haben unsere Zukunft in der Hand, außer wir lassen uns Fremdbestimmen, geben uns auf!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Kein Sinn mit Putin

Der Putin, der Putin,
der hat ’nen großen Spleen,
wo will er hin, wo will er hin,
es ergibt keinen Sinn.

Sein rundes Kinn, sein rundes Kinn,
das glänzt wie eine Queen,
fragt sich, wer ich bin, wer ich bin,
mehr Geist sei wohl nicht drin.

Der Putin, der Putin,
der ist zwar kein Stalin,
wo will er hin, wo will er hin,
für Russland kein Gewinn.

Argumente ganz dünn, ganz dünn,
welch dramatischer Beginn,
was für ein Irrsinn, was für ein Irrsinn,
statt win win eher Leichtsinn.

Der Putin, der Putin,
der hat ’nen großen Spleen,
wo will er hin, wo will er hin,
etwa schon bald nach Berlin?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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