Nicht ohne ihre Doktrin

Ja, wo laufen sie denn,
wo laufen sie denn hin?
Du stellst vielleicht Fragen,
hinter denen, die Fahnen tragen,
ihr Geist ist so einsam,
sie jedes Fähnchen vereinnahm‘,
mit sich selbst können sie nicht kommunizieren,
deshalb sie hinter einer Fahne hermarschieren.

Ja, wieso denn,
wieso denn nur?
Hab‘ ich doch eben erst gesagt,
keiner von denen wagt,
ohne einen Wegweiser, eine Doktrin,
zu eigenen Gedanken zu stehen, schlechthin,
sie meinen das Labyrinth des Lebens
könnte man damit umgehen, vergebens.

Ja, warum denn,
warum denn vergeblich?
Ganz einfach, sie laufen ständig im Kreis der Idiotie,
sozusagen gefangen im Käfig einer Ideologie,
die gibt jegliches Denken vor, heuchelt Loyalität,
die Folge, Unfähigkeit zur Liebe bis hin zu Brutalität,
je mehr die Einsamkeit des Geistes wird konsumiert
Sinne verkümmern, man sich im Doktrinwahn verliert.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Greta mahnt an auf UN-Klimakonferenz in Madrid

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/3/30/Greta_Thunberg_5.jpg/640px-Greta_Thunberg_5.jpg

Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Verhandlungen äußerst mühsam

Entgegen manch bösartiger Unkenrufe gab es doch tatsächlich welche, die meinten, sie würde die Überfahrt gen Europa nicht schaffen, wurde der jugendlichen Greta Thunberg beherzt geholfen, gelangte sie somit rechtzeitig zur UN-Klimakonferenz in Madrid.

Wir bezahlen für etwas, was wir nicht verursacht haben“, junge Aktivisten berichten dabei über Dürre und Krankheiten in ihrer Heimat. Obwohl die ganze Misere bereits seit über vierzig Jahren in den Köpfen geistig wacher Menschen sehr wohl bewußt, zog es die verantwortliche Politik all die Jahre vor, fast gar nicht entsprechend zu handeln.

„Unsere Leben sind nicht verhandelbar“

Kommentierte eine Aktivistin aus Chile. Greta Thunberg hatte nur kurz ein wichtiges Statement abgegeben, wollte möglichst damit anderen den Vortritt lassen, sich zu äußern. Richtig so, denn da draußen in der Welt herrscht Besorgnis, Panik und völlig berechtigte Empörung.

Von Fortschritten seit dem Beginn von FFF kann gar keine Rede sein, auch das bundesdeutsche Klimapaket ist kleiner als ein Päckchen, beweist erneut die komplette Ignoranz einer Politik, die bisher noch nicht die Tragweite der Klimakrise verstanden hat!

Vom Reizwort bis hin zu einem weiter so

Als sei nichts geschehen. Zum Großteil sind Figuren wie Trump, Bolsonaro, Orbán und etliche andere daran Schuld, in dem sie einfach den menschengemachten Klimawandel als nicht gegeben erklären, wider wissenschaftlicher Beweise. Kein Wunder, daß manch finstere Gestalten sich hinzugesellen, um alles zu belassen und bloß nichts zu ändern.

Davon läßt sich die physikalische Gesetzmäßigkeit nicht im geringsten beeindrucken, schon sehr bald bekommen unzählige Millionen von Menschen in den bekannten, prognostizierten Brennpunkten die ersten fatalen, lebensbedrohlichen Konsequenzen zu spüren. Wir müssen nicht weit hinaus in die Welt blicken, Deutschland ist mit am stärksten von Klimaschäden betroffen.

Natürlich leider auch genau diejenigen, die am wenigsten etwas entgegenhalten können: die Entwicklungsländer, deren Risiken vielfach größer sind. Das interessiert jene neoliberale Politik einen Dreck, sie setzt ihren Kurs ewiglicher Profitmaximierung einfach fort, koste es, was es wolle.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Träumst du mit diese Lügen

Geschwängert
mit Unglaublichkeiten
ziehen sie lärmend
durch die Straßen,
abzustrafen
die Ungläubigen,
jede, die sich weigern
ihren Unsinn
weiter zu verbreiten.

Gebrüllt wird
auf der Marktplatzmitte,
Demokratie
sei des Teufels Stimme,
verderbe die Moral,
radikale Veränderungen
unerläßlich,
um das Volk vorm Aussterben
zu bewahren.

Hämische Arroganz
spiegelt ihre Mienen,
wenn süffisant
für Diktatur geworben,
strenge Regeln, Gesetze
nur Identität
kann formen,
Persönlichkeit hat sich
dem Staat unterzuordnen.

Das Getöse des Bösen
schwappt in die Häuser,
wie Zuckerwatte soll es verführen,
von den Ungeheuerlichkeiten
nicht genug zu kriegen,
dem Verbrechen der Humanität,
dem Wahnsinn von Frieden.
Wehrst du dich schon
oder träumst du mit diese Lügen?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Protest-Tanz „Las Tesis“ in Istanbul per Polizei brutal gestoppt

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Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Frauenrechte unerwünscht im Sultanat Erdoğan

Im Zentrum von Santiago de Chile tut sich was am 25. November 2019, Frauen wehren sich vor Ort per Protest-Tanz „Las Tesis“, sind nicht mehr bereit, jene alltägliche Gewalt gegen sie selbst einfach so hinzunehmen. Dieser Zündfunken initiiert weltweit Leidensgenossinnen, völlig zu Recht, schafft ein großes Maß an Solidarität.

Insofern nachvollziehbar, wenn in Istanbul Aktivistinnen ebenso in Erscheinung treten und mit diesem Protest-Tanz sich Gehör und Aufmerksamkeit verschaffen. Allerdings geht die Istanbuler Polizei hart gegen Demonstranten vor. Das mußte man in jener despotisch geführten Türkei letztendlich leider erwarten.

Fidan Ataselim wurde ebenso festgenommen

Die Vorsitzende der Organisation „Wir werden Frauenmorde stoppen!“, Fidan Ataselim, wurde bei dieser Gelegenheit mit anderen verhaftet. Obwohl die Menschen im Land weitreichend sich mit ihr solidarisieren, hält ganz besonders das Sultanat Erdoğan an dessen Männerdominanz fest. Wenn Frauenrechte weltweit am politisch-kulturellen Willen scheitern, sowohl erst recht in der Türkei.

Man darf explizit hoffen, daß die Vorsitzende Fidan Ataselim nur kurzfristig festgehalten wird, um möglichst schnell wieder in Freiheit entlassen zu werden. Die Weltgemeinschaft sei aufgefordert, sehr genau hinzuschauen, was in Istanbul, in der Türkei geschieht.

Per Wahlbetrug zur Alleinherrschaft – Zensur soweit das Auge reicht

Genau das geschah im Juni 2018, Erdoğans Sultanat nahm konkrete Formen an, die Welt und auch Deutschland waren Zaungäste, ließen ihn gewähren. Hatten schon Monate zuvor die Presse, die Medien sich seiner Alleinherrschaft zu beugen, paßt die weitere Entwicklung ins Muster jener despotischen Politik. Nur vier Monate später zensiert Erdoğans Einfluss Kunst in Deutschland.

Daß in einem solchen Staat Frauenrechte sowieso mit Füßen getreten werden, muß man leider zähneknirschend feststellen. Andererseits können solche Proteste dennoch Frauen bewegen, mutiger sich zu artikulieren. Global betrachtet, mögen solche Initialzündungen wie jener Protest-Tanz „Las Tesis“ exakt die richtige Antwort sein auf die weiterhin bestehende Ignoranz diesem wichtigen Anliegen gegenüber.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Wilder Liebreiz

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Wild gewachsen ohne Schnitt,
frei konnte sie sich entfalten,
viele Freunde durften das nicht,
sie hatten den Schnabel zu halten,
nicht nur die Rede wurde verwehrt,
ihr Verhalten in ein Korsett gesperrt,
Freiheit galt abartig und verkehrt,
sie hatten nie etwas anders gehört.

Wild gewachsen ohne Schnitt,
frei konnte sie sich entfalten,
ihre Gitter ignorierte sie schlicht,
eure müßt ihr selber aushalten,
ihr Leben war mit Sprache bewehrt,
Freiheit kein Käfig wegsperrt,
aus eigener Verantwortung bekehrt,
sie war frei, das hatten sie nie gehört.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Welttage: Gedenktage ohne echte politische Konsequenzen

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Alibifunktion als Gewissensberuhigung

Da gibt es inzwischen ziemlich viele Anlässe, um bestimmte Welttage ganz gezielt zu ernennen, so wie das längst mit der Ausrufung des ersten Welttages seitens der UN am 31. Oktober 1947 geschehen.

Sicherlich dürfen wir auch von Erfolgen sprechen, aber es verbleibt der fade Beigeschmack einer Alibifunktion als Gewissensberuhigung. Doch was verbirgt sich tatsächlich hinter gutgemeinten Aktionen, deren ins Leben gerufenen Gedenktage, die ohne echte politische Konsequenzen sind, wer denn genauer hinschaut?

Vom Welt-Lepra-Tag bis zum Welt-Anti-Korruptions-Tag

Dazwischen solche Tage wie der „Internationale Frauentag“ oder einer speziell in Deutschland, somit kein Welttag, dem „Tag der gesunden Ernährung“. Man mag staunen, welche Ideenvielfalt bisherig in den über 66 Jahren sich entwickelte, um solche Welttage zu würdigen, die allesamt dem gegebenen Anlaß gerecht werden wollen. Eine sicherlich ideelle Vorstellung, eine Wiedergutmachung von Versäumnissen, aber gleichzeitig dennoch eine schallende Ohrfeige an Politiker.

Daß die Frauenrechte nach wie vor am politisch kulturellen Willen scheitern, sollte sich längst herumgesprochen haben, insofern mag auch dieser 08. März keine echte Wirkung zeigen, oder? Wo doch selbst Alice Schwarzer vor acht Jahren vorschlug, ihn einfach abzuschaffen, stattdessen ganzjährig die Tage für alle Menschen zu machen, gleich welchen Geschlechts.

Blendwerk oder moralische Instanz?

Ob mit einem Welttag sich real etwas bessert, bleibt dahingestellt. Andererseits schaffen solche Tage es ebenso, die Menschen auf die Probleme hinzuweisen, sie ins Gedächtnis zu rufen, erst recht, wenn dann gezielte Aufklärungsaktionen folgen mittels Broschüren, den Medien, die hierbei eine besondere Rolle spielen mögen.

Nun, man darf nicht gleich alles negieren, die Hoffnung bleibt bestehen, und vielleicht haben solche Welttage dennoch ein Gutes für sich: Sie mahnen an, sie sollen uns daran erinnern, was ansonsten erst recht im Alltag verblaßt. Solange sie nicht verzettelnd überhand nehmen, kann man sie doch akzeptieren. Dabei gibt es durchaus ganz lustige unter ihnen, so wie der Weltlachtag, der seit 1998 jeweils am ersten Sonntag im Mai stattfindet, denn lachen ist nun mal gesund.

„Halte immer an der Gegenwart fest. Jeder Zustand, ja jeder Augenblick ist von unendlichem Wert, denn er ist der Repräsentant einer ganzen Ewigkeit.“ (Johann Wolfgang von Goethe)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Ohne Beschluss

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Im Reiz des Unmöglichen
vertiefte Gespräche
zu Lösungen führen,
wenn so gewollt
von gewissen Kräften,
die zusammenkommen,
ohne Umschweife
oder Erklärungsnot.
Welch tolles Gebot,
ein Beispiel gezielter Hilfe,
bedingungslos pragmatisch,
Realpolitik vor Ort,
weil keine Hürden vorhanden,
Mensch im Mittelpunkt steht,
so wie es sein sollte,
dies tatsächlich real auch geht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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